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22.01.2008

09:00 Uhr

Sanierung

Neue Fassade voll absetzbar

Immer wieder streiten Hausbesitzer und Finanzbeamte darum, welche Kostenanteile in einem teils vermieteten und teils selbst genutzten Haus absetzbar sind. In einem aktuellen Fall kann ein Vermieter-Ehepaar eine Fassaden-Renovierung zur Wärmedämmung nach Richterspruch voll absetzen.

Ein Ehepaar aus Niedersachsen entschloss sich im Jahr 2000, das vermietete Dachgeschoss seines Zweifamilienhauses neu zu isolieren. Für rund 15 000 Euro ließen die beiden an der Außenwand Sperrholz- sowie Fassadendämmplatten anbringen. Als sie die Ausgaben von der Steuer absetzen wollten, schoss das Finanzamt quer: Da die bessere Wärmedämmung unterm Dach dem gesamten Haus zugute komme, dürften die Ehegatten lediglich 6 000 Euro von ihren Mieteinnahmen abziehen, so die Beamten. Die restlichen Ausgaben entfielen auf den selbst bewohnten Teil, der knapp 60 Prozent der Wohnfläche ausmache.

Falsch, entschied jetzt der Bundesfinanzhof (BFH) und stellte klar: Die Ausgaben sind steuerlich in voller Höhe absetzbar (IX R 43/06). Die neue Fassadenverkleidung sei komplett der vermieteten Dachgeschosswohnung zuzurechnen, selbst wenn die verbesserte Wärmedämmung auch die Heizkosten im Erdgeschoss senke. Dass nur die Außenfassade saniert wurde, ändere daran nichts. Es könne "keinen Unterschied machen, ob die Maßnahmen innerhalb oder außerhalb der Wohnung durchgeführt worden sind", so die Münchner Bundesrichter weiter. Damit bestätigten sie ein Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichts.

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