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21.03.2016

13:47 Uhr

Schenkungsteuer

So wird das Immobiliengeschenk günstiger

VonConstanze Elter

Wer seine Immobilie an die Kinder überträgt, kann trotzdem die Nutzungsrechte behalten – Nießbrauch heißt das. Bei diesem Steuersparmodell ist einiges zu beachten, besonders wenn das Häuschen noch nicht abbezahlt ist.

Das Haus frühzeitig zu verschenken kann günstiger sein, als es später zu vererben. dpa

Das Eigenheim übertragen

Das Haus frühzeitig zu verschenken kann günstiger sein, als es später zu vererben.

MünsterIrgendwann stellt sich für fast jeden Immobilienbesitzer mit Kindern die Frage: Soll ich das Haus oder die Wohnung meinen Kindern übertragen? Und wenn ja, wann und auf welche Weise? Wer sich nicht ganz von der Immobilie oder dem Grundstück trennen mag, wählt häufig die Variante des Nießbrauchs. Damit behält der alte Besitzer das Recht, sämtliche Nutzungen – und damit auch sämtliche Erträge – aus dem Grundbesitz zu ziehen. Tochter oder Sohn sind zwar die neuen Eigentümer, aber der Nießbraucher darf den Grundbesitz weiterhin selbst nutzen oder vermieten. Verkaufen allerdings darf er ihn nicht.

Beim Nießbrauch wechselt die Immobilie also nur den Eigentümer. Die Nutzungsrechte bleiben entweder ganz oder teilweise beim vorherigen Eigentümer. Damit ein Nießbrauch steuerlich anerkannt wird, muss ein zivilrechtlich wirksamer Vertrag geschlossen werden – inklusive der Eintragung ins Grundbuch. Außerdem muss der Nießbrauch gelebt werden, sprich die Eltern müssen tatsächlich die Immobilie nutzen dürfen. Auch bei einer Vermietung müssen ihnen die Einnahmen zufließen.

Steuertipps zum Umzug

Meldung beim neuen Finanzamt

Wenn Gewerbetreibende oder Freiberufler umziehen, müssen sie die Verlegung ihres Sitzes innerhalb eines Monats dem neuen Finanzamt melden. Privatpersonen geben einfach ihre nächste Steuererklärung beim neuen Finanzamt ab.

Meldung beim alten Finanzamt

Das alte Finanzamt muss man nicht informieren. Die Finanzämter unterrichten sich gegenseitig. Allerdings ist es sinnvoll, dem alten Finanzamt dennoch Bescheid zu geben, so können die Beamten die Akten schon an das neue Amt weiterleiten. Das kann die Wartezeit des Steuerzahlers verkürzen.

Private Umzugskosten

Wer aus privaten Gründen umzieht, hat nur geringe Möglichkeiten, die Kosten bei der Steuerklärung geltend zu machen. Wer ein Umzugsunternehmen engagiert, kann die Arbeitskosten für Möbelpacker als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen, anerkannt werden 20 Prozent der Kosten, maximal 4.000 Euro. „Die Materialkosten, etwa für den LKW und die Umzugskartons, sind jedoch nicht steuerlich absetzbar“, sagt Markus Deutsch vom Deutschen Steuerberaterverband. In der Rechnung der Spedition müssen deshalb alle Kosten einzeln aufgeschlüsselt werden. Zudem sollten die Leistungen nicht bar gezahlt werden, wichtig ist immer ein Kontobeleg und eine Rechnung.

Beruflich veranlasste Umzugskosten

Wer umzieht, weil er einen neuen Job hat oder sich das Pendeln sparen will, kann die Ausgaben als Werbungskosten geltend machen. „Zur Frage, wann ein Umzug beruflich veranlasst ist, gibt es viele Einzelfallentscheidungen, in der Regel wird es aber dann anerkannt, wenn die Fahrtzeit zur Arbeit durch den Umzug erheblich verkürzt wird“, sagt Steuerberater Deutsch. Als Richtwert wird oftmals eine Zeitersparnis von einer Stunde genannt.

