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04.09.2011

14:12 Uhr

Ratgeber

Wenn die Geschäftsreise zum Risiko wird

VonHeike Anger

Deutsche Firmen lassen ihre Mitarbeiter wieder reisen. Rechtlich und steuerlich gehen die Unternehmen damit aber einige Risiken ein. Mangelt es bei der Planung an Sorgfalt, drohen hohe Strafen und Imageschäden.

Geschäftsreisen bergen steuerliche Fallstricke. dpa

Geschäftsreisen bergen steuerliche Fallstricke.

BerlinDie Mitarbeiter deutscher Unternehmen haben im vergangenen Jahr rund 155 Millionen Geschäftsreisen ins In- und Ausland bestritten. Die Tendenz ist nach der Wirtschafts- und Finanzkrise wieder steigend. Doch die Wirtschaft klagt seit längerem über die Fallstricke der betrieblichen Mobilität: Die Bewältigung der Reisekostenabrechnungen verursache unverhältnismäßig viel Aufwand. Und internationale Dienstreisen würden schnell zum steuerlichen Risiko.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat nun - wie das Handelsblatt berichtete - einen Pflock eingeschlagen und zumindest die Reisekostenabrechnung für Beschäftigte mit mehreren Arbeitsstätten erheblich vereinfacht. Arbeitnehmer können steuerlich auch dann nur eine Arbeitsstätte angeben, wenn sie täglich etwa in verschiedenen Filialen des Arbeitgebers eingesetzt werden. Damit entfällt das lästige Aufsplitten von Entfernungspauschalen und die komplizierte Berechnung von Verpflegungsmehraufwendungen (AZ: VI ZR 55/19 u.a.).

Für die Bundesregierung, die derzeit an einer Reform des Reisekostenrechts arbeitet, erhöht sich durch die Rechtsprechung der Druck. „Die Regierung wird ein Gutes daran tun, diesen Befreiungsschlag des BFH im Sinne der Unternehmen und der Arbeitnehmer zeitnah anzunehmen und in die bereits im Rahmen des Steuervereinfachungsgesetzes 2011 angekündigte Verschlankung des Reisekostenrechts einzubauen“, meint Patrick Harz, geschäftsführender Gesellschafter bei der Kanzlei Dr. Dornbach & Partner in Saarbrücken. Bislang sei das Reisekostenrecht „katastrophal überreguliert“. Eine Reform sei jetzt zwingend, heißt es auch beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Das zuständige Bundesfinanzministerium teilte gestern auf Anfrage mit, die eingesetzte Projektgruppe zum Reisekostenrecht werde voraussichtlich zum Jahresende einen Bericht mit verschiedenen Vereinfachungsansätzen dem Bundestag als Grundlage für die weiteren Beratungen vorlegen. Neue gesetzliche Regelungen sollen demnach eine vereinfachte Handhabbarkeit gewährleisten und die Unternehmen bei den Nachweispflichten entlasten.

Dabei werde auch das Thema „Auswärtstätigkeit“ eine Rolle spielen.

Denn jenseits des Reisekostenrechts müssen Unternehmen vor allem bei internationalen Dienstreisen besondere Sorgfalt walten lassen. Sonst drohen hohe Strafzahlungen, der Verlust von Aufträgen oder gar Reputationsschäden. „Dienstreisen ins Ausland bergen Risiken, insbesondere steuerliche und sozialversicherungsrechtliche“, sagt Ute Otto, Steuerberaterin bei KPMG.

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