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16.01.2014

13:56 Uhr

Nachgerechnet

Der große Bluff mit den Meilenprämien

VonGertrud Hussla

Bonusmeilen sammeln ist ganz einfach. „Jeder Euro eine Meile“ – so wirbt etwa die Lufthansa für ihre Miles-&-More-Kreditkarte. Das Meilenkonto wächst nicht nur beim Fliegen. Doch die Enttäuschung kommt beim Einlösen.

Nachgerechnet

Der Bluff mit Prämienmeilen

Nachgerechnet: Der Bluff mit Prämienmeilen

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35 000 Meilen hat eine Miles-&-More-Kundin schon auf dem Meilenkonto. Das heißt, die Kundin hat über die Jahre 35 000 Euro mit ihrer Lufthansa-Kreditkarte ausgegeben. Vielleicht auch ein bisschen weniger, ab und zu gibt’s ja auch doppelte Meilen. Und Flüge zählen auch wieder anders. Jedenfalls müsste da doch eine ordentliche Prämie drin sein.

Auf der Miles-and-More-Webseite steht’s unter „Meilen einlösen“: 30 000 Meilen reichen schon für einen Freiflug innerhalb Europas. Rom wäre doch so ein Traumziel: Ein Klick zur Buchung. Freiflug? Fehlanzeige. Gebühren und Kerosinkosten über 140,35 Euro sind da noch fällig. Zu zahlen in bar oder mit weiteren 18 000 Meilen. Ein schneller Check im Internet zeigt. Für 137 Euro wäre der gleiche Flug schon bei Air Berlin zu haben. Inklusive aller Steuern und Gebühren. Macht drei Euro weniger, als der „Freiflug“ bei Miles&More kostet.

Gertrud Hussla prüft regelmäßig Finanz- und Rentenprodukte. FRANK BEER für Handelsblatt

Gertrud Hussla prüft regelmäßig Finanz- und Rentenprodukte.

Also lieber weitersammeln? Für einen Fernflug von Düsseldorf nach New York sind 60 000 Meilen nötig. Doch hätte die treue Kundin die schon beisammen, sähe das Bild auch nicht viel besser aus. 342,95 Euro Gebühren und Steuern kostet hier der „Freiflug“ obendrauf. Für 478 Euro bekäme sie schon den Flug ohne Prämien bei Lufthansa, alles inklusive. Ersparnis: 135 Euro. Und das nach Einkäufen über 60 000 Euro? Da sollte sie vielleicht doch noch auf ein günstigeres Meilen-Schnäppchen warten und den Flug selbst bezahlen.

Das aber möglichst nicht mit der Kreditkarte. Die Lufthansa nimmt für Plastikgeldzahlungen bei Überseeflügen 18 Euro „optional payment charge“. Diese Extragebühr ist bei jeder Kreditkarte fällig, selbst wenn es eine Lufthansa-Kreditkarte ist.

Überweist die Karteninhaberin die 478 Euro per Bank, ist die Extra-Gebühr nicht fällig. Dann entgehen ihr zwar insgesamt 496 Meilen. Laut Onlineshop von Miles&More entsprechen 330 Meilen aber gerade mal dem Gegenwert von einem Euro Prämie. Ganze 1,50 Euro Prämie entgehen ihr also mit dem Verzicht auf die Kreditkartenzahlung.

Kommentare (24)

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Olli79

16.01.2014, 14:14 Uhr

Meilen lohnen sich für Upgrades, da fallen dann keine Steuern und Gebühren an. Beispiel: Kauf Flug Frankurt-New York Kosten ca. 400€. Kann mit 30.000 Meilen in Business upgegradet werden, neuer Wert mindestens 1000€...! DAFÜR und nur DAFÜR rechnet sich das Meilensammeln!

friemens

16.01.2014, 14:54 Uhr

Das Einlösen von Meilen für Prämienflüge macht primär in der First- und auch noch in der Business-Class Sinn, das ist ja keine neue Erkenntnis. Dazu ist die Aussage "Schade bloß: Weil sie Holzklasse gebucht hat, bekommt sie auch bloß 1 872 Flugmeilen gutgeschrieben, obwohl sie rund 7 000 Meilen fliegt." sachlich falsch und tendenziös: Die Gutschrift hängt von der Buchungsklasse ab, möglich wären in der Ecomnomy auch 7.000 Meilen. Ebenfalls sachlich falsch und tendenziös: Der innereuropäische Preisvergleich. Wer zu den Stoßzeiten an einem Tag Hin- und zurückfliegt und kurzfristig buchen muss, zahlt an die 1.000 Euro oder noch mehr. Fazit: Ein einseitiger und undifferenzierter Artikel. Bin selbst beruflich viel unterwegs und mit M&M sehr zufrieden.

framme2

16.01.2014, 15:01 Uhr

Für ein Upgrade muss man erstmal eine "upgradefähige" Klasse buchen die schonmal einige hundert Euro mehr kostet.
Und dann ist das Upgrade aber auch noch nicht versprochen sondern nur "möglich".
Ich habe letztes Jahr eines am Wochenende in der Ferienzeit von Seattle nach Frankfurt gebucht.
Selbst das war unglaublich schwierig. Selbst in so einer doch eigentlich schwachen Zeit kommt man erstmal auf eine
Warteliste und wird erst wenige Tage vor dem Flug bestätigt.
Ich für meinen Teil bin auch desillusioniert, werde die LH-KArte auch kündigen und in Zukunft Hotel-Punkte sammeln, die sind deutlich berechenbarer.

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