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27.05.2013

16:57 Uhr

Online-Bezahldienst

Verbraucherschützer verklagen Paypal

Wegen intransparenter Vorgänge bei der Prüfung von Kundenkonten ist gegen den US-Riesen ein Verfahren eingeleitet worden. Im Wettbewerb mit mobilen Bezahlsystemen tritt der Dienstleister gerade mit einer neuen Werbekampagne an.

Paypal ist bei der Online-Auktionsplattform eBay die bevorzugte Zahlungsmethode. Reuters

Paypal ist bei der Online-Auktionsplattform eBay die bevorzugte Zahlungsmethode.

BerlinWegen unklarer Vertragsklauseln hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) den im Online-Handel viel genutzten Bezahldienst Paypal verklagt. Die Zulässigkeit von zehn Klauseln müsse gerichtlich geklärt werden, bestätigte eine Sprecherin des vzbv am Montag einen Bericht der „Berliner Zeitung“.

Der Verband hatte den Angaben zufolge im vergangenen Jahr 20 Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) beanstandet. Das Unternehmen habe nur für die Hälfte eine Unterlassungserklärung abgegeben, erklärte der vzbv. Deshalb sei Klage beim Landgericht Berlin eingereicht worden. Das Verfahren laufe schon seit März. Wann eine Entscheidung falle, sei unklar.

Paypal wollte sich am Montag unter Verweis auf „möglicherweise“ bevorstehende Gerichtsverfahren zu Details nicht äußern. Das Unternehmen arbeite aber ständig daran, die AGB und Leistungen „so nutzerfreundlich wie möglich“ zu gestalten, erklärte ein Paypal-Sprecher in München. Nach der Beanstandung durch den vzbv im vorigen Jahr habe Paypal Änderungen an den AGB vorgenommen.

Nach eigenen Angaben hatte der vzbv wiederholt Hinweise bekommen, dass Kundenkonten aus nicht nachvollziehbaren Gründen geschlossen worden seien. „Daraufhin haben wir uns das umfängliche Vertragswerk vorgenommen“, sagte die Sprecherin. Dabei seien „sehr offene und intransparente“ Klauseln gefunden worden, die für den Verbraucher „nicht abschätzbar“ seien.

Shoppen via Facebook

Zahlen zum Zusatzmarkt

Das Berliner Unternehmen Ondango hat im vergangenen Dezember 4000 Bestellvorgänge ausgewertet, die mit Hilfe ihrer Software-Lösung direkt auf Facebook zustande kamen.

Zusätzlicher Kanal

Es ist zwar kein Massengeschäft. Aber Facebook-Seiten, auf denen der komplette Einkaufs- und Bestellvorgang abgewickelt werden kann, können zusätzliche Erlöse bringen. Und zwar ohne, dass es zwischendrin auf die eigentliche Unternehmenshomepage geht.

Männer in der Überzahl

Bei den Einkäufen besteht laut Ondango-Studie ein erhebliches Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern: Fast 65 Prozent der Bestellungen wurden von Männern ausgeführt.

Testfreudig

Ondango vermutet, dass Männer eher bereit sind, die neuen Möglichkeiten im Internet auszuprobieren – und sieht deshalb noch erhebliches Potential beim Werben um weibliche Internetnutzer.

Die Uhrzeit entscheidet

Auch hier klicken die Geschlechter verschieden: Männer schlagen laut der Auswertung am häufigsten um 15 Uhr zu, Frauen dagegen um 19 Uhr.

Unterschiede beim Kaufverhalten

„Männliche Nutzer erledigen ihre Käufe eher nebenbei, während Frauen sich für ihre Einkäufe im Netz mehr Zeit nehmen“, urteilt Ondango.

Paypal bei geringem Gesamtwert

Je geringer der Warenwert, desto eher waren die Nutzer bereit, per Sofortüberweisung oder Paypal zu bezahlen.

Kauflust bei Nachnahme

Wurde per Nachnahme oder Rechnung bezahlt, schnellte der Warenwert um bis zu 70 Prozent nach oben.

Vielfalt steigert Kauflust

Viele verschiedene Zahlungsverfahren anzubieten, empfiehlt das Unternehmen daher Seitenbetreibern – so sinkt die Hemmung beim Kunden.

Wochentage variieren

Die meisten Einkäufe fanden keinesfalls am Wochenende statt, sondern am Dienstag (bei Frauen) oder am Donnerstag (bei Männern). Zwischen oder nach der Arbeitszeit schlägt der Nutzer am häufigsten bei neuen Angeboten zu.

Höhere Ausgaben am Wochenende

In der Freizeit wird weniger geshoppt – aber dafür großzügiger: Der durchschnittliche Einkaufskorb war am Samstag 46 Euro wert, zwischen Montag und Donnerstag dagegen nur 38 Euro.

Paypal ist ein Tochter-Unternehmen des US-Internetkonzerns Ebay, der die bekannte gleichnamige Auktions- und Kaufplattform betreibt. Paypal dient als eine Art Zwischenstation. Es bucht das Geld des Käufers vor der Überweisung an Händler auf ein Zwischenkonto und behält sich dabei Prüfungen bei Sicherheitsbedenken vor.

