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20.04.2012

13:01 Uhr

Steuererklärung 2011

So helfen Kinder beim Steuernsparen

VonKatharina Schneider

Wer Kinder hat, muss auch hohe Ausgaben tragen. Doch damit sind die Eltern nicht alleine. Aus der Staatskasse gibt es Unterstützung – teils allerdings erst auf Nachfrage. Was sich in diesem Jahr ändert.

Kinder kosten nicht nur Geld, sondern können auch helfen, die Steuerlast zu senken.

Kinder kosten nicht nur Geld, sondern können auch helfen, die Steuerlast zu senken.

DüsseldorfNoch gut fünf Wochen haben Steuerzahler Zeit, um ihre Einkommensteuererklärung fristgerecht abzugeben. Wer Kinder hat, bekommt nicht nur allgemeine Zuschüsse, sondern kann auch ganz konkrete Ausgaben geltend machen. Der Klassiker unter den staatlichen Geldspritzen für Eltern ist das Kindergeld. Das kennt wohl jeder, für Verwirrung sorgt aber oft schon die Frage, ob man sich das Kindergeld monatlich auszahlen lassen oder besser einen jährlichen Freibetrag nutzen sollte.

Beides zugleich geht nicht. Das monatliche Kindergeld ist unabhängig vom Einkommen, ein Empfänger von Sozialleistungen hat darauf den gleichen Anspruch wie ein Millionär. „Ab einem jährlichen Bruttoeinkommen von 33.000 Euro lohnt sich der Freibetrag mehr“, sagt Markus Deutsch, Steuerexperte des Deutschen Steuerberaterverbands (DStV). Der Freibetrag wird von dem zu versteuernden Einkommen abgezogen und senkt dadurch die Steuerlast.

Wann ist das Kind ein Kind?

Minderjährige

Bei Minderjährigen haben die Eltern immer einen Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag. Egal, ob der Nachwuchs schon berufstätig ist oder nicht.

Volljährige unter 25

Bei volljährigen Kindern, die aber das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, gibt es nur unter bestimmten Bedingungen Kindergeld, siehe nachfolgend.

Berufsausbildung

Wenn der Nachwuchs eine erste Berufsausbildung macht oder studiert, haben die Eltern weiter Anspruch auf Kindergeld.

Übergangszeit

Zwischen Abitur und Studienbeginn und allgemein zwischen dem Schulabschluss und dem Beginn der Ausbildung liegen oft einige freie Monate. Während einer Übergangszeit von höchstens vier Monaten wird das Kindergeld weiter gezahlt.

Kein Ausbildungsplatz

Wer seine Berufsausbildung nicht fortsetzen kann, da er keinen Ausbildungsplatz bekommen hat, wird in dieser Zeit mit Kindergeld unterstützt. Allerdings muss der Ausbildungswille da sein.

FSJ und FÖJ

Wenn unter 25-Jährige ein freiwilliges soziales (FSJ) oder ökologisches (FÖJ) Jahr leisten, gibt es währenddessen Kindergeld. Das gilt aber nur bis zum 21. Lebensjahr.

Behinderung

Wenn Sohn oder Tochter wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht selbst für ihren Unterhalt sorgen können, bekommen die Eltern Kindergeld.

Handelsblatt Online zeigt in einem mehrteiligen Spezial zur Steuererklärung 2011, wie sie bei der Erklärung ihrer Steuern vorgehen sollten, wie Arbeitnehmer möglichst viel Geld vom Finanzamt zurückholen, was Selbstständige beachten müssen und welche Sonderregeln es für Immobilienbesitzer und Kapitalanleger gibt.

Kindergeld und -freibetrag

Wer ist für Kindergeld zuständig?

Bei Fragen rund um das Kindergeld müssen sich Steuerzahler in der Regel an die Familienkassen der Bundesagentur für Arbeit wenden. Sie ist für die Bearbeitung und Auszahlung zuständig.

Wie hoch ist das Kindergeld?

Im Jahr 2015 bekamen Eltern für das erste und zweite Kind monatlich je 188 Euro. Für das dritte Kind gab es 194 Euro, für alle nachfolgenden Kinder 219 Euro. Im Januar 2016 wurde das Kindergeld um je zwei Euro erhöht.

Wie hoch sind die jährlichen Freibeträge?

Die Freibeträge gliedern sich in einen Kinder- und einen Betreuungsfreibetrag. 2015 betrugen sie 2.256 beziehungsweise 1.320 Euro - insgesamt also 3.576 Euro - und verdoppeln sich bei zusammenveranlagten Ehegatten und bei einem verwitweten Ehegatten. Getrennt lebende Elternteile erhalten die Freibeträge jeweils einmal. Die Freibeträge können aber auf einen Elternteil übertragen werden, sofern der andere seiner Unterhaltspflicht „im Wesentlichen“ nicht nachkommt. Für 2016 liegen die Beträge bei insgesamt 3.624 Euro.

Der Freibetrag gliedert sich in einen Kinder- und einen Betreuungsfreibetrag. Wer ein Kind hat, bekommt jährlich 2.208 Euro Kindergeld. Bei zusammen veranlagen Ehegatten mit einem Grenzsteuersatz von 35 Prozent beträgt die Erstattung durch den Freibetrag aber schon 2.430 Euro. Diese Rechnung müssen Eltern allerdings nicht selbst machen. „Das Finanzamt prüft automatisch, welche Variante für Eltern günstiger ist“, sagt Deutsch. Falls die Unterstützung bei einem Freibetrag höher ausfällt, werde das monatlich gezahlte Geld zurückgefordert und mit dem Guthaben, das durch den Freibetrag entsteht, verrechnet.

Grundsätzlich besteht der Anspruch auf Kindergeld nur für Minderjährige. In einigen Fällen zahlt die Familienkasse aber auch noch bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres. Bedingung dafür ist beispielsweise eine Ausbildung oder ein Studium des Kindes. Die Phase zwischen zwei Ausbildungsabschnitten darf höchsten vier Monate lang sein und es muss der Wille zur Ausbildung bestehen, der beispielsweise durch Bewerbungen belegt werden kann. Wenn das Kind absichtlich faulenzt, verlieren die Eltern den Kindergeldanspruch.

Kommentare (16)

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Fritz

20.04.2012, 13:41 Uhr

Und da heisst es, Familien mit Kindern würden für die Gesellschaft besondere finanzielle Opfer bringen.
Ist es nicht eher umgekehrt ?

Sebastian

20.04.2012, 13:46 Uhr

Frechheit, solche Kommentare abzulassen!

jeo

20.04.2012, 13:54 Uhr

...da schließe ich mich an! Was denken Sie denn, wie man für 2208 € ein Kind versorgen soll. Das sind 184 € pro Monat. Schonmal überlegt was eine Packung Windeln kostet.... Ich liebe meine Kinder und hätte sie auch ohne das Kindergeld. Aber auf solche Kommentare können wir wirklcih verzichten!

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