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04.05.2015

18:09 Uhr

Paypal ändert seine AGB

Daten für alle

VonChristof Kerkmann

Paypal will von Juli an seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen ändern. Die Nutzer müssen nicht einmal zustimmen. Das ist aus Sicht von IT-Rechtlern problematisch. Was Paypal mit den User-Infos machen kann.

Die Bezahl-App Paypal ändert ihre Geschäftsbedingungen. Die Nutzer müssen nicht einmal zustimmen. dpa

Paypal ändert seine AGB

Die Bezahl-App Paypal ändert ihre Geschäftsbedingungen. Die Nutzer müssen nicht einmal zustimmen.

DüsseldorfWer die Geschäftsbedingungen von Paypal liest, braucht neben juristischem Verständnis vor allem eines: viel Zeit. AGB und Datenschutzgrundsätze sind in der neuen Fassung zusammen rund 200 DIN-A4-Seiten lang. Die Auflistung der Änderungen, die das Unternehmen zum 1. Juli einführen will, summiert sich auf immerhin 42 Druckseiten. Kaum ein Nutzer wird sich die Mühe machen, diese Texte zu lesen.

Dabei würde es sich lohnen: Die Lektüre zeigt, mit wem Paypal alles zusammenarbeitet, von Zahlungsabwicklern über Daten-Broker wie Acxiom bis hin zu Web-Diensten wie Facebook und Twitter – ein spannender Einblick. Sie zeigt aber auch, dass einige Passagen gegen europäisches Datenschutzrecht verstoßen könnten. „Bedenklich ist die Vielzahl der verschiedenen Stellen, an die Daten weitergegeben werden – teilweise auch außerhalb der EU“, sagt der IT-Rechtler Carsten Ulbricht von der Kanzlei Bartsch in Stuttgart. Auch die Vielzahl der vorgesehenen Zwecke wie auch die Vielzahl der Daten sei problematisch.

Bezahlen per PayPal

Seit wann ist das Bezahlen mit Paypal in Deutschland möglich?

Das Bezahlen mit Paypal ist seit 2004 in Deutschland möglich.

Was kostet die Zahlung per Paypal?

Die Anmeldung bei Paypal ist für den Kunden kostenlos. Die Gebühren für den Einkauf trägt in der Regel der Verkäufer. Laut EHI Payment Studie verlangen 19 Prozent der Händler im Jahr 2014 für diese Bezahlmethode einen Preisaufschlag. Gebühren können auch für Zahlung in Fremdwährung anfallen: https://www.paypal.com/de/webapps/mpp/ua/useragreement-full?locale.x=de_DE#8

Wie viele Kunden sind in Deutschland registriert?

In Deutschland liegt die Zahl der aktiven Kunden bei 15 Millionen. Weltweit gibt es 148 Millionen aktive Kundenkonten. Weltweit gibt es 148 Millionen aktive Kundenkonten.

Wie viele Online-Händler bieten das Zahlungsverfahren an?

In Deutschland bieten 50.000 Online-Händler Paypal als Bezahloption an. Laut einer Studie von EHI bieten 82 Prozent der Top 1.000 Online-Händler ihren Kunden das Bezahlen per Paypal an.

Details zum Nutzungsverhalten?

Eine Auswertung nach Produkten nimmt Paypal nicht vor. Auch zu den durchschnittlich per Paypal bezahlten Warenwerten gibt es keine Angaben.

Im schnelllebigen Internetgeschäft überarbeiten viele Firmen ihre Geschäftsbedingungen regelmäßig, so auch Paypal. Hinzu kommt ein konkreter Anlass: „Aufgrund der Tatsache, dass Paypal und Ebay demnächst nicht mehr zur gleichen Unternehmensgruppe gehören werden, sondern als unabhängige Unternehmen agieren, fallen die jetzt angekündigten Änderungen ausführlicher aus als sonst“, teilt der Dienstleister auf Anfrage mit. Der aktivistische Investor Carl Icahn hatte zuvor die Aufspaltung vehement gefordert, im dritten Quartal soll es so weit sein.

Einige Änderungen beziehen sich tatsächlich auf neue Produkte. So führte das Unternehmen Ende Februar in Deutschland Paypal Plus ein – kleine Online-Händler können damit vier Bezahlmethoden aus einer Hand anbieten, neben der Paypal-Zahlung auch Lastschrift, Kreditkarte und demnächst auch Rechnung.

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So weit, so unproblematisch. Die bereits geltenden Regeln wie auch die Neuerungen enthalten jedoch Passagen, die Juristen aufhorchen lassen. So versichert Paypal zwar, nur „sehr eingeschränkt“ Daten gegenüber anderen Unternehmen oder Behörden offenzulegen. Die Tabellen mit der Übersicht, wer in welchem Land was darf, füllen dann aber 46 Seiten. Dass der Bezahldienstleister sich bei Identitätsfeststellung und Bonitätsauskunft helfen lässt, überrascht nicht. Eher schon, dass er mit Acxiom zusammenarbeitet, „um zusätzliche Benutzerinformationen zu sammeln und Marketingkampagnen besser ausrichten zu können“. Der Daten-Broker verspricht einen „360-Grad-Blick“ auf Kunden. Paypal lässt sich außerdem genehmigen, Nutzern anhand ihrer E-Mail-Adresse bei Facebook und Twitter zu identifizieren und ihnen gezielt Werbung zu zeigen. All das will sich der Online-Dienst pauschal genehmigen lassen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

04.05.2015, 19:54 Uhr

wie immer: am besten kündigen. Ich war noch nie bei diesem Verein. Schon allein weil "sicheres bezahlen" allein rein interpretationsmäßig vorhanden ist. Und schon mal aus Prinzip bei diesen ganzen Online-Vorkassehändlern: wer sagt denn das ich als Kunde nicht "beschixxen" werde wenn der Händler Morgen Pleite ist. Irgendwie wird immer davon ausgegangen das der Kunde der "böse" Zahler ist...ich finde "man" lässt sich im Netz viel zu viel auf´s Auge drücken.

G. Nampf

05.05.2015, 12:10 Uhr

@chris sänger

Richtig.

Nur: Meistens siegt die Bequemlichkeit über den Verstand. Ist ja auch alles soooo easy und toll.

Daß Bequemlichkeit immer mit Freiheitsverlust bezahlt wird, ist ohnehin ein Gedanke, der für die meisten Nutzer zu komplex ist.

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