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13.07.2015

11:16 Uhr

Rücktritt von der Pauschalreise

So verkaufen Sie Ihre Urlaubsreise weiter

Eine gebuchte Reise abzusagen, ist immer unangenehm. Für die Kunden fallen oft hohe Stornokosten an. Hilfe versprechen Vermittler, die Käufer für den Reisevertrag suchen. Sie stoßen jedoch an Grenzen.

Viele Deutsche fliegen im Urlaub gern in die Sonne. Doch was, wenn Sie die Reise stornieren müssen? dpa

Sonne, Sommer, Sonnenschein

Viele Deutsche fliegen im Urlaub gern in die Sonne. Doch was, wenn Sie die Reise stornieren müssen?

BerlinSchnell kann es geschehen. Eine Trennung vom Partner, ein Notfall in der Familie, oder man hat es sich einfach doch noch anders überlegt: Eine gebuchte Reise kann nicht angetreten werden. Zu Beginn der Hauptreisezeit häufen sich diese Fälle. Ein Ärgernis sind dabei aus Sicht der verhinderten Urlauber die teils enormen Stornokosten. Die können Wochen vor dem Reiseantritt schon 30 Prozent des Reisepreises betragen und erhöhen sich schrittweise bis zum Reiseantritt auf 95 oder gar 100 Prozent.

Internetportale wie Stornopool.de oder Jumpflight.de sehen darin ihre Chance. Sie vermitteln stornogefährdete Pauschalreisen oder Flüge weiter - gegen eine Provision bei Erfolg (bei Stornopool) oder gegen eine Gebühr für ein Inserat (bei Jumpflight). Denn nicht jeder Reisekunde hat eine Versicherung, und selbst die springt auch nur bei bestimmten Gründen für den Reiserücktritt ein – etwa bei einem Unfall, einer schweren Erkrankung des Versicherten oder dem Tod eines Angehörigen.

Es bleibt dann nur die Möglichkeit, die Reise weiterzuverkaufen. „Bis zum Reisebeginn kann der Reisende verlangen, dass statt seiner ein Dritter in die Rechte und Pflichten aus dem Reisevertrag eintritt“, heißt es dazu im Gesetz.

Flüssig bleiben im Urlaub

Bargeld

Grundsätzlich sollten Reisende möglichst wenig Bargeld bei sich tragen, denn bei einem Diebstahl ist dieses in der Regel endgültig verloren. Zumindest für den Ankunftstag sollte sie aber eine kleinere Summe in der Landeswährung dabei haben, um etwa die Fahrt ins Hotel zahlen zu können.

Bankkarte

Urlauber sollten sich informieren, ob ihre Bankkarte im Reiseland funktioniert. Bei einigen Kreditinstituten muss vorab die Nutzung der Girocard für das Ausland freigeschaltet werden. V-Pay-Karten funktionieren nur in Europa.

Kreditkarten

Da Bankkarten nicht überall funktionieren, sind Kreditkarten eine wichtige Ergänzung. Auch hier sollten sich Kunden informieren, ob das Tages- und Monatslimit ausreicht. Mit manchen Karten ist das Geldabheben am Automaten kostenlos, mit anderen kann gebührenfrei an der Kasse bezahlt werden. Vorab lohnt sich also ein genauer Vergleich der Angebote. Bevor die Reise los geht, sollten sich Verbraucher auf jeden Fall den PIN-Code einprägen.

Kooperationen

Kunden sollten im Vorfeld erfragen, mit welchen Geldinstituten die eigene Bank kooperiert und welche Gebühren am Geldautomaten und bei Kartenzahlung anfallen.

In Euro abrechnen

An Geldautomaten oder Kassenterminals bekommen Kunden häufig das Angebot „in Euro abrechnen“. Das sollten sie ablehnen, denn die Wechselkurse sind meist schlechter und es fallen Zusatzgebühren an.

Mischung

Reisende sollten sich nie nur auf ein Zahlungsmittel verlassen. Eine gute Kombination besteht aus Bankkarte, Kreditkarte und Bargeld.

Das Potenzial für diesen Zweitmarkt ist groß. Im vergangenen Jahr wurden fast 30 Millionen Reisen in einem Reisebüro oder direkt beim Veranstalter gebucht, so die jüngste Analyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR). Offizielle Branchenangaben zur Stornoquote gibt es dabei nicht. Die Firma Stornopool geht davon aus, dass zehn bis zwölf Prozent aller gebuchten Reisen storniert werden.

Meistens erweist es sich als schwierig, Ersatzreisende zu finden. Denn nicht nur das Ziel muss passen, sondern auch die Reisezeit und die Zahl der Gäste. „Doch es gibt zu viele, die sich in ihr Schicksal ergeben“, sagt Stornopool-Inhaber Volker Bornhauser. Sie akzeptierten einfach die Stornogebühren, weil sie von ihrem Recht auf Weiterverkauf nichts wüssten oder sich von komplizierten Geschäftsbedingungen abschrecken ließen.

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