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07.05.2014

19:26 Uhr

Mutmaßlicher BCI-Drahtzieher

Staatsanwaltschaft fordert zehneinhalb Jahre Haft

1700 geprellte Anleger, 60 Millionen Euro Schaden: Für einen Anlagebetrug in großem Stil fordert die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft zehneinhalb Jahre Haft. Kunden wurden mit riesigen Renditeversprechen geködert.

Die Anleger sollen um rund 60 Millionen Euro geprellt worden sein. dpa

Die Anleger sollen um rund 60 Millionen Euro geprellt worden sein.

DüsseldorfFür den mutmaßlichen Drahtzieher des Schneeballsystems der Firma Business Capital Investors (BCI) hat die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft zehneinhalb Jahre Haft beantragt. Das sagte ein Sprecher am Mittwoch auf Anfrage. Für weitere Hauptbeschuldigte wurden wegen bandenmäßigen Betrugs achteinhalb und sechseinhalb Jahre Haft beantragt. Die Angeklagten sollen 1700 Anleger um rund 60 Millionen Euro geprellt haben. Der Strafprozess gegen die mutmaßlichen Anlagebetrüger läuft bereits seit mehr als eineinhalb Jahren.

Auch die mutmaßlichen Helfer sollen nach dem Willen von Staatsanwältin Petra Szczeponik hinter Gitter: Für vier weitere Angeklagte beantragte sie wegen Beihilfe Strafen von zwei Jahren und drei Monaten bis drei Jahren Haft.

Die Beschuldigten sollen akribisch ein weit verzweigtes Netz verschiedener Firmen und Konten im In- und Ausland aufgebaut haben. Kunden wurden mit Renditeversprechen zwischen 15,5 Prozent und 100 Prozent gelockt. BCI soll dabei von Anfang an ein reines Schneeballsystem gewesen sein: Die Renditen seien anfangs aus Anlegergeld ausgezahlt worden.

120 Ermittler waren 2011 zu einer groß angelegten Razzia in mehreren Ländern ausgerückt. Zuvor hätten sie ein Jahr lang die Telefone zahlreicher Verdächtiger abgehört. In einem Hafen der Karibikinsel Curaçao konnte die Staatsanwaltschaft eine Luxusjacht beschlagnahmen.

Das Finanzgericht in Köln hatte in der vergangenen Woche entschieden, dass betrogene Anleger trotz des Verlustes für nicht entnommene Renditen Steuern zahlen müssen (Az.: 14 K 2824/13).

Von

dpa

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