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25.04.2013

17:51 Uhr

Nach dem Austritt

Kirchen dürfen Mitarbeitern kündigen

Die Kirche ist einer der größten Arbeitgeber im Lande. Auf Religionsfreiheit dürfen sich Mitarbeiter nicht berufen. Wer aus der Kirche austritt, riskiert den Job. Ein höchstrichterliches Urteil stützt diese Praxis.

Kreuzweg: Jesus-Darsteller bei einer Karfreitagsprozession in Süddeutschland. dpa

Kreuzweg: Jesus-Darsteller bei einer Karfreitagsprozession in Süddeutschland.

ErfurtMitarbeiter in katholischen Einrichtungen müssen auch künftig bei einem Kirchenaustritt mit Kündigung rechnen. Der Austritt sei ein schwerwiegender Loyalitätsverstoß, der die Entlassung aus dem kirchlichen Dienst rechtfertigen könne, entschied das Bundesarbeitsgericht am Donnerstag in Erfurt (2 AZR 579/12) und bestätigte erneut den arbeitsrechtlichen Sonderstatus der Kirchen.

Damit blieb ein Sonderpädagoge aus Mannheim auch in der letzten Instanz mit der Klage gegen seinen Rauswurf erfolglos. Der 60-Jährige war 2011 wegen der zahlreichen Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen aus der Kirche ausgetreten. Daraufhin verlor er seinen Job in einem von der Caritas getragenen Kinderbetreuungszentrum.

Die Motive des Klägers genügten nicht, um von dem katholischen Wohlfahrtsverband die Weiterbeschäftigung des Pädagogen zu verlangen, begründete der Zweite Senat seine Entscheidung. Nach kirchlichem Selbstverständnis habe der Kläger unmittelbar „Dienst am Menschen“ geleistet. Mit seinem Kirchenaustritt habe er nach dieser Lesart die Eignung für eine Weiterbeschäftigung verloren.

Die Caritas könne nicht gezwungen werden, im Erziehungsbereich einen Mitarbeiter anzustellen, der sich von der katholischen Glaubensgemeinschaft losgesagt habe. Außerdem gebe es für Sozialpädagogen auch außerhalb der katholischen Kirche und ihrer Einrichtungen Beschäftigungsmöglichkeiten.

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Gleichwohl gebe es keinen absoluten Kündigungsgrund, stellte der Vorsitzende Richter Burghard Kreft klar. Es käme im Einzelnen immer auf die Interessenabwägung an. Im vorliegenden Fall müsse die Glaubens- und Gewissensfreiheit des Klägers hinter dem Selbstbestimmungsrecht der Kirchen zurücktreten. Dieses grundgesetzlich verankerte Recht erlaubt es den Kirchen, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln.

Kommentare (7)

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FirmaBRD

25.04.2013, 16:35 Uhr

Hört hört....
Die FIRMA Bundesarbeitsgericht :
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na_super

25.04.2013, 17:04 Uhr

Ich dachte, dass das Grundgesetz Religionsfreiheit gewährleistet. Scheinbar steht das Arbeitsgericht da drüber. Somit kann man als Nichtkatholike es vergessen in Krankenhäusern, Kindergärten etc. arbeiten zu dürfen auch wenn diese sich aus Staatsmitteln finanzieren.

sweetheart

25.04.2013, 18:18 Uhr

Soweit mir bekannt, gilt das allgemeine Gleichstellungsgesetz-dies soll ja bekanntlich Diskriminierung verhindern. Aber die Kirche als Arbeitgeber steht offensichtlich über dem Staatsrecht und darf diskriminieren- wie christlich. Wenn ich nicht schon längst aus der Kirchenmafia ausgetreten wäre, wäre dies ein weiterer Grund, auszutreten.

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