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04.07.2012

10:31 Uhr

Provisionen

„Abzocke in der PKV kann weitergehen"

VonThomas Schmitt, Michael Detering, Thomas Ludwig

Scharfe Kritik an den neuen EU-Richtlinien zum Anlegerschutz kommt vom Europa-Abgeordneten der Grünen, Sven Giegold. Vor allem Vermittler in der privaten Krankenversicherung würden davon profitieren.

Europa-Abgeordneter der Grünen: Sven Giegold. dpa

Europa-Abgeordneter der Grünen: Sven Giegold.

DüsseldorfEigentliche wollte die EU den Anlegerschutz stärken - doch bei der gestern vorgestellten Finanzvermittlerrichtlinie IMD liegt der Verdacht nahe, dass sich die Versicherungslobby durchgesetzt hat. Im Rahmen der Versicherungsvermittlung sei am Dienstag eine Großchance vertan worden, reagierte der wirtschafts- und finanzpolitische Sprecher der Grünen im Europaparlament, Sven Giegold, auf die Vorlage von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier.

Reizthema sind vor allem die Provisionen von Versicherungsverkäufern. „Provisionen werden in dem vorgestellten Text aber nur unabhängigen Beratern verboten. Alle anderen müssen nicht mal den Provisionsbetrag offen legen, sondern nur die Basis der Provisionsberechnung“, kritisierte Giegold.

Das Ergebnis werde wie im klassischen Anlagebereich auch sein, dass Vermittler nicht die Produkte vermittelten, die gut für die Versicherten sind, sondern solche, an denen sie selbst am besten verdienen, fürchtet er. In der Vergangenheit habe man vor allem im Rahmen von klassischen Anlageprodukten gesehen, wie sehr Provisionen die Qualität der Beratung zu Lasten von Verbrauchern beeinflussten. Für alle Produkte außerhalb der klassischen Lebensversicherung habe die Versicherungslobby sogar eine Transparenzpause von fünf Jahren durchgesetzt. „Die Verbraucherabzocke in der Privaten Krankenversicherung mit hohen Vermittlungsgebühren kann somit weitergehen“, lautet sein Fazit.

Die privaten Krankenversicherer schützen in Deutschland rund neun Millionen Menschen, rund 70 Millionen sind in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Wegen überbordender Provisionszahlungen an Vermittler sind die privaten Versicherer in die Kritik und ins Visier der Politik geraten. Vor allem die Insolvenz des Finanzvertriebs MEG und das außergewöhnliche Verhalten des ehemaligen MEG-Chefs Mehmet Göker haben vielen in Berlin plastisch vor Augen geführt, was bei der Vermittlung von privaten Krankenversicherungen alles schief laufen kann. Seit diesem Jahr gelten Obergrenzen für Provisionszahlungen in der PKV. Doch Verbraucherschützer fürchten, dass sich auch künftig viele Versicherungsverkäufer mehr an den zu erwartenden Provisionen als am Interesse des Kunden ausrichten.

Göker-Film vor Gericht: Eine Versicherung, ein Lob und die Scham

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Eine Versicherung, ein Lob und die Scham

Der Versicherungsverkäufer Mehmet Göker hat die Geldgier vieler Versicherungen öffentlich gemacht. Das ist manchem Ex-Partner peinlich. Die Alte Leipziger möchte daher acht Sekunden Lob über Göker für immer löschen.  

Die von der EU-Kommission geplanten Regeln zur Offenlegung der Provisionen von Versicherungsvertretern werden dementsprechend von Verbraucherschützern als nicht weit genug kritisiert. Vermittler und Versicherer halten die Neuregelung auf EU-Ebene dagegen für überflüssig. "Wir bedauern, dass die Regelung zur Offenlegung der Provisionen im derzeitigen Entwurf ihren Niederschlag gefunden hat", sagte Michael Heinz, Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK).

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier hatte gestern in Brüssel seinen Entwurf zur Überarbeitung der Finanzvermittlerrichtlinie IMD vorgelegt. "Nach der größten Finanzkrise der jüngeren Vergangenheit muss sich der Finanzsektor die Interessen der Verbraucher stärker zu Herzen nehmen", sagte Barnier.

