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08.12.2014

10:06 Uhr

Promotion

Kein Kindergeld auf dem Weg zum Doktortitel

VonPaul Lauer

Wenn ein junger Erwachsener nach dem Studium promoviert und an der Uni als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeitet, ist das keine Ausbildung mehr. Für die Haushaltskasse der Eltern hat dieses Urteil ungünstige Folgen.

Promotion und Kindergeld? Das passt nach Ansicht des Finanzgerichts Münster nicht zusammen. dpa

Promotion und Kindergeld? Das passt nach Ansicht des Finanzgerichts Münster nicht zusammen.

DüsseldorfAuch, wenn sie streng genommen gar keine Kinder mehr sind – junge Leute können noch bis zum 25. Lebensjahr und trotz abgeschlossener Berufsausbildung oder Studium Kindergeld beanspruchen. Das gilt, wenn sie auf einen weiteren Ausbildungsplatz warten, sich in einer weiteren Ausbildung oder der Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungen befinden.

Gehen sie dabei einer Erwerbstätigkeit nach, wird das Kindergeld nur unter folgenden Voraussetzungen gezahlt:

  • Es handelt sich um Einkommen aus einem Ausbildungsverhältnis (Ausbildungsvergütung).
  • Es handelt sich um Einkommen aus einer geringfügigen Beschäftigung (450-Euro-Job).
  • Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit überschreitet 20 Stunden nicht.

In einem aktuellen Streitfall hatte der Sohn des Klägers nach Abschluss seines Lehramtsstudiums mit dem ersten Staatsexamen eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Universität angenommen. Daneben ging er einem Promotionsvorhaben nach, für das er laut Anstellungsvertrag ausreichend Zeit bekommen sollte.

Als das Landesamt für Besoldung und Versorgung davon erfuhr, hat es das Kindergeld gestrichen. Dagegen klagten die Eltern mit der Begründung, dass die Tätigkeit für die Universität ein Ausbildungsdienstverhältnis mit Blick auf das Berufsziel Hochschullehrer darstelle. Hierfür seien sowohl der Abschluss der Promotion als auch die Dozententätigkeit zwingend erforderlich.

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