Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.12.2011

11:22 Uhr

Soziales Einkaufen

Shoppen für den guten Zweck

VonKatharina Schneider

Wer im Internet einkauft, kann damit ganz einfach etwas Gutes tun – ohne zusätzliche Kosten und meist sogar ohne seine persönlichen Daten zu verschenken. So genannte Social Shopping Portale machen es möglich.

Im Internet einkaufen und gleichzeitig etwas Gutes tun, das versprechen Portale wie Heroshopping und Clicks4Charity. gms

Im Internet einkaufen und gleichzeitig etwas Gutes tun, das versprechen Portale wie Heroshopping und Clicks4Charity.

DüsseldorfPrall gefüllte Einkaufstaschen wohin man schaut, überall Glühwein, Lebkuchen und gebrannte Mandeln satt. Weihnachtszeit ist Konsumzeit und das trotz Schuldenkrise. Hochsaison haben jetzt auch Spendenorganisationen. Und wer im Konsumrausch ein schlechtes Gewissen bekommt, kann dieses nun schon während des Online-Einkaufs beruhigen.

Statt direkt den Internetshop ihrer Wahl zu besuchen, müssen Kunden dafür zunächst ein so genanntes „Social Shopping Portal“ anwählen. Im Netz finden sich bereits einige solche Portale, manche werden ehrenamtlich betrieben, andere sind gewinnorientiert. Eines dieser Portale heißt Heroshopping und ist seit sechs Monaten online. „Wir nutzen das Prinzip der Werbebanner“, sagt Rainer Maiores, einer der Gründer des Portals. Auf der Seite finden Nutzer Werbebanner von 130 bekannten Internet-Händlern. Wer auf ein Banner klickt, wird zu dem jeweiligen Shop weitergeleitet. Kauft er dort tatsächlich etwas ein, bekommt das Portal eine Provision für die Vermittlung. Meist sind das fünf Prozent des Kaufpreises, manchmal aber auch deutlich mehr.

So funktionieren die Portale

Muss ich mich bei den Portalen anmelden?

Eine Anmeldung ist bei den so genannten "Social Shopping Portalen" meist nicht nötig. Der Nutzer muss seine Daten also nicht an das Portal weitergeben.

Wie viel kosten mich die Spenden?

Der Nutzer muss für die Spenden keinen zusätzlichen Betrag bezahlen, sondern nur den regulären Warenpreis. Den Spendenbetrag überweist der Online-Shop im Gegenzug für die Vermittlung direkt an das Portal.

Wofür bekommen die Portale Geld?

Die Portale binden auf ihren Seiten Werbebanner der Online-Shops ein. Klickt ein Nutzer ein Banner an, wird er zu dem Shop weitergeleitet. Sobald er dann einen Kauf abschließt, bekommt das Portal einen bestimmten Prozentsatz des Kaufpreises als Provision.

Werden meine Daten gespeichert?

Nach Angaben der Portal-Betreiber erfahren diese lediglich, bei welchem Online-Händler die Nutzer für wie viel Geld eingekauft haben. Persönliche Daten werden nicht übermittelt.

Welche Internet-Shops machen mit?

Je nach Portal kann der Nutzer zwischen unterschiedlich vielen Shops wählen. Bei Heroshopping beispielsweise sind es 130, bei Clicks4Charity etwa 200.

Wie viel spenden die Shops?

Ein Großteil der Online-Händler spendet fünf Prozent des Warenwertes. Bei manchen liegt der Anteil aber auch deutlich höher oder sie überweisen einmalig einen Betrag für Neukunden.

Wie viel Geld behalten die Portale ein?

Die einzelnen Portale behalten einen unterschiedlich hohen Prozentsatz der Spenden ein. Heroshopping gibt (nach Abzug der Steuern) 100 Prozent der Spenden weiter. Bei Clicks4Charity sind es 80 Prozent und bei Planethelp schwanken die Spenden zwischen 51 und 80 Prozent.

An welche Organisationen wird gespendet?

Bei den meisten Portalen kann der Nutzer zwischen verschiedenen Spendenorganisationen wählen, bei Clicks4Charity sind das über 40. Heroshopping dagegen spendet immer 25 Prozent der Einnahmen an die Welthungerhilfe und 75 Prozent an das Hilfsprojekt skate-aid.

Wie transparent sind die Portale?

Ob das Portal für den eigenen Einkauf tatsächlich eine Provision erhalten hat, erfährt der Nutzer in der Regel nicht. Die Portale haben meist jedoch einen Spendenticker, der anzeigt, wie viel Provisionen bereits eingenommen wurden.

„Nach Abzug der Mehrwertsteuer geben wir diese Provision zu 100 Prozent weiter“, sagt Maiores. Einen Anteil von 75 Prozent bekommt die Hilfsorganisation skate-aid, die restlichen 25 Prozent gehen an die Welthungerhilfe. Möglich ist dies, da die Mitarbeiter von Heroshopping ehrenamtlich tätig sind und die Seite nicht hauptberuflich betreiben. Die Technik-Kosten übernimmt zudem ein Sponsor.

Dem Nutzer der Website entstehen durch die Vermittlung keine zusätzlichen Kosten. „Er kann wie gewohnt in dem Online-Shop einkaufen und muss nicht mehr zahlen, als hätte er die Seite direkt angewählt hätte“, sagt Maiores. Auch eine Anmeldung ist bei Heroshopping nicht nötig. Der Nutzer bleibt also anonym, denn auch nach seinem Kauf werden keine persönlichen Daten an das Portal weitergeleitet. „Wir erfahren nur, bei welchem Händler gekauft wurde und zu welchem Preis, aber nicht, wer welches Produkt gekauft hat“, sagt Maiores.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

dfd

15.12.2011, 11:40 Uhr

Mein Verein hat über Bildungsspender durchaus interessante Beträge erhalten. Zwar nicht ansatzweise die Summen direkter Spenden, aber wir haben auch nicht wirklich dafür geworben.

Wichtig dürfte sein, dass das Portal gemeinnützig ist und damit einer Kontrolle unterliegt - denn ich habe tatsächlich auch andere Portale, insbesondere Suchmaschinen, erlebt, die ich bestenfalls als halbseiden bezeichnen würde. Empfehlenswert an Bildungsspender finde ich die Transparenz.

dfd

15.12.2011, 11:40 Uhr

Mein Verein hat über Bildungsspender durchaus interessante Beträge erhalten. Zwar nicht ansatzweise die Summen direkter Spenden, aber wir haben auch nicht wirklich dafür geworben.

Wichtig dürfte sein, dass das Portal gemeinnützig ist und damit einer Kontrolle unterliegt - denn ich habe tatsächlich auch andere Portale, insbesondere Suchmaschinen, erlebt, die ich bestenfalls als halbseiden bezeichnen würde. Empfehlenswert an Bildungsspender finde ich die Transparenz.

comrad

16.12.2011, 13:00 Uhr

Trotz Schuldenkrise? Wer hat denn die Schulden? Nicht die Bürger...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×