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17.03.2014

11:44 Uhr

Ohne Sachgrund

Befristete Arbeitsverträge nehmen zu

Die Zahl der Arbeitsverträge, die ohne Sachgrund wie etwa eine Schwangerschaftsvertretung befristet sind, ist stark angestiegen. Befürworter sprechen von einem „Sprungbrett in unbefristete Beschäftigungen“.

Die Befristung von Arbeitsverträgen ohne Sachgrund ist besonders im Groß- und Einzelhandel sehr geläufig. dpa

Die Befristung von Arbeitsverträgen ohne Sachgrund ist besonders im Groß- und Einzelhandel sehr geläufig.

BerlinDie Zahl der Arbeitsverträge, die ohne Sachgrund wie etwa eine Schwangerschaftsvertretung befristet sind, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Während es im Jahr 2001 rund 550.000 solcher Verträge gab, waren es im vergangenen Jahr 1,3 Millionen, wie aus Angaben des zur Bundesagentur für Arbeit gehörenden Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) für eine Bundestagsanhörung am Montag in Berlin hervorgeht und über die zuvor die „WAZ“ berichtet hatte. Der Anteil der sachgrundlosen Befristungen an allen befristeten Arbeitsverträgen stieg damit von 32 auf 48 Prozent im Jahr 2013.

Besonders verbreitet sei die Befristung ohne Sachgrund im Groß- und Einzelhandel und im verarbeitenden Gewerbe, gab das IAB an. In der Landwirtschaft und den öffentlichen und sozialen Dienstleistungen spiele sie hingegen eine untergeordnete Rolle. Oftmals sei ein befristeter Arbeitsvertrag ein „Sprungbrett in unbefristete Beschäftigung“, erklärte das IAB. Es gebe „deutliche Hinweise“ auf eine solche .

Das IAB nahm Stellung zu einem Gesetzentwurf der Linken, der am Montag im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales mit Sachverständigen diskutiert werden sollte. Die Linke will die sachgrundlose Befristung abschaffen.

Das IAB erklärte dazu, es sei „wenig wahrscheinlich“, dass eine Abschaffung „zu einer deutlichen Erhöhung unbefristeter Einstellungen“ führe. Es sei denkbar, dass Unternehmen stattdessen „verstärkt Befristungen mit Sachgrund sowie alternative Beschäftigungsformen wie Leiharbeit oder freie Mitarbeit ausweichen“. Zudem könne das Risiko bestehen, „dass sich Arbeitgeber bei Einstellungen zurückhalten“.

Grundlage der IAB-Daten ist das sogenannte Betriebspanel. Dabei befragt das Institut regelmäßig rund 16.000 Betriebe, die für die deutsche Wirtschaft repräsentativ sind.

Von

afp

Kommentare (1)

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17.03.2014, 15:26 Uhr

"Oftmals sei ein befristeter Arbeitsvertrag ein „Sprungbrett in unbefristete Beschäftigung“, erklärte das IAB. Es gebe „deutliche Hinweise“ auf eine solche ."

Nun ja, die Sachgrundlose Befristung ist ja auch in der Zeitarbeit nichts Außergewöhnliches mehr. Meine erste Befristung bei einer Firma die mit Ra... anfängt, betrug 6 Monate. Danach bekam ich eine weitere Befristung vom 18.10.-23.12., die dritte Befristung lief bis zum 28.02. und jetzt bin ich draußen, weil eine neue Befristung nicht mehr möglich gewesen wäre. Des Weiteren konnte man mir so die 107 Euro Weihnachtsgeld wieder abziehen. Diese Firma sucht der Zeit 5 Mitarbeiter in dem Beruf, in dem ich eingesetzt war. Auch meine Nachfrage hieß es: Der Auftraggeber will sie nicht. Blöd nur, das man mich dort gar nicht vorgestellt hat.

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