So verdiente Mehmet Göker mit Provisionen Millionen

Der Insolvenzbericht

„Bericht zur ersten Gläubigerversammlung

im Insolvenzverfahren MEG AG

Amtsgericht Kassel Az. 661 IN 381/09

vorgelegt vom Insolvenzverwalter

Dr. Fritz Westhelle

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Insolvenz- und Arbeitsrecht“

Quelle: Insolvenzbericht

Im Alter von 24 Jahren ging alles los

Mehmet Göker wurde am 2. April 1979 geboren. Die Ursprünge der MEG gehen auf ein Einzelunternehmen zurück, das durch nach seiner Ausbildung zum Versicherungskaufmann bei der DKV am 01.04.2003 gegründet wurde. Er firmierte unter der Bezeichnung “MEG Versicherungsspezialist e. K.“ und übte laut Handelsregistereintragung die Tätigkeit als Makler von Versicherungen und Bausparverträgen aus.

So verdiente Göker sein erstes Geld

Das Geschäftsmodell war anfangs so: Die für Göker tätigen, selbständigen Vermittler erwarben Kundenkontakte bzw. Kundendaten („Leads“). Dabei handelt es sich um Kundendaten speziell aus den Bereichen Versicherungen, Finanzierungen und Geldanlagen, die von diesen Vertriebsagenturen insbesondere auf Internetplattformen generiert werden.

Der jeweilige Mitarbeiter reichte den Antrag bei der MEG e. K. ein. Danach floss - je nach den vereinbarten Konditionen mit dem Versicherer - die Abschlussprovision an die MEG e. K. In der Regel verblieben zwischen 25 - 35 Prozent der Provision eines jeden Vertrages bei der MEG e. K.

Umsatz und Gewinn sind zunächst noch mager

Umsatzerlöse erstes Halbjahr 2003: gut 77.000 Euro, Gewinn: ca. 24.000 Euro.

Bilanz für 2004: Umsatz von ca. 109.000 Euro. Tatsächlich beliefen sich die vereinnahmten Provisionen auf ca. 513.000 Euro. Die Differenz hängt damit zusammen, dass die Provision im Verkauf von privaten Krankenversicherungen erst nach Ablauf einer Stornofrist von 12 Monaten endgültig verdient ist. Die Gewinn- und Verlustrechnung ergab einen Fehlbetrag in Höhe von gut 98.000 Euro.

Anfangs waren die Kosten niedrig

Bis Ende 2004 entwickelte sich das Geschäft der MEG e. K. positiv, zumal das Unternehmen gemessen an den Umsatzzahlen einen relativ geringen Kostenapparat hatte. Letztlich hielt jeder einzelne Vertriebsmitarbeiter den Kontakt zu dem Kunden und stand für Fragen zu dem jeweiligen Versicherungsvertrag zur Verfügung. Die MEG e. K. verfügte bereits in kurzer Zeit über eine feste Vertriebsstruktur. Es gab in der oberen Vertriebsebene einige Organisationsdirektoren, unter denen sich weitere Vertriebsmitarbeiter formierten, die zuvor von den Organisationsdirektoren angeworben wurden.

Nach zwei Jahren vergrößerte er MEG

Ende 2005 verfügte die MEG e. K. über gut 40 selbständige Mitarbeiter. Der Führungsstab wurde um mehrere Organisationsdirektoren erweitert, die selbst mindestens drei bis sechs neue Vertriebsmitarbeiter anzuwerben hatten. Nach Auskunft eines ehemaligen Vertriebsmitarbeiters habe bereits zu dieser Zeit die Qualität der Vertragsabschlüsse gelitten, da auch ungelernte selbstständige Mitarbeiter angeworben wurden.

 

MEG kauft den ersten Ferrari

Im Jahr 2005 flossen Provisionen von ca. 2,6 Millionen Euro. Es wurde ein Gewinn von knapp 52.000 Euro errechnet, demgegenüber lagen die Entnahmen des Inhabers, saldiert mit den Einlagen, bei ca. 490.000 Euro. 2005 wurde erstmals ein gebrauchter Ferrari zum Kaufpreis von 77.900 Euro angeschafft. Insgesamt wurden in diesem Jahr für ca. 178.000 Euro Investitionen in den Fuhrpark vorgenommen.

MEG bindet die Verkäufer stärker an sich

Die MEG e. K. bot den Vertriebsmitarbeitern Ende 2005 / Anfang 2006 die Möglichkeit an, die Leads direkt über die MEG e. K. zu erwerben. Die Beratung und der Verkauf der Versicherungen erfolgte in der Regel per Telefon, so dass die Kosten bei den Vertriebsmitarbeitern im Rahmen gehalten werden konnten. Neben der Vertriebsstruktur versuchte die MEG e. K. daneben auch, eine eigene Betriebsstruktur aufzubauen für Nachbereitung und Verwaltung der abgeschlossenen Verträge aufzubauen.

