Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.12.2011

12:21 Uhr

Spenden

Tue Gutes und sag es deinem Finanzamt

VonKatharina Schneider

Wer spendet, tut nicht nur anderen etwas Gutes, sondern auch sich selbst. Denn wer die milden Gaben bei der Steuererklärung angibt, kann Steuern sparen. Dafür müssen allerdings einige Bedingungen erfüllt sein.

In der Weihnachtszeit steigt die Spendenbereitschaft. Doch die milde Gabe muss nicht völlig selbstlos sein. dpa

In der Weihnachtszeit steigt die Spendenbereitschaft. Doch die milde Gabe muss nicht völlig selbstlos sein.

DüsseldorfWeihnachtszeit ist Spendenzeit – nie flattern so viele Spendenaufrufe ins Haus wie jetzt. Und nie laufen so viele Menschen mit klimpernden Sammeldosen umher. Doch wer mit einer Spende etwas Gutes tun will, muss das nicht völlig uneigennützig tun. Getreu dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ sollten Spender ihre Wohltätigkeit auch beim Finanzamt kundtun.

Denn wer spendet, kann Steuern sparen: Bis zu einer Höhe von 20 Prozent des sogenannten Gesamtbetrags der Einkünfte können Spenden als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden, sie reduzieren also die Summe der Einkünfte und damit auch die Steuerlast. Dieser Gesamtbetrag der Einkünfte errechnet sich aus der Summe der Einkünfte abzüglich diverser Freibeträge.

Was Spender wissen müssen

Seriöse Organisationen

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) pflegt eine Liste mit Organisationen, die verantwortungsvoll mit Spenden umgehen. Bislang haben rund 270 Organisationen ein Spendensiegel vom DZI bekommen. Auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) zeichnet jedes Jahr Organisationen mit einem "Transparenzpreis" aus.

Haustürspenden und Sammeldosen

Wer an der Haustür oder auf der Straße um Spenden gebeten wird, sollte vorsichtig sein. Verbraucher sollten sich den Sammelausweis zeigen lassen und darauf achten, dass die Spendenbüchse verplombt ist. Seriöse Sammler lassen dem Spender Zeit und haben Informationsmaterial und ein Überweisungsformular parat.

Spenden am Telefon

Am Telefon sollten Spender auf keinen Fall ihre Adress- und Bankdaten herausgeben. Wer sich genötigt, überredet oder unter Druck gesetzt fühlt, sollte ablehnen.

Gezielte Spenden

Wer nicht pauschal an eine Organisation spenden, sondern ein bestimmtes Projekt fördern will, muss bei der Überweisung das entsprechende Stichwort vermerken. Die Organisation darf das Geld dann nur dafür verwenden. Verbraucherschützer raten jedoch, auf das Stichwort zu  verzichten, damit das Geld dort eingesetzt werden kann, wo es am dringendsten gebraucht wird, auch wenn gerade keine Fernsehkameras vor Ort sind.

Mitleid heischende Werbung

Bei Mitleid heischender Werbung sollten Verbraucher generell skeptisch sein. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) stuft solche Werbung als unseriös ein.

Besser viel für einen

Spenden sollten nicht an viele Organisationen gestreut werden. Um die Kosten für den Verwaltungsaufwand gering zu halten, sollte man lieber an eine oder wenige Organisationen Geld überweisen.

Fördermitgliedschaften

Werben Organisationen mit Fördermitgliedschaften, sollten sich Verbraucher die Bedingungen und Leistungen genau anschauen, da auch unseriöse Organisationen solche Mitgliedschaften nutzen, um Spender auszunehmen.

Kein Widerrufsrecht

Spendenwillige sollten sich nicht leichtfertig durch eine Unterschrift zur Zahlung eines monatlichen Förderbeitrags verpflichten. Es besteht nämlich kein generelles gesetzliches Widerrufsrecht.

Steuern

Bis zur Höhe von 20 Prozent der gesamten Einkünfte können Spenden als Sonderausgaben steuerlich abgesetzt werden. Bei Spenden von mehr 200 Euro muss der Spender als Nachweis den Einzahlungs- oder Buchungsbeleg der Bank zusammen mit einer Spendenbescheinigung des Empfängers vorlegen. Mit dieser Bescheinigung muss unter anderem die Gemeinnützigkeit der Organisation nachgewiesen werden.

Spenden unter 200 Euro

Für Spenden unter 200 Euro reicht als Nachweis für das Finanzamt schon eine Kopie des Kontoauszugs, eine formale Spendenbescheinigung ist nicht nötig. Auf Wunsch stellen die meisten Organisationen aber auch für Kleinspenden eine Bescheinigung aus.

Welche Spenden abgesetzt werden können, ist im Einkommensteuergesetz genau geregelt. Grundsätzlich können Spenden an gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Organisation abgesetzt werden. Um diesen Status zu erhalten, müssen sie beispielsweise Wissenschaft und Forschung, Religion, Jugend- und Altenhilfe oder Kunst und Kultur fördern.

Um die Spende beim Finanzamt nachzuweisen, reicht bei Spenden bis 200 Euro eine Kopie des Kontoauszugs. Wer mehr spendet, muss den Einzahlungs- oder Buchungsbeleg der Bank zusammen mit einer Spendenbescheinigung des Empfängers einreichen. Diese Bescheinung muss auf einem amtlich vorgeschriebenen Vordruck ausgestellt werden und muss die Höhe und den Zweck der Spende enthalten.

Eine Ausnahme gibt es Katastrophen. Wer mehr als 200 Euro auf ein Sonderkonto einer bekannten Organisation für die Opfer einer Naturkatastrophe spendet, muss hierfür keine förmliche Spendenquittung vorlegen. „So wird der bürokratische Aufwand reduziert, damit das Geld möglichst schnell ankommt“, sagt Isabel Klocke, Steuerexpertin beim Bund der Steuerzahler.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×