Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.07.2012

14:43 Uhr

Steuer-Urteil

Hundesitter fürs Gassigehen nicht absetzbar

Haushaltsnahe Dienstleistungen müssen - wie der Name schon andeutet - tatsächlich im eigenen Haus oder Garten stattfinden. Ein Dogsitter, der mit dem Hund Gassi geht, ist damit nicht als solche absetzbar.

Das Gassigehen wird nicht im Haus oder Garten geleistet, zählt also nicht als haushaltsnahe Dienstleistung. dpa

Das Gassigehen wird nicht im Haus oder Garten geleistet, zählt also nicht als haushaltsnahe Dienstleistung.

MünsterGassigehen als Dienstleistung ist nicht steuerlich absetzbar. Das Finanzgericht Münster veröffentlichte am Montag ein Urteil, wonach haushaltsnahe Dienstleistungen nämlich nur dann steuerlich absetzbar sind, wenn sie tatsächlich im Haushalt geleistet werden (Az.: 14 K 2289/11 E vom 25. Mai 2012). Der Kläger hatte jährliche Aufwendungen in Höhe von 2700 und 4700 Euro geltend gemacht. Das Gericht bestätigte nun die Ablehnung des Finanzamts.

Grundsätzlich sei die Tätigkeit des Hundesitters eine haushaltsnahe Dienstleistung im Sinne des Paragrafen 35a Abs. 2 Einkommensteuergesetz. Allerdings sei in diesem Fall der Hund vom Dogsitter abgeholt, spazieren geführt und dann wieder abgegeben worden. Im Haus oder Garten des Klägers wurde das Tier nicht betreut.

Tipps zur Steuererklärung

Abgabefrist

Wer seine Einkommensteuererklärung für das Jahr 2015 selbst anfertigt, muss sie bis zum 31. Mai 2016 abgegeben. Wer mehr Zeit braucht, kann beim Finanzamt einen Antrag auf Fristverlängerung stellen. Erledigt ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein die Steuererklärung, endet die Frist erst am 31. Dezember 2016.

Nachfragen vermeiden

Damit das Finanzamt die Steuererklärung schnell bearbeiten kann und keine Nachfragen stellen muss, sollten Steuerzahler zu allen Rückforderungen Belege mitschicken. Um die Werbungskosten zu begründen, kann es hilfreich sein, den ausgeübten Beruf möglichst genau anzugeben.

Anleitung zur Steuererklärung

Wer seine Steuererklärung selbst erledigt, sollte auf jeden Fall die Anleitung (von dort aus auf Steuerformular > Einkommensteuer > Einkommensteuer 2014 klicken) lesen, die das Bundesfinanzministerium in seinem Formularkatalog veröffentlicht. Das Finanzamt setzt voraus, dass der Steuerzahler sich diese Anleitung genau durchgelesen hat.

Steuererklärung kopieren

Um den Steuerbescheid später kontrollieren zu können, sollten Steuerzahler eine Kopie ihrer Steuererklärung behalten - entweder gedruckt oder gespeichert als Datei.

Rechtsprechung beachten

Bevor Steuerzahler ihre Erklärung beim Finanzamt abgeben, sollten sie sich über laufende Verfahren zum Steuerrecht informieren. Häufig lässt sich die Rechtsprechung auf den persönlichen Fall übertragen. Auch, wenn ein Sachverhalt noch nicht endgültig geklärt ist, kann es sich lohnen die Ausgaben bei der Steuererklärung geltend zu machen. Bei positivem Prozessausgang besteht auch nach vielen Jahren noch die Chance auf eine Steuererstattung.

Elektronische Übermittlung

Seit 2012 sind sehr viel mehr Steuerzahler verpflichtet, ihre Steuererklärung elektronisch zu übermitteln. Unternehmer müssen nahezu sämtliche Steuererklärungen für den Veranlagungszeitraum 2011 elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Ausgenommen von dieser Pflicht sind Arbeitnehmer, die keine sogenannten Gewinneinkünfte haben.

Das Gericht habe damit aber nicht darüber entschieden, ob Aufwendungen für einen Hundesitter, der Tiere eines Steuerpflichtigen in dessen Haus und Garten versorgt, pflegt und betreut, anzuerkennen sind. „Allerdings lassen die Urteilsgründe erahnen, dass ein entsprechendes Verfahren wohl zugunsten des Steuerpflichtigen ausgegangen wäre“, hieß es in der Mitteilung.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×