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24.07.2011

12:40 Uhr

Neue Tan-Verfahren

Online-Banking wird sicherer – und teurer

VonKristin Schmidt

Chip- und SMS-Tan sollen Online-Banking bald sicherer machen. Doch für diese Sicherheit müssen Kontoinhaber zahlen – und wie viel ist oft nicht direkt zu erkennen.

So genannte Tan-Generatoren könnten die bisherigen iTan-Listen ablösen. Quelle: picture-alliance

So genannte Tan-Generatoren könnten die bisherigen iTan-Listen ablösen.

Frankfurt Geforderte Transaktionsnummer, kurz Tan, auf einer langen Liste suchen, in die Online-Banking-Maske eintragen, Tan von der Liste streichen: So laufen Transaktionen von Millionen Bankkunden bis heute ab. Zum Jahresende allerdings wird sich dies deutlich verändern. Allein die Sparkassen stellen bis Ende 2011 etwa neun Millionen Konten auf neue, sicherere Verfahren um. Chip- und SMS-Tan ersetzen dann bei allen Genossenschaftsbanken, Sparkassen und der Postbank das herkömmliche Autorisierungsverfahren via iTan-Liste. Kunden anderer Banken können freiwillig wechseln. Doch für so manchen hat die neu gewonnene Sicherheit ihren Preis. Während die alten iTan-Listen von den Banken kostenlos versendet wurden, bitten Geldinstitute Online-Nutzer nun zur Kasse.

Verbraucherverbände kritisieren die Informationspolitik der Banken

Für die Verbraucherschützer ist das inakzeptabel. Christian Pauli, Bankenexperte von der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), kritisiert, dass die zunehmende Nutzung von Online-Banking Personalkosten in den Filialen einspare „und die User dann auch noch selbst für die Sicherheit bezahlen müssen.“ Hierfür seinen eindeutig die Banken zuständig. Auch bei der hessischen Verbraucherzentrale drehen sich Anfragen zur neuen Tan meist um die Kosten. Beraterin Eva Raabe bemängelt, die Homepages vieler Banken seien unübersichtlich, die Kosten für neue Nummern oftmals „versteckt“. Der Kunde „weiß nicht, was auf ihn zukommt.“

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Mobiles Banking wird bei den Deutschen zunehmend beliebter. Und die Banken reagieren darauf, sie bauen ihre mobilen Angebote aus.

Die Kosten unterscheiden sich nicht nur von Bank zu Bank, sondern auch nach Verfahren und sogar nach Kontomodell. Um mit Chip-Tan arbeiten zu können benötigt der Verbraucher einen sogenannten Tan-Generator. Die EC-Karte wird in das einem Taschenrechner ähnliche Plastikkästchen eingeführt. Der Kunde gibt die Überweisungsdaten an und der Generator spuckt einen Zahlencode für diese spezielle Transaktion aus. Ein potenzieller Hacker müsste somit nicht nur den Computer infizieren, sondern auch den Generator. Unter IT-Experten gilt dies momentan als unwahrscheinlich, das System generell als sicher. Je nach Tan-Generator muss der Bankkunde zwischen zehn und fünfzehn Euro zahlen, um sichere Transaktionen im Internet durchzuführen. Einige Volksbanken und Sparkassen stellen den Kunden den Generator kostenlos oder vergünstigt zur Verfügung. Das hängt vom Kontomodell ab. Was viele Verbraucher nicht wissen: Die Endgeräte erkennen die meisten EC-Karten. Damit ist pro Haushalt nur ein Generator nötig.

Kommentare (11)

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Bankkunde

24.07.2011, 13:14 Uhr

Was soll an diesen Verfahren sicher sein?

Der Skandal um News of the Week in Großbritannien zeigt, wie einfach es ist, Mobilfunk-Mitteilungen abzuhören und zu entschlüsseln. Die Kriminellen freuen sich doch schon darauf, dass dieses Verfahren endlich Verbreitung findet. Bis jetzt hat es sich nur mangels Masse nicht gelohnt, darin Energie zu investieren.

Und beim Chip-Tan-Verfahren ist es noch schlimmer. Sie schreiben selbst, dass die EC-Karte an jedem Kartenleser der betreffenden Bank oder sogar der jeweiligen Institutsgruppe eingesetzt werden kann. Jeder, der ein solches Gerät hat, kann also mit einer gestohlenen EC-Karte gemütlich das betreffende Konto abräumen. Bisher muss er auch noch die PIN in Erfahrung bringen und wird außerdem am Geldautomaten gefilmt. Auch auf dieses Verfahren freuen sich die Kriminellen jetzt schon.

Bremer

24.07.2011, 13:59 Uhr

abgesehen das SMS und Mobilgeräte abgefangen werden können.. werden wohl viele wieder auf Bargeld umsteigen! ..Bargeld zu haben und alles Bar zu bezahlen ist wohl zukünftig wieder "IN".. denn warum muss ich nun für jede Tananforderung etwas bezahlen? ..dann gehe ich lieber und hebe das Geld ab und zahle Bar!

..die Verlierer? ..Große Unternehmen die Tausende von Mitarbeitern deren Gehalt überweisen müssen.

..Onlinekäufe werden wohl nicht mehr so oft getätigt.. alles wird auf Bargeldgeschäft ausgerichtet. ...und ich dachte immer das genau das zukünftig verhindert werden sollte.

..denn wo überall Bargeldgeschäfte laufen, da wird sich auch vermehrt Falschgeld einschleusen und in den Umlauf gelangen.

bizzman

24.07.2011, 14:08 Uhr

"Die Kunden müssten von der neuen Technik überzeugt werden. „Schließlich sind die Papierlisten seit Jahrzehnten bekannt und geliebt“, erläutert Ebert."
ja genau, seit 1856.

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