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11.07.2013

13:28 Uhr

Notarkosten

Warum der Hauskauf teurer wird

VonJulia Rotenberger

Beglaubigungen, Immobilienabwicklungen und Testamente kosten in Zukunft mehr. Eine Reform der Gebührenordnung lässt die Notarkosten im Schnitt um 15 Prozent steigen. Vor allem Kleinkunden zahlen drauf.

Schlechte Zeiten für Hauskäufer: Die Immobilienpreise steigen, die Notarkosten auch. dpa

Schlechte Zeiten für Hauskäufer: Die Immobilienpreise steigen, die Notarkosten auch.

DüsseldorfWer in diesem Jahr noch beim Hauskauf sparen möchte, sollte sich beeilen: Nicht nur die Immobilienpreise schießen vielerorts in die Höhe, auch bei den Nebenkosten müssen Käufer künftig draufzahlen. So steigen ab dem 1. August die Notargebühren im Schnitt um 15 Prozent, rechnet die Bundesnotarkammer vor. Das betrifft nicht nur die Gebühren, die beim Kauf- und Verkauf von Immobilien anfallen, sondern auch alle anderen notariellen Leistungen.

Grund für die Verteuerung ist eine Gesetzesreform, die der Bundesrat kurz vor der Sommerpause im Juli auf den Weg gebracht hat. Ihr Ziel: die Gebührenordnung für Notare übersichtlicher und leistungsorientierter machen. Die letzte Erhöhung liegt schon einige Zeit zurück, 1986 sind die Beitragssätze zum letzten Mal gestiegen. Notargebühren entstehen immer dann, wenn es um Beglaubigungen und Beurkundungen von Rechtsgeschäften geht.

Das kann zum Beispiel der Kauf einer Immobilie sein, aber auch Eheverträge, Erbscheineinträge und das Aufsetzen eines Testaments. Die Beitragssätze sind gesetzlich vorgeschrieben. Ihre Höhe richtet sich danach, was beglaubigt werden soll und wie viel das Geschäft wert ist. Wie viel Aufwand der Notar mit einem einzigen Antrag hat, berücksichtigt die Rechnung bisher nicht.

Die Kostenreform soll das nun ändern. Aufwendigere Notarleistungen werden teurer. Durch die Reform steigen aber auch die Gebühren für jene Kunden, die Geschäfte über kleinere Summen tätigen - sogenannte Bagatellfälle. Davon sollen Notare in strukturschwachen Regionen profitieren, sagt Andreas Brandt von der Bundesnotarkammer. „Wie stark die Gebühren steigen lässt sich aber nicht pauschal sagen“, so Brandt. Bei der Aufsetzung eines Testaments könnten die Kosten je nach Fall zwischen fünf und 20 Prozent steigen. „Im Einzelfall kann das schon dramatisch aussehen“, sagt er.

Kommentare (9)

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11.07.2013, 15:21 Uhr

Notare machen sich die Taschen voll und haben noch ein staatliche garantiertes Monopol darauf.

Wo sind die Grünen und die SPD wenn's wirklich mal um soziale Gerechtigkeit geht???

Berni

11.07.2013, 16:30 Uhr

Da haben die Lobbyisten einmal wieder gute Arbeit geleistet. Man kennt sich, was bei dem hohen Anteil rechtsberatender Berufe in Bundestag und Bundesrat nicht verwundert.

HB-Leser

11.07.2013, 16:38 Uhr

Ja ja da geht noch was! Wieder eine Möglichkeit die Bürger noch mehr abzuzocken! Jeden Tag wird eine neue Abgabe und Steuer erfunden um die Bürger noch mehr wie Weihnachtsgänse auszunehmen! Erst wenn sie Steuer- und Abgabenquote bein 90 % liegt, kann mann übers aufhören nachdenken, vorher jedoch nicht!

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