Der Verbraucher wisse aber nicht, wann eine Prüfung erfolge und wie lange eine Zahlung offen sei, obwohl gegenüber dem Händler eine Zahlungspflicht bestehe, sagte die Sprecherin des vzbv. „Die Klauseln müssen transparenter gemacht werden, damit Verbraucher wissen, warum eine Zahlung erst einmal zurückgehalten wird“.

Einer Studie im Auftrag des vzbv zufolge fehlt den meisten Deutschen das nötige Grundwissen für sicheres Online-Shopping. Nur etwa ein Fünftel (22 Prozent) habe in einem Test sämtliche diesbezügliche Fragen beantworten können, teilte der Verband am Montag mit.

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Bei der repräsentativen Untersuchung der Universität Friedrichshafen wurden per Online-Fragebogen neun Fragen zu Verbraucherrechten, Sicherheitsaspekten und anderen Bereichen gestellt. Laut vzbv müssten alle richtig beantwortet werden können, um sich beim Online-Shopping sicher zu bewegen. Dies sei aber nur einer Minderheit gelungen. So hätten nur Dreiviertel (73 Prozent) gewusst, dass eine sichere Verbindung durch das Kürzel „https“ in der Browser-Adresszeile und ein geschlossenes Schloss-Symbol angezeigt werde.

Von

afp

Kommentare (8)

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popo

27.05.2013, 12:54 Uhr

Paypal is aber echt so ein Haubentaucherverein, dass alles zu spaet ist.
Vor ca. 3 Jahren, hatte ich folgendes Geplaenkel mit Paypal:
1. Ich kaufte einen Computer ueber Ebay, bezahlte mit Paypal, Kaufpreis war um die 500 Euro.
2. Die Lieferadresse (die auf dem Kaufvertrag steht), war abweichend damals von meiner Heimadresse, allerdings interessierte dass den Haendler nicht, der dass an meine Heimadresse schickte, wo eine mir unbekannte Person eine unleserliche Unterschrift dafuer hinterliess
3. In Zusammenarbeit mit dem Lieferservice, und meinen Nachbarn fand ich dann heraus, dass in dem 7-stoeckigen Haus indem ich lebe, die Ware auf dem Stockwerk H sein soll... (wtf?)
4. Das Ganze ging dann so weiter, der Haendler verwies an Paypal, Paypal an den Lieferanten, der Lieferant wiederum an den Händler.
5. Nachdem ich mich mit Ebay kurzgeschlossen habe und die mir (und Paypal) bestaetigt haben, dass die Ware ohne mein Verschulden verloren ging, und ich daher mein Geld erstattet bekommen muss, sperrt Paypal meinen Account, der bis heute noch geschlossen ist. Emails werden ignoriert und bei Anrufen werd ich immer in Endlosschleifen weitergereicht.

Also lange Story kurz:
Paypal bietet KEINEN Käuferschutz, es ist ein komplett unnuetzes Produkt, dass es zu boykottieren gilt

Palpay

27.05.2013, 13:31 Uhr

Paypal versucht so viel wie möglich Geldströme auf sich umzulenken um sie dann von der Investmentbank Morgan Stanley in Frankfurt so lange wie möglich zu blockieren und an jedem Vorgelagerten (zB Einstelltools Ebay) oder Ebay nachgelagerten Prozess (Bezahlung, Versand) noch Geld zu verdienen, um aus einem 1 Euro Verkauf auch ein Euro Wert zu schöpfen. Rechnen Sie mal die Gebühr zusammen von drei Prozessen für einen Verkauf. Paypal hat sich vor Jahren eine engl. Banklizenz besorgt, die auch dortigem - laxen - Recht unterliegt. Verklagen Sie mal diese "Bank". Ist wie ein gekaufter Doktortitel, unseriös zur Suggerierung falscher Werte und weisser Weste. try http://www.paypalsucks.com/ - immer mehr wenden sich von Ebay ab, die Umsätze stagnieren, nur Shareholdervalue-Denke!

Datenschutzbermuda-bei-Paypal

27.05.2013, 13:35 Uhr

Paypal hat auch massive Probleme Datenschutzauskünften Folge zu leisten!

Im Service Bereich bearbeiten diese Anfragen "Halbprofis", die wahrscheinlich ausser dem Kopieren von Textbausteinen, noch nie etwas von Dazenschutz gehört haben.

Der Datenschutzbeauftragte sitzt in Luxemburg, Auskünfte muss man in Irland erfragen und Paypal weiß intern nicht mal, ob deutsches Datenschutzrecht Anwendung findet.

Die Daten werden x-beliebig weltweit durch ServiceCenter, auf Servern etc. gespeichert und sind vermutlich für jeden, der bei oder für Paypal arbeitet voll umfänglich verfügbar. Problematisch wird es dann, wenn Mitarbeiter und ServiceDienstleister ihre Mitarbeiter Datenschutzerklärungen unterzeichnen lassen, aber keine regelmäßigen Schulungen erfolgen.

Kurzum - ein Kreditinstitut wie Paypal erfüllt die strengen Anforderungen an den Datenschutz meines Erachtens so nicht.

Hier sollte mal genauer hingeschaut werden!

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