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27.07.2015

11:06 Uhr

Regeln für Selbständige

So retten Sie den Betriebsausgabenabzug

VonConstanze Elter

Die Einnahmen und Ausgaben im falschen Jahr zu verbuchen, kann für Unternehmer fatale Folgen haben. Damit der Betriebsausgabenabzug nicht verloren geht, müssen einige Hinweise der Oberfinanzdirektion beachtet werden.

Um Kosten geltend zu machen, müssen Fristen eingehalten werden. Imago

Betriebsausgaben

Um Kosten geltend zu machen, müssen Fristen eingehalten werden.

KölnFast jeder betriebliche Vorgang macht sich irgendwann in Form von Zu- oder Abfluss von Geld bemerkbar. Selbstständige, die ihren Gewinn per Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln, müssen sich ausschließlich mit solchen Geldbewegungen beschäftigen. Denn hier gilt das Zufluss- beziehungsweise Abfluss-Prinzip. Das bedeutet: Einnahmen werden in dem Jahr berücksichtigt, in dem sie tatsächlich auf dem Konto eingegangen sind. Und Ausgaben werden in dem Jahr steuerlich relevant, in dem sie tatsächlich gezahlt worden sind.

Einzige Ausnahme vom Zufluss-Abfluss-Prinzip ist die sogenannte Zehn-Tage-Regel. Diese betrifft regelmäßig wiederkehrende Einnahmen oder Ausgaben wie Mieten, Zinsen oder Versicherungsprämien. Zehn-Tage-Regel heißt:

• Einnahmen und Ausgaben, die zwischen dem 22. und dem 31. Dezember gezahlt werden, aber das nachfolgende Jahr betreffen, werden steuerlich erst im Folgejahr angerechnet.
• Einnahmen und Ausgaben, die zwischen dem 1. und dem 10. Januar für das Vorjahr gezahlt werden, werden steuerlich noch im Vorjahr berücksichtigt.

Wer ist selbstständig?

Kaufleute

Im Handelsregister eingetragene Unternehmer agieren nach Definition des Handelsgesetzbuches (§1 Abs. 2 HGB) als Kaufleute. Sie müssen ihr Gewerbe notariell beim Registergericht anmelden und sind grundsätzlich zur Buchführung und zu einem Jahresabschluss per Betriebsvermögensvergleich verpflichtet. Eine Ausnahme gilt für Einzelkaufleute unter bestimmten Umsatz- oder Gewinngrößen.

Kleingewerbetreibende

Als Kleingewerbetreibende gelten Unternehmer, die nicht im Handelsregister eingetragen sind. Dazu können beispielsweise Betreiber eines Kiosks,  haushaltsnahe Dienstleister, Coaches oder Berater zählen. Kleingewerbetreibende melden ihre Tätigkeit beim Gewerbeamt an.

Freiberufler

Freiberufler müssen ihre Tätigkeit nicht als Gewerbe bei der Stadt anmelden, sondern nur beim Finanzamt. Dazu zählen beispielsweise Ärzte, Rechtsanwälte, Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler.

Die Zehn-Tage-Regel greift auch bei der Umsatzsteuer-Vorauszahlung – wenn es sich um die Umsatzsteuer-Voranmeldung für Dezember oder das vierte Quartal handelt. Hierbei gilt es allerdings einige Besonderheiten zu beachten, wie jetzt die Oberfinanzdirektion Nordrhein-Westfalen mitteilt. Demnach müssen zwei Voraussetzungen gegeben sein:

1. Die Zahlung muss innerhalb des Zehn-Tage-Zeitraum geleistet werden.

2. Die Zahlung muss innerhalb dieses Zeitraums fällig sein.

Ein Beispiel: Eine Umsatzsteuervorauszahlung für Dezember 2014, die ein Selbstständiger zwar am 7. Januar 2015 zahlt, aber erst am 10. Februar 2015 fällig wird, gehört in das Jahr 2015. Auch wenn die Umsatzsteuervorauszahlung innerhalb des Zehn-Tage-Zeitraums gezahlt wurde, die Fälligkeit aber bereits in den November des Vorjahres fiel, greift die Regel nicht.

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