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24.10.2013

11:02 Uhr

Neues Bezahlsystem

EZB drängt bei SEPA-Umstellung zur Eile

In 100 Tagen startet das neue Überweisungs- und Lastschriftverfahren SEPA. Doch noch immer sind viele Unternehmen nicht auf das neue Zahlungssystem vorbereitet. EZB-Direktor Benoit Coeure warnt vor den Folgen.

Neues europäisches Zahlungssystem

Sepa sorgt für Chaos bei Banken und Sparern

Neues europäisches Zahlungssystem: Sepa sorgt für Chaos bei Banken und Sparern

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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) mahnt Banken, Unternehmen und Vereine bei der Umstellung auf das EU-weite Überweisungs- und Lastschriftverfahren SEPA zur Eile. „Jeder muss am 1. Februar soweit sein, sonst drohen Störungen bei Zahlungen“, sagte der für die Umstellung verantwortliche EZB-Direktor Benoit Coeure am Donnerstag in Frankfurt - 100 Tage vor dem offiziellen Start des neuen Verfahrens. Es sollte nicht bis zur letzten Minute gewartet werden, warnte er.

Die Umstellung auf den neuen europäischen Standard läuft bislang schleppend, gerade auch in Deutschland. Viele Firmen wollen ihre Systeme beispielsweise erst in den kommenden Monaten anpassen, manche sogar erst auf den letzten Drücker im neuen Jahr. Dadurch wächst die Gefahr technischer Pannen und von Liquiditätsengpässen mit möglichen Folgen für den Zahlungsverkehr.

Hintergründe zu Sepa

Welches Ziel hat Sepa?

Die nationalen Zahlungsverfahren werden nach und nach abgeschafft. Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen zwischen den Ländern sollen schneller und günstiger werden. Sepa ist die dritte Stufe der Umstellung auf den Euro.

Seit wann gibt es Sepa?

Das Verfahren wurde bereits Anfang 2008 für Überweisungen eingeführt. Seit 2009 können Bankkunden auch das grenzüberschreitende Lastschriftverfahren nutzen. Ursprünglich hatte die EU-Kommission keinen Umstellungstermin vorgegeben, sondern auf eine Lösung im Markt gehofft. Dies misslang jedoch, die Beteiligung an dem System war zu gering – besonders in Deutschland. Denn die Deutschen hängen an ihrem eigenen System, schließlich funktioniert es gut.

In welchen Ländern gilt Sepa?

EU-Mitgliedstaaten: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Zypern; außerdem: EWR-Staaten: Island, Liechtenstein, Norwegen; sowie: Schweiz, Monaco, Mayotte, Saint-Pierre und Miquelon.

In welcher Währung sind Sepa-Zahlungen möglich?

Zahlungen per Sepa sind nur in Euro möglich. Für Transaktionen in anderen Währungen müssen Bankkunden eine Auslandsüberweisung tätigen.

Was verbirgt sich hinter der IBAN?

An die Stelle der herkömmlichen Kontonummer und Bankleitzahl tritt die IBAN - International Bank Account Number. Sie hat insgesamt 22 Stellen und beginnt mit einem Länderkürzel - DE für Deutschland. Daran schließt sich eine zweistellige Prüfziffer an, die bisherige Bankleitzahl und die Kontonummer. Dank der Prüfziffer bekommt der Bankkunde sofort eine Fehlermeldung, wenn er sich bei der Zahlenabfolge vertippt hat. Das ist ein großer Vorteil, insbesondere seitdem Banken den Namen des Kontoinhabers und die Kontonummer nicht mehr abgleichen.

Wozu dient der BIC?

Der BIC - Bank Identifier Code - hat elf Stellen und soll die Bankleitzahl ersetzen. Kritiker monieren jedoch, dass die Kennung der Bank in Form der alten Bankleitzahl bereits in der IBAN enthalten ist. Ein weiterer Code mache die Überweisung nur unnötig kompliziert. Ab Februar 2014 soll der BIC bei Überweisungen im eigenen Land deshalb wegfallen. Für Geldtransfers innerhalb Europas von 2016 an.

Wann muss ich auf Sepa umsteigen?

Eine Verpflichtung zur Umstellung auf die Sepa-Überweisung und -Lastschrift besteht ab dem 1. Februar 2014. Bis dahin gelten Sepa und die nationalen Zahlsysteme parallel.

Welche Sonderrechte haben Verbraucher?

Bis zum Februar 2016 können Verbraucher die alte kurze Kontonummer im nationalen Zahlungsverkehr noch nutzen, sofern ihr Zahlungsdienstleister die Konvertierung in die IBAN anbietet.

Wo müssen Kunden ein Konto führen?

Wer beispielsweise in Deutschland wohnt, aber im Ausland arbeitet oder studiert, braucht nur noch in seinem Heimatland ein Bankkonto. Bisher waren mehrere Bankkonten nötig.

Was ändert sich bei der Bankkarte?

Künftig gilt die Bankkarte (debit card) für Euro-Zahlungen in allen Ländern des Sepa-Gebiets. Dadurch müssen Reisende weniger Bargeld bei sich tragen.

Quelle

Das Kürzel SEPA steht für „Single Euro Payments Area“. Dahinter verbirgt sich die Vereinheitlichung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs in den 27 EU-Ländern und fünf weiteren Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen, Monaco und Schweiz). Für die Verbraucher bedeutet dies die Einführung einer 22-stelligen Kontonummer, die die bisherige Kontonummer und die Bankleitzahl ersetzt. Betroffen sind nicht nur europäische Überweisungen und Lastschriften, sondern auch alle innerdeutschen Zahlungen.

Für die Verbraucher sieht die SEPA-Umstellung Übergangs-Fristen bis 2016 vor. Auch werden Daueraufträge zum Beispiel für Miete, Strom und Telefon automatisch geändert. Auf Unternehmen und Vereine kommen allerdings erhebliche Umstellungen zu, vor allem, wenn sie Lastschriften einziehen.

Von

rtr

Kommentare (7)

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johnny55

24.10.2013, 11:42 Uhr

Dieser SEPA-Mist bringt ca. 3 % der Bevölkerung.

Für den Rest ist es eine deutliche Mehrbelastung.

Wieviel Vereine gibt es die einmal im Jahr ihre Mitgliedsbeiträge abbuchen lassen und die deswegen Ihre Software erneuern müssen, da diese zu alt für SEPA ist.
Dann noch der Aufwand mit Vorabinformationen.

Das mit den langen Kontonummern ist nur ein kleines Übel, im Gegensatz was sonst noch für ein Rattenschwanz für Firmen und Vereine hinten dran hängt.

Danke liebe EU für nichts.

PRATHO

24.10.2013, 12:01 Uhr

Viele Unternehmen sind sich der Brisanz noch immer nicht bewusst, dass in 100 Tagen der Zahlungsverkehr umgestellt sein muss. Danach geht im automatisierten bargeldlosen Geldverkehr nichts mehr, wenn nicht JETZT die richtigen Anpassungen in den Datenbasen, Schnittstellen, Geschäftsprozessen, etc. vorgenommen werden. Soll das Unternehmen handlungsfähig bleiben - dann ist jetzt Zeit zu handeln.

Thomas Pränger
http://www.was-ist-sepa.com

Account gelöscht!

24.10.2013, 12:26 Uhr

Das mit den langen Kontonummern IBAN ist das hauptproblem. Konvertieren sie die mal. Ja es gibt einen Bankenkonverter, der arbeitet z.B. Bei Deutscher Bank nicht immer ganz sauber bei Unter und Hauptkonten.

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