Als Aktiengesellschaft hebt MEG 2006 ab

Die MEG AG wurde am 13.07.2006 im Handelsregister des Amtsgerichts Kassel unter Nummer HRB 13995 eingetragen. Das Grundkapital betrug seinerzeit und bis zur Erstellung des Insolvenzberichts 50.000 Euro. Der Umsatz schnellt 2006 auf ca. 13,95 Millionen Euro hoch, vervielfacht sich also gegenüber den Einnahmen von 2,6 Millionen Euro im Vorjahr. Bei Gründung hatte die MEG AG ca. 40 Mitarbeiter, zum Jahresende 2006 waren über 150 Mitarbeiter beschäftigt. Von Ende 2007 bis Anfang 2008 gründete die Gesellschaft Zweigniederlassungen unter der glei-chen Firma in München, Bielefeld, Stuttgart, Würzburg, Hamburg und Cottbus. Später kamen noch hinzu Berlin, Düsseldorf-Ratingen, Frankfurt-Eschborn, Hannover, Lübeck und Mannheim. Geplant war die Eröffnung weiterer Standorte in Dortmund, Dresden, Frankfurt/Oder, Lüneburg und Nürnberg.

MEG erhält extrem hohe Provisionen

Der „Vertrieb“ war streng strukturiert und hierarchisch angelegt. Unterhalb des Vertriebsvorstandes waren Mitglieder des Vorstandes angesiedelt, die wiederum für eine bestimmte Zahl von Vertriebsdirektoren verantwortlich waren. Unterhalb der Vertriebsdirektoren waren „Orga-Direktoren“ angesiedelt, die eigene Vertriebstruppen von bis zu dreißig Vertriebsmitarbeitern führten. Die Entlohnung erfolgte von oben nach unten. Bei Abschluss eines Vertrages schüttet die jeweilige Versicherung bis zu 15 Monatsbeiträge als Abschlussprovision an die MEG AG aus. Durchschnittlich waren es ca. 14,43 Monatsbeiträge (bei Gewichtung der sechs sog. „Premium-Versicherungen“, mit denen die größten Umsätze erzielt wurden). Bei dem Vertriebsmitarbeiter, der für den Abschluss verantwortlich war, kamen hiervon bei selbständig Tätigen zwischen 6,5 und 8 Monatsbeiträgen an, bei angestellten Mitarbeitern zwischen 1,75 und 4,25 Monatsbeiträgen.

Staatsanwälte ermitteln wegen Scheinselbstständigkeit

2007 führte aus rechtlicher Sicht die aufgekommene Frage der Scheinselbständigkeit der für die Gesellschaft tätigen Vertriebsmitarbeiter zu wesentlichen Veränderungen innerhalb der Vertriebsstrukturen der Gesellschaft. Zu dieser Zeit waren ca. 300 Vertriebsmitarbeiter für die MEG AG tätig. Die Frage der Scheinselbständigkeit war letztlich auch Anknüpfungspunkt für die Strafverfolgungsorgane und Sozialversicherungsträger, Ermittlungsverfahren gegen die Verantwortlichen des Unternehmens wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und der Unterschlagung von Sozialabgaben einzuleiten. Dies führte im April 2007 zu Durchsuchungen des Firmengebäudes und auch von Privatwohnungen einzelner Vorstandsmitglieder und weitergehender Ermittlungen insbesondere gegen Mehmet Göker.

 

Geldstrafe für Göker

Am Ende des gegen Mehmet Göker insoweit eingeleiteten Strafverfahrens wurde er bei einem angenommenen täglichen Nettoverdienst von 1.000 Euro zu einer Gesamtgeldstrafe von 720.000 Euro verurteilt. Letztlich stellte die Rentenversicherung am Ende ihrer Ermittlungen fest, dass die von der Gesellschaft als Vertriebsmitarbeiter eingesetzten Personen deren Direktionsrecht unterlagen, in den Betrieb der Insolvenzschuldnerin eingegliedert und der Gesellschaft gegenüber weisungsgebunden waren.

Azubis verdienen nur, wenn sie verkaufen

Zu Beginn des Jahres 2008 hatte die MEG AG die meisten der bislang für sie selbständig tätigen Mitarbeiter nach und nach in abhängige Beschäftigungsverhältnisses übergeleitet. Die Konditionen mit den Mitarbeitern waren allerdings unterschiedlich vereinbart. So konnte zum Beispiel ein Mitarbeiter bei einem Grundgehalt von 4.000,00 EUR noch zusätzliche Einnahmen durch Provisionen erzielen. Auf diese Weise mussten sogar die Auszubildenden im Vertrieb ihre Ausbildungsgehälter „ins Verdienen bringen“. Wer also keine Provisionen erarbeitete, bekam letzten Endes nicht einmal seine Ausbildungsvergütung.

