Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.06.2015

17:39 Uhr

Selbstanzeigen wegen Steuerhinterziehung

Millionen-Bußgelder bleiben in NRW

VonHolger Alich, Massimo Bognanni, Volker Votsmeier

Die Flut von Selbstanzeigen wegen Steuerhinterziehung kommt dem NRW-Fiskus zugute: Rund eine halbe Milliarde Euro hat das Land bereits von beteiligten Schweizer Banken eingenommen. Weitere Millionen sind in Aussicht.

Dank Selbstanzeigen kommen die Steuerfahnder aus Nordrhein-Westfalen auch an die Helfer in Schweizer Banken. Das bringt dem Fiskus zusätzliches Geld. dpa

Selbstanzeige

Dank Selbstanzeigen kommen die Steuerfahnder aus Nordrhein-Westfalen auch an die Helfer in Schweizer Banken. Das bringt dem Fiskus zusätzliches Geld.

Zürich/DüsseldorfNordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) nutzt die Flut von Selbstanzeigen als exklusive Einnahmequelle für seine eigene Staatskasse. Nach Recherchen des „Handelsblatts“ (Mittwochsausgabe) haben an der Steuerhinterziehung beteiligte Schweizer Banken nach Vergleichsverhandlungen bereits 586,1 Millionen Euro an das Land NRW gezahlt. Etliche hunderte weitere Millionen sind in Aussicht. Zuletzt  hatte sich die Basler Kantonalbank aus einem Verfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung für 38,6 Millionen Euro freigekauft.

Hintergrund des Geldsegens ist eine von Walter-Borjans initiierte systematische Auswertung der seit 2010 bundesweit mehr als 100.000 Selbstanzeigen. Ein Trupp aus Steuerfahndern, Staatsanwälten und Ermittlern des Landeskriminalamts sucht in den Selbstanzeigen nach Beweisen für eine Beihilfe der Bankberater zur Steuerhinterziehung.

Was Schweizer Banken wegen Steuerhinterziehung zahl(t)en

Hintergrund

Eine Analyse zeigt, gegen welche Mitarbeiter Schweizer Banken deutsche Staatsanwälte ermitteln oder ermittelt haben – und welche Summen die Geldhäuser für die Beihilfe zur Steuerhinterziehung zahlen mussten.

Basler Kantonalbank

Ermittlungsgrundlage: Selbstanzeigen-Analyse
Geldbuße: 38,6 Millionen Euro

Julius Bär

Ermittlungsgrundlage: Daten-CD
Geldbuße: 48,5 Millionen Euro

Unbekannt

Ermittlungsgrundlage: k.A.
Geldbuße: 50 Millionen Euro

Credit Suisse

Ermittlungsgrundlage: Daten-CD
Geldbuße: 149 Millionen Euro

UBS

Ermittlungsgrundlage: Daten-CD
Geldbuße: 300 Millionen Euro

Hierzu befragen sie auch die Steuersünder: „Wer war Ihr Ansprechpartner bei der Bank? Hat Ihre Bank die Selbstanzeige thematisiert? Wenn ja wann? Hat Ihre Bank von einer Legalisierung abgeraten? Hat sie Trusts, Stiftungen oder Lebensversicherungen angeboten?“

Walter-Borjans erklärte gegenüber dem Handelsblatt: „Es wäre sträflich, diese Informationen nicht zu nutzen.“ Für seine 15 Landesfinanzministerkollegen bedeutet der schnelle NRW-Trupp hingegen empfindliche Verluste. Haben sich die Banken mit NRW geeinigt, können sie in keinem anderen Bundesland zur Rechenschaft gezogen werden.

Steuerhinterziehung: Die Kavallerie aus Düsseldorf

Steuerhinterziehung

Premium Die Kavallerie aus Düsseldorf

Die nordrhein-westfälische Finanzverwaltung hat eine Marktlücke entdeckt. Sie erlöst bei Steuerdelikten hohe Summen bei Schweizer Banken. Da übertreffen die kecken Deutschen sogar die US-Kollegen.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Paul Diederich

16.06.2015, 18:31 Uhr

Es freut mich sehr zu hören dass NRW mal endlich wieder die Nase vorn hat.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×