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26.01.2016

20:04 Uhr

Online-Banking

BGH stärkt Verbraucher bei strittigen Überweisungen

Bankkunden, von deren Konten ohne ihr Wissen Überweisungen in Auftrag gegeben werden, haben künftig bessere Chancen ihr Geld zurückzubekommen. Der Bundesgerichtshof hat ihre Position beim Online-Banking gestärkt.

Eine Bankkundin führt mit einem TAN-Generator und ihrer Bankcard eine Überweisung per Onlinebanking durch. dpa

Online-Banking

Eine Bankkundin führt mit einem TAN-Generator und ihrer Bankcard eine Überweisung per Onlinebanking durch.

KarlsruheDer Bundesgerichtshof hat die Position von Bankkunden beim Online-Banking gestärkt. Die Karlsruher Richter formulierten in ihrem Urteil vom Dienstag hohe Anforderungen für den Fall, dass streitig ist, ob der Kontoinhaber selbst oder eine andere Person ohne sein Wissen eine Überweisung in Auftrag gegeben hat.

Auch wenn alles so aussieht, als ob sich der Kunde mit gültiger PIN- und TAN-Nummer identifiziert hat, muss demnach geklärt sein, dass das Sicherungssystem zum Zeitpunkt der Überweisung unüberwindbar war, ordnungsgemäß angewendet wurde und fehlerfrei funktioniert hat. Dem Kontoinhaber darf auch nicht einfach grob fahrlässiges Verhalten unterstellt werden, wie es in einer Mitteilung des Gerichts heißt.

Im konkreten Fall hatte es im Online-Banking-System der Hamburger Sparkasse 2011 Störungen gegeben – aus ungeklärten Umständen wurden einem Fitnessstudio insgesamt knapp 240.000 Euro überwiesen. Bevor die Bank das Geld zurückbuchen konnte, wurde ein Großteil der Summe vom Geschäftskonto des Fitnessstudios an einen Rechtsanwalt transferiert.

Ausgewählte Banking-Apps im Schnelltest

Number26 (iOS und Android)

Kerngeschäft: Eigenes Girokonto mit Kreditkarte. 
Anmeldung und Nutzung: Einfach anmelden funktionierte hier in den ersten Monaten nicht. Anfangs wurde der Interessent zunächst auf eine Warteliste gesetzt - noch bis September 2015 gab es diesen Umweg. Die eigentliche Anmeldung läuft unkompliziert. 
Pro: Schnelle Zusendung der Kreditkarte. Gutes Sicherheitsmerkmal: Nach jeder Transaktion mit der Number26-Karte erhält man eine Push-Meldung auf das Smartphone.
Kontra: Kreditkarte statt Debit-Karte, daher fallen beim Einsatz der Karte häufig Gebühren an. In der App gibt es keine Verknüpfung mit anderen Konten.

Finanzblick (iOS und Android)

Kerngeschäft: Mobile Banking mit Fokus auf Haushaltsübersicht.
Anmeldung und Nutzung: Man verknüpft seine bestehenden Konten mit der App, gibt seine Online-Banking-Zugangsdaten ein und kann direkt auf sein Konto zugreifen.
Pro: Automatische Kategorisierung der Ausgaben, die in einem Diagramm angezeigt werden, etwa "Öffentliche Verkehrsmittel". Die App funktioniert mit iOs, Android und im Web-Browser. 
Kontra: Häufiges Abfragen der Nutzerkennung dient zwar dem Datenschutz, verzögert aber die Nutzung.

Sparkasse (iOS und Android)

Kerngeschäft: Mobile Banking für Sparkassen-Kunden.
Anmeldung und Nutzung: Mit einem bereits vorhandenen Online-Banking-Konto der Sparkasse ist sowohl die Anmeldung als auch die Nutzung sehr einfach. Nachdem man seine Login-Daten eingegeben hat, funktioniert die App fast genauso wie die Internetplattform. 
Pro:Die App ist schnell installiert, durch die bekannte, klar strukturierte Optik fällt die Bedienung leicht. 
Kontra: Keine automatische Kategorisierung, der Nutzer kann seine Ausgaben nur manuell in Kategorien einteilen.

Outbank (iOS)

Kerngeschäft: Mobile Banking mit Fokus auf Haushaltsübersicht. 
Anmeldung und Nutzung: Die Anmeldung funktioniert ähnlich wie bei den anderen Überblick-Apps: Man verknüpft seine Konten und legt ein Passwort fest. 
Pro: Das Passwort kann bei einem aktuellen iPhone durch Touch-ID - also durch Erkennung des Fingerabdrucks - ersetzt werden. Das ermöglicht ein schnelles Wechseln zwischen verschiedenen Apps. Im Bereich "Offline-Konten" können ergänzend Barausgaben eingetragen werden. 
Kontra: Monatliche Kosten in Höhe von 0,99 Euro oder jährlich 8,99 Euro.

Star Money (iOS, Android, Windows)

Kerngeschäft: Mobile Banking mit Fokus auf Haushaltsübersicht.
Anmeldung und Nutzung: Unmittelbar nach der Anmeldung kann man seine Konten mit der App verknüpfen und mit Passwort darauf zugreifen.
Pro: Die Ausgaben werden automatisch in einem Haushaltsbuch kategorisiert. Zudem kann der Nutzer auch Barausgaben in Kategorien einteilen. Ein- und Ausgaben werden in Grafiken angezeigt, sobald man das Smartphone dreht. 
Kontra: Kosten: 4,99 Euro.

Über die dafür eingesetzte PIN- und TAN-Nummer verfügte der Geschäftsführer des Studios. Die Sparkasse fordert von ihm das Geld samt Zinsen zurück und hatte damit in den Vorinstanzen Erfolg. Nun muss das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht den Fall neu verhandeln und entscheiden. (Az. XI ZR 91/14)

Von

dpa

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