Versicherer zahlen satte Vorschüsse

Insbesondere durch vorschussweise ausbezahlte Provisionen einzelner Versicherungsgesellschaften in Millionenhöhe gelang es der MEG AG, sich als weiterhin wachsendes Unternehmen darzustellen. Die Vorauszahlungen auf noch abzuschließende Versicherungsverträge erfolgten bereits im Gründungsjahr der Gesellschaft im Jahr 2006, danach bis in das Jahr 2009 hinein jeweils zu Beginn eines Jahres.

So entwickeln sich Umsatz und Gewinn bis August 2009

Umsatzerlöse:

2006: 11,18 Millionen Euro

2007: 33,3 Millionen Euro

2008: 53,7 Millionen Euro

Bis August 2009: 48,5 Millionen Euro

 

Jahresüberschuss:

2006: - 2.294.333,59

2007: 280.589,82

2008: 3.118.472,94

Bis August 2009: -418.022,29

Göker braucht Geld

Sowohl die Mitarbeiter der MEG AG als auch die mit der MEG AG zusammen arbeitenden Versicherungsgesellschaften verloren immer mehr das Vertrauen in Herrn Göker, da er die Versprechungen, die er abgab, nicht einhielt. Hierneben äußerte der Aufsichtsrat immer deutlicher seinen „Unmut“ über die Alleingänge des Herrn Göker, da er trotz früherer Ermahnungen des Aufsichtsrats noch immer ohne die vorherige Zustimmung der zuständigen Organe Privatentnahmen vornahm. So wurden Privatentnahmen des Vorstandsvorsitzenden und Alleinaktionärs Göker verzeichnet in Höhe von ca. 1,3 Millionen Euro für die Begleichung privater Steuerschulden, 400.000 Euro für die Restzahlung der Türkeivillen und 100.000 Euro für Kreditkartenverbindlichkeiten aus einer Reise nach Las Vegas. Ferner wurden Erlöse aus Verkäufen von MEG - Fahrzeugen in Höhe von ca. 60.000 Euro an Göker privat bemängelt, ohne dass ein ordnungsgemäßer Kasseneingang vermerkt werden konnte.

Göker schmeißt hin

In dem Protokoll über die Sitzung des Aufsichtsrats vom 12.08.2009 wurde festgestellt, dass die MEG AG unter der Führung des Vorstandsvorsitzenden Göker zu lange Zeit zu großen Wert auf personelles Wachstum des Vertriebs und den bloßen Umsatz gelegt habe. Im Gegenzug sei es versäumt worden, die Qualität der Mitarbeiter und des Maklergeschäftes ausreichend zu beachten. Mit der Häufung von aufgedeckten Fällen der Urkundenfälschung trat die immer mehr zurückgehende Qualität der Leistungen der Vertriebsmitarbeiter nunmehr immer deutlicher zum Vorschein und führte dazu, dass die Versicherungsgesellschaften auf Distanz zur MEG AG gingen. Letztlich führte die in der Führungsebene der MEG AG eingetretene Krise dazu, dass Göker am 11. September 2009 seine Ämter niederlegte und seinen Arbeitsplatz bei der MEG AG räumte. Die Geschäfte übernahm ab diesem Zeitpunkt das Vorstandsmitglied Michael Kopeinigg.

MEG wird für einen Euro verkauft

Um die MEG AG aus der bedrohlichen finanziellen Schieflage zu bringen, führte Kopeinigg eine Vielzahl von Gesprächen mit den Versicherungen mit dem Ziel, zerstörtes Vertrauen wieder aufzubauen. Hierneben verhandelte er mit diversen Beteiligungsgesellschaften über eine mögliche Beteiligung an der MEG AG. Auf Initiative der AXA, die eine Beteiligung an der Aragon AG hält, wurden sodann Übernahmeverhandlungen geführt, die nach relativ kurzer Prüfungsphase seitens der Aragon AG mit Anteilskaufvertrag vom 25.09.2009 zu Ende gebracht wurden. Sämtliche Aktien des Herrn Göker wurden an die Aragon AG verkauft, was umso bemerkenswerter ist, als dieser zuvor seine Aktien zur Besicherung von aufgenommenen Darlehen der Insolvenzschuldnerin verpfändet hatte. Der Kaufpreis belief sich auf 1,00 Euro. Für den Fall, dass es gelingen sollte, in einem der folgenden Geschäftsjahre mindestens 5 Millionen Euro Gewinn vor Steuern zu erzielen, wurden weitere Zusatzkaufpreise versprochen, die sich im Höchstfall auf 8 Millionen Euro belaufen hätten.

