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14.05.2014

15:31 Uhr

Nach Insolvenz

Infinus-Gläubigerversammlung geplatzt

1300 Anleger der insolventen Infinus-Finanzgruppe sollten einen gemeinsamen Vertreter wählen. Doch Anleger-Anwälte stoppten das Verfahren. Sie vermuten Befangenheit bei einem Kandidaten. Ein neuer Termin steht aus.

Der Infinus-Briefkasten in Dresden. dpa

Der Infinus-Briefkasten in Dresden.

Nach einer geplatzten Gläubigerversammlung im Zusammenhang mit dem Infinus-Finanzskandal steht zunächst kein neuer Termin fest. „Wie es weitergeht, müssen wir erst prüfen“, sagte eine Sprecherin des Dresdner Amtsgerichts am Mittwoch.

Das Gericht hatte die Gläubiger am Dienstag zur Wahl eines gemeinsamen Vertreters in die Dresdner Messe geladen. Wie am Mittwoch verschiedene Medien berichteten, ließen Anwälte die Wahl jedoch platzen. Laut Sprecher des Insolvenzverwalters waren rund 1300 Menschen gekommen, die bei der Infinus-Konzernmutter Future Business KGaA (Fubus) sogenannte Orderschuldverschreibungen unterzeichnet hatten.

Beschlagnahmte Vermögenswerte des Infinus-Chefs

Luxuskarossen

Im Ermittlungsverfahren wegen Betrugs wurden Vermögensgegenstände des Beschuldigten Jörg Biel, persönlich haftender Gesellschafter der Future Business KGaA gesichert. In der Liste Liste aus dem Bundesanzeiger fanden sich unter anderem einige Autos, etwa einen Bentley Continental GT (Wert: 129.500€), Porsche Cayenne Turbo (Wert: 63.650€) und drei Volvos.

Gold

Biel saß zwischenzeitlich in der Justizvollzugsanstalt Dresden in Untersuchungshaft. Im Sicherungsvermögen befinden sich auch 24 Goldbarren im damilgen Wert von 691 000€

Bargeld

Ausserdem wurde Bargeld in Höhe von 14 380€ sichergestellt.

Aktien

Und tausende Aktien in unterschiedlichen Stückelungen.

Armbanduhren

Die Liste zeigt auch 18 Luxusuhren, unter anderem von Lange & Söhne (Platin), Rolex Oyster Yacht Master und Daytona, Jaeger-Le-Coultre MasterControl. Auch Houte Couture-Ware von Gucci oder Cartier war dabei.

Motorboote

Die Staatsanwälte sicherten auch zwei Motorboote. Eine Frauscher Benaco 909 „Maurice" (Wert: 250 000€) und eine Atlantis 47 HT „Princess II" (Wert: unbekannt).

Die Anleger präsentieren knapp 36.500 Gläubiger mit einem Gesamtstimmrecht von rund 510 Millionen Euro. 970 von ihnen waren stimmberechtigt. Zuvor hatte das Amtsgericht angesichts der Vielzahl der Orderschuldverschreibungen die Wahl eines gemeinsamen Vertreters empfohlen – um das Verfahren zu vereinfachen.

Laut Medienberichten stoppten einige Anleger-Anwälte das Verfahren mit Befangenheitsanträgen, weil einer der Kandidaten mit dem Insolvenzverwalter bekannt sei. „Interessierte Personen versuchen, dem Insolvenzverwalter unlautere Motive zu unterstellen“, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters.

Fast alle Firmen der Dresdner Infinus-Finanzgruppe sind insolvent, gegen die damaligen Manager wird wegen Betrugs ermittelt. Konkret soll die Infinus AG ihre Bilanzen mithilfe eines Provisionskarussells geschönt haben. Eine Woche nach der Razzia bei dem Dresdener Finanzdienstleister Anfang November 2013 hatten Insider dem Handelsblatt berichtet, Infinus habe Gewinne aus Provisionen erzielt, die das Unternehmen von der eigenen Mutter, der Future Business KgaA (Fubus), erhalten habe.

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