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08.01.2016

15:36 Uhr

Neue EU-Verordnung

Online-Händler müssen über Schlichtungsplattform informieren

Einfach, unbürokratisch, kostenfrei: Die EU will die außergerichtliche Belegung von Streitigkeiten zwischen Online-Händlern und Verbrauchern mit einem Info-Portal erleichtern. Künftig müssen Händler darauf verlinken.

Die EU will eine Plattform einrichten, bei der alle nationalen Schlichtungsstellen für Online-Käufe gelistet sind. Darauf sollen Händler künftig hinweisen müssen, so eine neue EU-Verordnung. dpa

Neue Plattform

Die EU will eine Plattform einrichten, bei der alle nationalen Schlichtungsstellen für Online-Käufe gelistet sind. Darauf sollen Händler künftig hinweisen müssen, so eine neue EU-Verordnung.

KölnOnline-Händler in der Europäischen Union müssen ihre Kunden künftig auf eine neue Plattform zur außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten bei Online-Geschäften hinweisen. Am Samstag tritt eine entsprechende EU-Verordnung in Kraft.

Für Verbraucher in Deutschland ändert sich zunächst aber nichts – aus zwei Gründen: Erstens gibt es die Plattform, auf der die EU-Kommission künftig über Schlichtungsstellen in einzelnen Mitgliedsstaaten informiert noch nicht, und zweitens ist das damit eng verbundene Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG) in Deutschland noch nicht in Kraft getreten.

Welche Produkte die Deutschen im Internet suchen

Do-it-yourself-Produkte

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(Bauern, Garten, Heimwerken, Basteln)

über Google: 47 Prozent

über Amazon: 31 Prozent

über Ebay: 25 Prozent

(Alle Daten hat das Marktforschungsunternehmen Konzept & Markt in seiner Studie zum Online-Shopping erhoben.)

Elektro-Geräte

Elektro-Geräte (Haushalt, Büro, Unterhaltung)

über Google: 46 Prozent

über Amazon: 46 Prozent

über Ebay: 22 Prozent

Kfz-Teile & Zubehör

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über Google: 43 Prozent

über Amazon: 20 Prozent

über Ebay: 32 Prozent

Lebensmittel

Lebensmittel (und andere Dinge des täglichen Bedarfs)

über Google: 37 Prozent

über Amazon: 26 Prozent

über Ebay: 10 Prozent

Medien

Medien (Bücher, CDs, DVDs, Spiele etc.)

über Google: 32 Prozent

über Amazon: 57 Prozent

über Ebay: 18 Prozent

Medikamente & Arzneimittel

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über Google: 33 Prozent

über Amazon: 6 Prozent

über Ebay: 4 Prozent

Mode, Schuhe, Accessoires

Mode, Schuhe, Accessoires

über Google: 28 Prozent

über Amazon: 22 Prozent

über Ebay: 16 Prozent

Reisen, Hotels, Flüge

Reisen, Hotels, Flüge

über Google: 39 Prozent

über Amazon: 3 Prozent

über Ebay: 3 Prozent

Sport- & Outdoorartikel

Sport- & Outdoorartikel

über Google: 35 Prozent

über Amazon: 26 Prozent

über Ebay: 16 Prozent

Tiernahrung & Zubehör

Tiernahrung & Zubehör

über Google: 26 Prozent

über Amazon: 10 Prozent

über Ebay: 7 Prozent

Wein & Spirituosen

Wein & Spirituosen

über Google: 21 Prozent

über Amazon: 8 Prozent

über Ebay: 6 Prozent

Beides dauert noch: Laut Europäischer Kommission wird die Plattform am 15. Februar 2016 freigeschaltet; das VSBG geht vermutlich Ende Januar durch den Bundesrat.

Das VSBG sieht vor, dass Verbraucher und Unternehmen Streitigkeiten in Zukunft öfter außergerichtlich beilegen können. Staatlich anerkannte Schlichtungsstellen sollen in Zukunft in allen Belangen zwischen den Parteien vermitteln.

„Verbraucher können bei Streitigkeiten etwa über Mängel von Produkten oder Dienstleistungen in einem einfachen, unbürokratischen und für sie regelmäßig kostenfreien Verfahren versuchen, eine Schlichtung zu erreichen“, erklärte Justiz- und Verbraucherminister Heiko Maas (SPD) Ende Mai 2015, nachdem die Bundesregierung den Gesetzentwurf beschlossen hatte. Die Schlichtung führe häufig zu einer zügigen einvernehmlichen Lösung, so dass der Weg zum Gericht entbehrlich werde.

Schlichtungsstellen gibt es in Deutschland bereits für Versicherungen, Banken, Verkehr oder Energie. Im Telekommunikationsbereich und in anderen Branchen können sich Kunden dagegen bislang nicht an eine Schiedsstelle wenden – das will die EU-Kommission ändern.

Von

afp

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