Tatsächliche Umzugskosten

Wer wegen seines Jobs umzieht, kann die tatsächlichen Umzugskosten vollständig als Werbungskosten geltend machen. Hier wird nicht zwischen Materialkosten und Arbeitskosten unterschieden.

Sonstige Umzugskosten

Neben den tatsächlichen können pauschal auch sonstige Umzugskosten abgesetzt werden, darunter fallen beispielsweise Kosten für Zeitungsinserate, die Anmeldung des Telefonanschlusses und die Ummeldung des Autos. Für Umzüge nach dem 1. Januar 2012 beträgt die Pauschale für Ledige 657 Euro, für Ehepaare ist die doppelt so hoch und für jedes Kind kommen 289 Euro hinzu. Die einzelnen Belege muss der Steuerzahler nicht einreichen.

Wenn der Chef zahlt

Fein raus ist der Steuerzahler, wenn der Arbeitgeber seine Umzugskosten zahlt. „Sofern die Erstattung die tatsächlich entstandenen Kosten nicht übersteigt, gilt die Zahlung nicht als geldwerter Vorteil“, sagt Steuerberater Markus Deutsch. Es werden also weder Steuern noch Sozialabgaben fällig. Die Rechnungen muss der Steuerzahler seinem Arbeitgeber vorlegen, damit dieser die Belege aufbewahren kann.

Doppelte Miete absetzbar

Wer berufsbedingt umzieht und vorübergehend eine zweite Wohnung am Arbeitsort anmietet, kann diese Kosten unbegrenzt als Werbungskosten geltend machen. Wenn die Familie schon einige Monate später nachzieht, gilt das auch für die Kosten einer großen Wohnung mit mehr als 60 Quadratmetern, entschied der Bundesfinanzhof (Az: VI R 2/11, vom 13. Juli 2011). Dem Urteil zufolge liegt in diesem Fall keine doppelte Haushaltsführung vor, bei der die absetzbare Wohnung maximal eine Größe von 60 Quadratmetern haben dürfte.

Kosten für die Nachhilfe

Wenn der Nachwuchs wegen des Umzugs Nachhilfe benötigt, kann der Steuerzahler auch diese Kosten bei der Steuererklärung geltend machen. Ab 2012 werden 1.657 Euro anerkannt.

Häufig wird die Form des Nießbrauchs genutzt, um die vorweggenommene Erbfolge zu gestalten. Damit hat der Eigentümerwechsel auch schenkungsteuerliche Auswirkungen. In einem Fall, den jetzt das Finanzgericht Münster zu entscheiden hatte, ging es um die Frage der Bemessungsgrundlage für die Schenkungsteuer.

Die Eltern hatten ihrem Sohn Grundbesitz übertragen. Als Gegenleistungen behielten sie sich einen lebenslangen Nießbrauch an allen bebauten Grundstücken vor. Demnach waren sie berechtigt, sämtlichen Nutzen zu ziehen, aber auch verpflichtet, sämtliche privaten und öffentlichen Lasten zu tragen. Der neue Eigentümer übernahm zwar die auf dem Grundbesitz lastenden Verbindlichkeiten in dinglicher und persönlicher Hinsicht. Für die Zeit des Nießbrauchs wurde jedoch vereinbart, dass die Eltern die Tilgungs- und Zinsleistungen übernahmen.

Mit der Klage versuchte der Sohn nun, die Festsetzung der Schenkungsteuer zu ändern. Bei der Ermittlung des Schenkungswerts der Eltern hatte das Finanzamt den Nießbrauch jährlich bewertet und die von den Eltern übernommenen Darlehensverbindlichkeiten berücksichtigt. Die Beamten vertraten den Standpunkt, dass die betreffenden Zins- und Tilgungsleistungen weiterhin von den Eltern erbracht würden. Der Sohn jedoch verlangte, den jährlichen Nießbrauch ohne die Zinszahlungen zu ermitteln.

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