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17.08.2013

10:33 Uhr

Sepa-Umstellung

Bundesbank sieht Probleme bei Vereinen und Betrieben

Im Februar kommt das Zahlungssystem Sepa. Die Bundesbank warnt: Auch Handwerker und Vereine müssen sich damit auseinandersetzen. Sonst können sie Löhne nicht mehr überweisen und Mitgliedsbeiträge nicht mehr einziehen.

Sepa: Die schleppende Umstellung bereitet der Deutschen Bundesbank zunehmend Sorge. dpa

Sepa: Die schleppende Umstellung bereitet der Deutschen Bundesbank zunehmend Sorge.

Frankfurt/MainGut fünf Monate vor dem Start des neuen europäischen Zahlungssystems Sepa bereitet die schleppende Umstellung der Deutschen Bundesbank zunehmend Sorgen. „Wir warnen vor Liquiditätsengpässen nach dem 1. Februar 2014: Zahlungen von Gehältern und anderen Leistungen können nicht mehr rechtzeitig abgewickelt werden, wenn die Zahlungsdaten nicht im Sepa-Format bei der Bank eingereicht werden“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele der dpa in Frankfurt.

Gerade vielen kleinen Unternehmen, Handwerksbetrieben und Vereinen in Deutschland sei noch nicht bekannt, dass die neuen EU-Regeln für Überweisungen und Lastschriften (Sepa) ab Februar 2014 auch national verbindlich gelten, und nicht nur im Verkehr mit dem Ausland. „Wer sich bis dahin nicht vorbereitet hat, hat ein Problem. Und darauf weisen wir frühzeitig hin.“

Wiederholt hatten Banken, Verbände oder die Bankenaufsicht Bafin davor gewarnt, dass die Liquiditätsversorgung bei den Unternehmen massiv gestört werden könne. Selbst Firmenpleiten drohen demnach.

Denn vom Februar an dürfen Kreditinstitute Überweisungen und Lastschriften von Unternehmen und Vereinen nur noch im Sepa-Format mit den internationalen Kontonummern IBAN bearbeiten. Doch die für Lastschriften nötige Gläubiger-ID (Identifikationsnummer) wurde nach Zahlen der Bundesbank in Deutschland bisher erst in 712 738 Fällen vergeben (Stand 13.8.2013), darunter an 156 000 Vereine - obwohl es bundesweit 3,6 Millionen Unternehmen und rund 580 000 Vereine gibt. Ziel der Umstellung ist, dass Überweisungen ins Ausland schneller und billiger werden.

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Ein halbes Jahr vor der finalen Umstellung schlagen Banken- und Industrieverbände Alarm. Viele Unternehmen haben sich noch nicht auf das neue Zahlungssystem vorbereitet. Doch das kann ernste Folgen haben.

„Wir haben Urlaubssperren für knapp 200 Mitarbeiter aus dem Bereich Zahlungsverkehr vorbereitet - von Mitte Januar bis Ende März“, betonte Thiele. Dabei sei die Bundesbank zwar für einen reibungslosen Zahlungsverkehr verantwortlich, aber nicht für die Umstellung: „Zuständig sind die Kreditwirtschaft und ihre Kunden.“

Betriebe, kommunale Verwaltungen und Vereine - egal ob Sportclub oder Förderverein - müssen nicht nur eine Gläubiger-ID beantragen, sagte Thiele: „Für Unternehmen ist die Umstellung vielfach mit aufwendigen Softwareanpassungen verbunden.“ Lastschriften etwa für Mitgliedsbeiträge müssten vom Gläubiger geändert werden.

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