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09.07.2012

17:22 Uhr

SEPA-Lastschrift

Iban, die Schreckliche, kann jetzt kommen

Seit dieser Woche gelten neue Geschäftsbedingungen in den Banken. Es handelt sich um einen Schritt in Richtung reibungsloser europäischer Zahlungsverkehr. Die Umstellung auf die 22-stellige Kontonummer Iban rückt näher.

Die Überweisungsträger werden sich auch verändern müssen. dpa

Die Überweisungsträger werden sich auch verändern müssen.

Frankfurt/MainBei deutschen Banken und Sparkassen gelten seit dieser Woche neue Allgemeine Geschäftsbedingungen. Die Änderung diene dazu, bis Februar 2014 einen reibungslosen Übergang zum neuen europäischen Zahlungsverkehr und zu grenzüberschreitenden Lastschriften zu ermöglichen, erklärte eine Sprecherin der Deutschen Kreditwirtschaft am Montag in Berlin.

Aus Sicht der Kunden liefen die heutigen Lastschrift-Verfahren „zunächst wie gewohnt weiter“. Auch ihre nationalen Kontonummern und Bankleitzahlen können die Kunden zunächst weiter nutzen.

Was bringt die Sepa?

Welches Ziel hat die Sepa?

In den EU-Ländern sowie Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen und der Schweiz soll es ein einheitliches Zahlungsverfahren geben. Die nationalen Verfahren werden nach und nach abgeschafft. Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen zwischen den Ländern  sollen schneller und günstiger werden.

Seit wann gibt es Sepa?

Das Verfahren wurde bereits Anfang 2008 für Überweisungen eingeführt. Seit 2009 können Bankkunden auch das grenzüberschreitende Lastschriftverfahren nutzen.

Wie lange dauert die Sepa-Überweisung?

Die Sepa-Überweisung soll schneller abgewickelt werden als die herkömmlichen Überweisungen. Bislang dürfen es noch maximal drei Bankgeschäftstage sein, ab 2012 nur noch einer.

Wo müssen Kunden ein Konto führen?

Wer beispielsweise in Deutschland wohnt, aber im Ausland arbeitet oder studiert, braucht nur noch in seinem Heimatland ein Bankkonto. Bisher waren mehrere Bankkonten nötig.

Was ändert sich bei der Bankkarte?

Künftig gilt die Bankkarte (debit card) für Euro-Zahlungen in allen Ländern des Sepa-Gebiets. Dadurch müssen Reisende weniger Bargeld bei sich tragen.

Was ändert sich bei regelmäßigen Zahlungen ins Ausland?

Wer beispielsweise eine Ferienwohnung im Ausland hat und monatlich Miete überweist, kann dies dank Sepa von seinem Heimatkonto erledigen.

In welcher Währung sind Sepa-Zahlungen möglich?

Zahlungen per Sepa sind nur in Euro möglich. Für Transaktionen in anderen Währungen müssen Bankkunden eine Auslandsüberweisung tätigen.

Wie viel wird die Kontoführung kosten?

In einigen Ländern werden für die Kontoführung bislang über 200 Euro pro Jahr fällig, in anderen nur 30. Die Preise sollen insgesamt sinken.

Was verbirgt sich hinter der IBAN?

An die Stelle der herkömmlichen Kontonummer und Bankleitzahl tritt künftig die IBAN - International Bank Account Number. Sie hat insgesamt 22 Stellen und beginnt mit einem Länderkürzel - DE für Deutschland. Daran schließt sich eine zweistellige Prüfziffer an, die bisherige Bankleitzahl und die Kontonummer. Dank der Prüfziffer bekommt der Bankkunde sofort eine Fehlermeldung, wenn er sich bei der Zahlenabfolge vertippt hat. Das ist ein großer Vorteil, insbesondere seitdem Banken den Namen des Kontoinhabers und die Kontonummer nicht mehr abgleichen.

Wozu dient der BIC?

Der BIC - Bank Identifier Code - hat elf Stellen und soll die Bankleitzahl ersetzen. Kritiker monieren jedoch, dass die Kennung der Bank in Form der alten Bankleitzahl bereits in der IBAN enthalten ist. Ein weiterer Code mache die Überweisung nur unnötig kompliziert. Ab Februar 2014 soll der BIC bei Überweisungen im eigenen Land deshalb wegfallen. Für Geldtransfers innerhalb Europas von 2016 an.

Wie lange gelten die alten Kontonummern noch?

Noch laufen die nationalen Systeme und das Sepa-Verfahren parallel. Bis zum Februar 2016 können Verbraucher die alte kurze Kontonummer im nationalen Zahlungsverkehr noch nutzen.

Wie funktioniert das Lastschriftmandat?

Das Mandat ist das Pendant zur bislang bekannten Einzugsermächtigung. Allerdings muss es künftig immer schriftlich vorliegen. Der Zahlungsempfänger verteilt dafür Mandatsnummern. Außerdem wird jedem Zahlungsempfänger eine Gläubiger-Identifikationsnummer zugeordnet. Dadurch lassen sich die Einverständniserklärungen zum Lastschriftverfahren zuordnen.

Banken und Sparkassen stellten zu Wochenbeginn flächendeckend ihre Geschäftsbedingungen für Lastschriften um. Hintergrund ist die Schaffung des einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraums (SEPA) bis Februar 2014. Dessen Ziel ist es, Bankgeschäfte in Europa zu vereinheitlichen und über Ländergrenzen hinweg einfacher zu machen. Zu dem Zahlungsverkehrsraum gehören insgesamt 32 Länder - die 27 EU-Staaten plus Liechtenstein, Island, Monaco, Norwegen und die Schweiz.

Ähnlich wie bei der bisherigen innerdeutschen Lastschrift sind mit der SEPA-Lastschrift künftig Lastschriften über Grenzen hinweg möglich. Überweisungen nach den Regularien des Zahlungsraumes gibt es schon seit 2008. Mit der neuen Lastschrift können auch ausländische Firmen Geld von Konten abbuchen, etwa wenn Rechnungen für Ferienwohnungen beglichen werden müssen. Die neuen Geschäftsbedingungen bereiten die SEPA-Lastschrift vor.

Kommentare (4)

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black

09.07.2012, 19:46 Uhr

und; wer brauchts wirklich? Otto Normalverbraucher ( und das ist nun einmal die Masse ) wohl kaum. Ich denke das damit eher die Finanztransaktionswege besser kontrolliert werden sollen. Die Überwachungsmaschinerie wächst, und wächst, und wächst...

der_ESM_wird_es_richten

09.07.2012, 20:16 Uhr

Ich verstehe die Aufregung nicht. Demnächst bekommen alle deutschen Überweisungen ohnehin eine feste IBAN für den Empfänger aufgedruckt, nämlich die des ESM.

Account gelöscht!

09.07.2012, 23:01 Uhr

Scheiß Europa - ich will das alles nicht.
Fast alles wollen das nicht - aber es wird trotzdem gemacht.
Und das nennt sich dann Demokratie.

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