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11.05.2011

10:33 Uhr

Rechtslage

Wie man sich gegen Betrug am Telefon wehrt

VonDirk Wohleb

Telefonwerbung ist eigentlich verboten. Doch immer noch werden Verbraucher von Verkaufsprofis mit Anrufen ausgetrickst. Welche Anrufe hunderte Euro kosten und wie sich Vertreter erfolgreich abwimmeln lassen.

Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.

Der Fall

Die Rentnerin Elke Vollstedt aus Norddeutschland erhielt kurz vor Weihnachten einen Anruf. Sie habe einen Fernseher gewonnen, hieß es. Und da Vodafone das entsprechende Gewinnspiel sponsere, bekäme sie zwei Handys gratis dazu. Frau Vollstedt lehnte die Handys zwar zunächst ab. Doch dann ließ sie sich überreden, die Geräte zu verschenken. Schließlich gab sie sogar die Daten zu ihrem Bankkonto heraus.

Der Fernseher kam nie an. Dafür klingelte der Postbote mit den Mobiltelefonen und mit einem Willkommensbrief als DSL-Kundin von Vodafone. Frau Vollstedt ließ das Paket zurückgehen und widerrief den Vertrag. Dennoch buchte Vodafone die erste Rechnung ab. Frau Vollstedt stoppte die Buchung. Später folgte ein zweiter Abbuchungsversuch. Frau Vollstedt ging wieder zur Bank und wiederholte den Vertragswiderruf in einem schärferen Ton. Erst jetzt löste Vodafone den Vertrag. 

Die Gegenseite 

 

Auf die Frage, warum Vodafone auf diese Art und Weise Abos wirbt, nahm das Unternehmen nach Anfrage von Handelsblatt online nicht Stellung.

 

Die Relevanz

 

Ob jung oder alt – keiner ist in Deutschland vor Geschäftemacherei via Telefon oder Internet gefeit. Fast 80.000 Beschwerden zu unerlaubter Telefonwerbung erhielten die Verbraucherzentralen von März bis Ende November 2010. Und die Betrugsfälle via Internet haben sich seit 2002 versechsfacht. Die Dunkelziffer ist hoch. Da es meistens um eher niedrige Beträge geht, verstreicht die Widerspruchsfrist oft ungenutzt. Danach wird es schwierig, vom Vertrag zurückzutreten.

Streitfall des Tages: Teure Abofallen im Internet

Streitfall des Tages

Teure Abofallen im Internet

Das Ganze sieht aus wie ein harmloses Internet-Gewinnspiel. Doch wer seine Handynummer eingibt, landet in der Abo-Falle. Die Rechtslage ist alles andere als eindeutig. Wann Internetnutzer aufpassen müssen.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

11.05.2011, 12:10 Uhr

bequem und wirksam: auflegen!

Jaguar1959

11.05.2011, 13:36 Uhr

ich habe neben meinem Telefon eine Pfeife liegen und wenn ein Anrufer ohne Rufnummernübertragung oder gar mit einer kostenpflichtigen Rufnummer anruft - puste ich einmal kräftig in die Pfeife was auf der Gegenseite sehr sehr unangenehm übertragen wird - und dann ist Ruhe ! Hatte schon lange keine Anrufe mehr - grins

kuac

11.05.2011, 13:39 Uhr

leichter gesagt als getan. Die abgezockten sind meistens
gutgläubig und unerfahren. Daher mein Vorschlag: ein am Telephon abgeschlossener Vertrag sollte nur nach einer Unterschrift des Kundes seine Gultigkeit erhalten. Das will aber der Gestzgeber nicht. Sonst hätte er es längst getan.

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