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24.09.2016

10:43 Uhr

Neue Anzeigepflicht

Steuerberater sollen Sparmodelle melden müssen

Steuerfachleute sollen künftig den Behörden komplexe Steuersparmodelle melden müssen. Das fordert nun die Bundesregierung. Sie will so Lücken im Steuersystem schließen und die Besteuerungsgleichheit garantieren.

Anwälte, Unternehmensberater und Steuerfachleute, die komplexe Steuergestaltungsmodelle entwickeln, sollen gesetzlich verpflichtet werden, diese Modelle den zuständigen Behörden zu melden. dpa

Steuererklärung

Anwälte, Unternehmensberater und Steuerfachleute, die komplexe Steuergestaltungsmodelle entwickeln, sollen gesetzlich verpflichtet werden, diese Modelle den zuständigen Behörden zu melden.

BerlinDie Bundesregierung will nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ eine neue Offenlegungspflicht für Steuerberater einführen und auf diese Weise Schlupflöcher schließen. Das gehe aus einem Gutachten im Auftrag des Bundesfinanzministeriums hervor, berichtete die Zeitung am Samstag.

Demnach sollen Anwälte, Unternehmensberater und Steuerfachleute, die komplexe Steuergestaltungsmodelle entwickeln und ihren Kunden so beim Steuersparen helfen, gesetzlich verpflichtet werden, diese Modelle den zuständigen Behörden zu melden. Eine solche Anzeigepflicht sei „sowohl ökonomisch sinnvoll als auch verfassungsrechtlich legitim“, zitierte die Zeitung aus dem Gutachten.

Zu diesem Urteil komme das Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen in München, das den Auftrag für das Gutachten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erhalten habe. Die Pflicht soll demnach für externe Berater gelten, „die förderlich an der Entwicklung, dem Vertrieb oder der Umsetzung einer Gestaltung mitwirken“.

Diese Behörden schauen Ihnen ins Konto

Einleitung

2015 wurden in Deutschland 133.955 Kontoabrufverfahren in Deutschland durchgeführt. Dabei können diverse Behörden die Kontonummer, Name und Geburtsdatum des Kontoinhabers, Verfügungsberechtigungen sowie das Eröffnungs- und Schließungsdatum einsehen. Nachfolgend sind die Behörden aufsteigend aufgelistet, die im vergangenen Jahr die meisten Kontoabrufverfahren eingeleitet haben.

Bafin

2014: 370
2015: 1183

Zollbehörden

2014: 7.052
2015: 6.915

Finanzbehörden

2014: 14.020
2015: 13.003

Staatsanwaltschaften

2014: 26.495
2015: 25.851

Polizeibehörden

2014: 89.542
2015: 86.702

Die Gutachter berufen sich dem Bericht zufolge auf die von der Verfassung garantierte „Besteuerungsgleichheit“. Wenn es einzelnen Steuerpflichtigen gelinge, ihre Steuerlast zu minimieren, indem sie Lücken im Steuersystem ausnutzten, sei diese Gleichheit nicht mehr gegeben, argumentieren sie.

Von

afp

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