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05.05.2014

10:21 Uhr

Neuer Chef des vzbv

Verbraucherzentrale fordert mehr Datenschutz

Der digitale Verbraucherschutz ist „die große Herausforderung der Zukunft“, sagt der neue Vorsitzende der Verbraucherzentralen. Er will für mehr Datensicherheit und Transparenz kämpfen – vor allem auf europäischer Ebene.

Klaus Müller ist seit 1. Mai Vorsitzender des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. dpa

Klaus Müller ist seit 1. Mai Vorsitzender des Bundesverbands der Verbraucherzentralen.

DortmundDer neue Vorsitzende des Verbraucherzentralen Bundesverbandes (vzbv), Klaus Müller, sieht im digitalen Verbraucherschutz die „große Herausforderung der Zukunft“. Im Internet gebe es immer mehr vermeintlich kostenlose Angebote, die Verbraucher letztlich mit der Preisgabe persönlicher Daten bezahlten, sagte Müller den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ vom Montag. Es sollte für jeden Nutzer das Recht geben, Inhalte wieder zu löschen, forderte Müller: „Jeder muss Herr seiner Daten sein können.“

Die Daten sollten nur mit Zustimmung gespeichert und verarbeitet werden dürfen. Daran müssten sich alles Unternehmen halten, die auf dem europäischen Markt aktiv sind, „und dafür brauchen wir eine effektive Datenschutzgrundverordnung“. Der vzbv erwarte, dass die Bundesregierung dafür nach der Europawahl in Brüssel „kämpft wie ein Löwe“.

Wirklich etwas bewegen könne in dem Bereich nur Europa. Auf Deutschland und das Verhalten der Bundesregierung kommen es hierbei "entscheidend" an, sagte Müller der Zeitung. Europa sei für die großen Konzerne einer der spannendsten Märkte überhaupt.

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Der „Rheinischen Post“ vom Montag sagte Müller, der sein Amt am 1. Mai angetreten hatte, er wolle die Prioritätenliste im Verbraucherschutz umstellen. Klassischerweise sei die Verbraucherpolitik von Skandalen getrieben. „Ich möchte mich mehr auf die Themen konzentrieren, die vielleicht weniger in den Schlagzeilen stehen, aber den Verbrauchern im Alltag den größeren Schaden zufügen.“ Als Beispiel nannte Müller die versteckten Kosten der Altersvorsorge, die über unzureichend transparente Abschlussgebühren und sonstige Nebenkosten entstünden. Der Verbraucher habe kaum Möglichkeiten, diese Kosten zu ermitteln, und könne deshalb auch nicht vergleichen.

Für die Inhaber von Lebensversicherungen befürchtet Müller Einschnitte, wie er der „Passauer Neuen Presse“ sagte. Die Bundesregierung werde gleich nach der Europawahl einen entsprechenden Gesetzesentwurf präsentieren. „Da wird es unter anderem um die Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven gehen.“ Einen Kahlschlag auf Kosten der Versicherten, deren Policen kurz vor der Auszahlung stehen, dürfe es nicht geben, forderte der Chef des vzbv. Benötigt werde ein ausgewogenes Paket, um die Lebensversicherung verbraucherorientierter zu gestalten. Dabei müssten auch Provisionen und Verwaltungskosten der Versicherer auf den Prüfstand.

Von

afp

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