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28.04.2014

06:19 Uhr

Prokon

Visionen unter grünen Freunden

VonLisa Hegemann

Wenn es nach den „Freunden von Prokon“ geht, soll die Windkraftfirma als Genossenschaft weiterleben. Doch dafür fehlt es nicht nur an überzeugten Gläubigern. Ein Ortsbesuch.

Prokon-Anleger bei der Veranstaltung der „Freunde von Prokon“ im Brauhaus „Em Kölsche Boor“ in Köln. Sie hoffen darauf, ihr Geld noch irgendwie retten zu können.

Prokon-Anleger bei der Veranstaltung der „Freunde von Prokon“ im Brauhaus „Em Kölsche Boor“ in Köln. Sie hoffen darauf, ihr Geld noch irgendwie retten zu können.

KölnZu allem Überfluss streikt dann auch noch die Lautsprecheranlage. Im Brauhaus „Em Kölsche Boor“ macht sich Galgenhumor unter den Prokon-Anlegern breit. Sie sind gekommen, weil sie hoffen, ihr Geld noch irgendwie retten zu können. Und dann läuft nicht einmal der Verstärker.

Bei Prokon funktioniert vieles nicht mehr so wie früher. Der Chef ist weg, die Rendite ist weg – und möglicherweise eben auch das angelegte Geld der 170 Menschen, die sich an diesem Abend in Köln treffen. Doch zumindest das Geld wollen die „Freunde von Prokon“ noch retten. Wenn es denn irgendwie geht.

Die „Freunde von Prokon“, das sind die Organisatoren dieses Treffens. Der Verein zählt knapp 7000 Mitglieder. Noch bis kurz vor der Insolvenz warb die Gruppe dafür, dem Unternehmen die Treue zu halten. Die Wortführer: unverbesserliche Prokon-Fans. Der Leitspruch: „Wir haben Lust auf eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen.“ Der Rettungsplan: weltfremd. Die Erfolgsaussichten: gering.

Im rustikalen, biergeschwängerten Ambiente geht es heute auf Mitgliederjagd. An einem kleinen Tisch vorne: der Vereinsvorsitzende Wolfgang Siegel. Er ist Psychotherapeut und schreibt auf seiner Internetseite: „Mein Herz brennt für alles, was ein Leben gut macht.“ Neben ihm sitzen Pressesprecher Rainer Doemen, ein Finanzbeamter aus Remagen, und Reinhild Müller-Heinrich, die Leiterin der Regionalen Gruppen des Vereins. Ihr Job ist pure Knochenarbeit. Wenn sie nicht genügend Leute überzeugen können, dürfte ihr waghalsiger Rettungsplan scheitern.  

Prokon in Zahlen

Rahmendaten

Gegründet 20. Oktober 1995, beschäftigt Prokon 1306 Mitarbeiter (Stand: Oktober 2013). Zum Portfolio gehören 314 Windparks.

Genussrechtinhaber

75.115

Genussrechtkapital

Knapp 1,4 Milliarden Euro

Gezahlte Zinsen

300,4 Millionen Euro (per 31. Oktober 2013).

Verlust

209,9 Mio. Euro (per 31. Oktober 2013)

Seit der Windanlagenhersteller Prokon Insolvenz angemeldet hat, bangen rund 75.000 Genussrechteinhaber um ihr Geld, rund 1,4 Milliarden Euro. Im Mai soll voraussichtlich das Insolvenzverfahren eröffnet werden, für Juni ist eine Gläubigerversammlung geplant.

Für den Verein zählt vor allem eins: Dass Prokon bestehen bleibt. Von einem Teilverkauf der Windkraftanlagen halten sie nichts. „Die Heuschrecken verkaufen unsere Anteile mit dreifachem Gewinn“, sagt der Vorsitzende Wolfgang Siegel, ein Mann mit runder Brille und weißem Haarkranz. „Wir halten Prokon nicht für wertlos.“

In der Welt der „Freunde von Prokon“  behalten alle Genussrechteinhaber ihre Anteile an dem Unternehmen und verhindern so Notverkäufe, die die Anteile noch stärker sinken lassen würden. Es ist ein hoffnungsvolles Szenario in einer nahezu hoffnungslosen Situation.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

28.04.2014, 08:37 Uhr

Was ist denn das für ein Artikel ! Inhaltlich schwach, dafür voller Überheblichkeit.

Erwartet hätte ich eine Analyse der Finanzsituation und dr daraus resultierenden Möglichkeiten für die Anleger.

Ist es schlecht, wenn sich Menschen für eine Sache begeistern ?

Die Sicht der Prokonanleger kann ich nachvollziehen: Wird Prokon filletiert, dann werden andere daraus Gewinn schlagen. Lieber Autor, warum soll das den Prokon-Anlegern nicht gelingen ?

Nochmals: Einfach ein schwacher Artikel.

Account gelöscht!

28.04.2014, 09:29 Uhr

Nicht nur Prokon hat auf eine perfide uns asoziale Masche seine Investoren und deutsche Bürger abgezockt, sondern die ganze Erneuerbaren Energiebranche (Energiewende) ist eine reine Abzocke von deutschen Bürgern, Stromverbrauchern und sehr vielen Unternehmen/Gewerbetreibenden!
Erneuerbare Energien = Abhängig von den Launen der Natur und damit komplett unwirtschaftlich!
Ein Kraftwerkmixpark aus Kohle, Gas und Uran = Unabhängig von den Launen der Natur und damit überlebenswichtig für eine IT-Industrie-Wohlstandsgesellschaft und damit für unseren sozialen Volkswohlstand!
Kraftwerke (Kohle,Gas und Uran) = Volks-Wohlstandsvermögen! Diese Kraftwerke werden gerade durch die Merkel-Ethik-Energiewende per EEG an die Wand gefahren! Die Erneuerbaren Energien sind per Zwangs-Subventions-Abgabengesetz EEG die Vollstrecker dieser Vernichtung von Volksvermögen und sozialen Wohlstand in Deutschland.
Prokon ist ja nur ein Wohlstands-Volksvermögensvernichtendes Beispiel dieser GRÜNEN Merkel-Ethik-Energiewende. Genauso gut kann Solarworld, mit seiner seit zwei Jahren verschleppenden und anhaltenden Insolvenzverschleppung stehen.
Selbst Gabriel, Energie- und Wirtschaftsminister hat es bei einen Termin von SMA-Solar ausgesprochen....
DIE ENERGIEWENDE IST GESCHEITERT! Und damit sollte sich jeder Prokon-Investor der Realtiät stellen und aus dieser GRÜNEN ÖKO-Abzockerstrom Traumwelt aufwachen.

Account gelöscht!

28.04.2014, 09:39 Uhr

Den Freunden von Prokon dürfte es darum gehen, wer die Macht im Gläubigerausschuss hat. Dieser Ausschuss entscheidet über die Zukunft der Insolventen Prokon GmbH. Die Vermögenswerte sind in der Insolventen Prokon GmbH gefangen. Vermutlich werden die unrentablen Teile von Prokon abgewickelt, und mit den Rest will Prokon weiter machen. Die Anleger dürfte m.M. weniger als 50% von ihren eingezahlten Geld wiedersehen.

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