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15.01.2008

07:00 Uhr

Serie

Asiens Steuerparadiese locken

VonDaniel Schönwitz
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Auch Asiens Staaten locken vermehrt Steuersparer. Die EU will zumindest beim Schwarzgeld nicht tatenlos zuschauen.

Singapur, Boat Quay. Foto: dpa

Singapur, Boat Quay. Foto: dpa

László Kovacs ist derzeit Vielflieger auf der Asienroute. Der EU-Steuerkommissar und ehemalige ungarische Außenminister will hochrangigen Beamten aus Hongkong, Singapur und Macao eine zusätzliche Steuer abringen. Die dort sitzenden Banken sollen künftig 15 Prozent von allem nach Europa überweisen, was Sparer aus der Europäischen Union dort an Zinsen kassieren. Dieses Zugeständnis haben sich schließlich auch die Schweiz und Liechtenstein entlocken lassen, seit im Juli 2005 in Europa der Startschuss für die EU-Zinssteuer fiel. Kovacs? finsterer Verdacht: Viele Steuerflüchtlinge aus der Alten Welt haben längst ihr Erspartes in den Fernen Osten geschafft, um unbehelligt vom Fiskus Gewinne zu kassieren. Seine Mission: Schlupfloch schließen, aber schnell.

Doch schnelle Erfolge sind unwahrscheinlich. "In Asien ist es für die EU wesentlich schwieriger, politischen Druck auszuüben", sagt Jens Wolff, Steueranwalt in der Kanzlei Holthausen & Partner in Köln. Besonders knifflig dürfte es seiner Meinung nach werden, das für sein strenges Bankgeheimnis bekannte Singapur ins Boot zu holen. Selbst das Bundesfinanzministerium räumt ein, dass "rasche Lösungen nicht zu erwarten" sind. Kovacz will sich durchbeißen: Offizielle in Hongkong hätten beispielsweise "offen" auf sein Ansinnen reagiert, pfeift er im Walde.

Sollten Asiens Steueroasen tatsächlich die Quellensteuer für europäische Anleger einführen - es wäre kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Denn die Staaten sind beileibe nicht auf Schwarzgeld aus Europa angewiesen. Gerade nach Dubai, Hongkong oder Singapur kommen Investoren längst wegen hochattraktiver Steuer- und Rechtssysteme und nicht wegen des strengen Bankgeheimnisses. Ein Überblick.

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