MEG ist zahlungsunfähig

Obwohl die Aragon AG 6,5 Mio. Euro in das Unternehmen einbrachte, mussten deren Vorstände nach nicht einmal 5 Wochen erkennen, dass die Zahlungsunfähigkeit der MEG  nicht zu verhindern war. In Folge dessen wurde der Darlehensvertrag am 27.10.2009 seitens der Aragon AG gegenüber der MEG AG wegen eingetretener Zahlungsunfähigkeit fristlos gekündigt. Danach blieb keine andere Möglichkeit als der nunmehr schriftlich festgeschriebenen Zahlungsunfähigkeit Rechnung zu tragen und das Insolvenzverfahren zu beantragen.

Kommentare (16)

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Hermann.12

04.07.2012, 10:56 Uhr

Der Ansatz ist schlicht falsch. Sicher ist es nötig mehr Transparenz zu schaffen, das aber ist mit der Offenlegung der Provisionen aber der falsche Weg.
Niemand n der Wirtschaft veröffentlicht seine Gewinnmargen und niemand fordert dies von den Unternehmen, es wäre eine Katastrophe, obwohl nicht selten diese Margen anderswo ein Vielfaches der Vermttlerprovisionen betragen.
Letztlich beruht die Forderung, die Provisionen öffentlich zu machen auf wirtschaftliche Inkompetenz, die allein und einseitig Dummheit und Privilegien schützen, statt bestrafen.
Denn letztlich basiert diese Forderung doch nur auf der Erfahrung, dass Anlageerwartungen nicht eingehalten wurden, die Unwissenheit der Verbraucher viel zu groß ist und deshalb fahrlässiges Schulversagen offenbart.
Sicher es gibt durchaus eine nennenswerte Anzahl von Fällen, wo betrügerisch die Kostenquote u.a. durch Provisionen so hoch getrieben wurde, das ein Anlageerfolg unwahrscheinlich wurde.
Doch letztlich ist dies ein reines Aufsichtsversagen bei der Genehmigung von Produkten.
Es wäre relativ leicht für Massenprodukte etwa in der Versicherungs- und Fondsbranche maximale Kosten bezogen auf das Gewinn Risikoverhältnis festzulegen.
Denn das ist von eigentlichem Interesse der Anleger, statt das Schielen auf die Provisionen, die lediglich Neiddebaten befriedigen. Denn ob die Provisionen zu hoch sind, darüber lässt sich durchaus streiten. Ich teile in der Regel diese Ansicht nicht, die Kostenquoten der Hersteller dagegen sind häufig bedeutender, aber weniger in der Kritik weil weniger persönlich zurechenbar und somit weniger Neidwirksam.
Hier wird wieder einmal ein Herstellerproblem vor allem großer Produzenten auf Kosten vor allem der kleinen Konkurrenz auf diese und die Endkunden abgewälzt.
Wobei die Verbraucherschützer hier nicht uneigennützig agieren.

H.

Hermann.12

04.07.2012, 11:03 Uhr

Auch und gerade in der PKV ist die forsderung nach Offenlegung der Provisionen besonders ein Eingeständnis des politischen Versagens.
tatsächlich ist die PKV für die übergroße Mehrheit der dort Versicherten sowohl wirtschaftlicher als auch leistungstärker, trotz grundlegender schwächen des Geschäftsmodells.
Auch hier geht die Politik und besonders die Grünen, den weg des geringstne Widerstandes.
Statt ein Gleichwicht im Geschäftsnmodell herzustellen, doktort man lieber an Symptomen rum, insbesondere weil man das PKV Modell sowieso gerne diskreditiert. Weil man eher von staatlicher Planwirtschaft überzeugt ist.
die wird aber immer nur von denen gefordert, die wder dne Mut noch das Durchhaltevermögen haben, von Großunternehmen echten Wettbewerb durch entsprechende Regeln zu erzwingen.

H

VHN

04.07.2012, 11:59 Uhr

ich frage mich langsam was unsere "oberen Damen & Herren" noch alles wollen. In welcher Branche muss den sonst noch die Provisionen offen gelegt werden? Es gibt sicher genügend schwarze Schafe in unserer Branche, jedoch sollte man zuerst mal die Produkte genauer anschauen. Welcher vernünftige Vermittler empfiehlt heut noch eine Leben/ Renten-, Fondspolice oder Unfallversicheurngen mit Beitragsrückgewähr? Das sind hauptsächlich Ausschließlichkeitsvermittler und Banken, welche eine sogenannten Geschäftsplan zu erfüllen haben. Hier sollte man mal ansetzten und nicht bei der Offenlegung der Provisionen.

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