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13.04.2012

09:14 Uhr

Steuererklärung 2011

Warum sich die Steuererklärung auszahlt

VonKatharina Schneider

Viele Arbeitnehmer müssen keine Steuererklärung abgeben, doch die Mühe lohnt sich trotzdem. Wer beispielsweise hohe Ausgaben für den Beruf oder die Altersvorsorge hatte, kann mit satten Rückzahlungen rechnen.

Viele Arbeitnehmer müssen keine Steuererklärung abgeben, doch die Mühe lohnt sich trotzdem.

Viele Arbeitnehmer müssen keine Steuererklärung abgeben, doch die Mühe lohnt sich trotzdem.

DüsseldorfJedes Jahr müssen sich Millionen Deutsche durch die Formulare der Einkommensteuererklärung kämpfen. So will es das deutsche Steuerrecht. Viele Arbeitnehmer bleiben von dieser Pflicht verschont, doch nicht wenige geben trotzdem eine Steuererklärung ab – und das aus gutem Grund.

Für das Steuerjahr 2007 haben knapp zwölf Millionen Steuerpflichtige Geld vom Finanzamt zurückbekommen, im Schnitt 831 Euro. Eine Berechnung des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass von diesen Arbeitnehmern, die nicht selbstständig tätig waren, nur rund 4,4 Millionen eine Steuererklärung abgeben mussten, die anderen haben es freiwillig getan. Zur Nachzahlung wurde gut eine Million Steuerpflichtige gebeten.

Handelsblatt Online zeigt in einem mehrteiligen Spezial zur Steuererklärung 2011, wie Arbeitnehmer möglichst viel Geld vom Finanzamt zurückholen, wie sie bei der Erklärung ihrer Steuern vorgehen sollten, was Selbstständige beachten müssen, wie sich Eltern am besten Unterstützung sichern und welche Sonderregeln es für Immobilienbesitzer und Kapitalanleger gibt.

Wer muss eine Einkommensteuererklärung machen?

Keine Pflicht zur Steuererklärung

Alleinstehende Arbeitnehmer, die nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind, müssen in der Regel keine Steuererklärung abgeben. Das ändert sich, wenn ...

Nebeneinkünfte

- wenn Nebeneinkünfte von mehr als 410 Euro pro Jahr erzielt wurden.

Mehrere Arbeitgeber

- der Arbeitnehmer bei mehreren Arbeitgebern gleichzeitig beschäftigt ist oder war.

Gesamtbetrag der Einkünfte über 8.354 Euro

- keine Einkünfte aus einer Arbeitnehmertätigkeit mit Lohnabzug erzielt wurden, aber der Gesamtbetrag der Einkünfte bei einem Ledigen im Jahr 2014 beispielsweise durch eine Rente über 8.354 Euro liegt.

Lohnersatzleistungen

- Lohnersatzleistungen wie beispielsweise Arbeitslosen- und Elterngeld über 410 Euro pro Jahr bezogen wurden.

Freibetrag eingetragen

- auf der Lohnsteuerkarte ein Freibetrag eingetragen wurde.

Ehegatte in Steuerklasse V oder VI

- der Arbeitnehmer verheiratet ist und einer der Ehegatten nach der Steuerklasse V oder VI besteuert wurde.

Besteuerung nach Faktorverfahren

- der Arbeitnehmer verheiratet ist und die Ehegatten nach dem sogenannten Faktorverfahren besteuert wurde.

Sonstige Bezüge nicht einbezogen

- der Arbeitnehmer nacheinander bei verschiedenen Arbeitgebern beschäftigt war und ein Arbeitgeber einen sonstigen Bezug (beispielsweise Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder Abfindungen) versteuert hat, bei dem der Arbeitslohn beim anderen Arbeitgeber nicht mit einbezogen wurde.

Scheidung

- der Arbeitnehmer geschieden wurde – oder der Ehegatte gestorben ist – und er im gleichen Jahr wieder geheiratet hat.

Verlustvortrag

- zum Ende des Vorjahres ein sogenannter Verlustvortag festgestellt wurde – beispielsweise Verluste aus Vermietung und Verpachtung.

Ein Großteil der Arbeitnehmer muss gar keine Einkommensteuererklärung abgeben. Typischerweise sind dies Alleinstehende, die nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind. Doch die Pflicht kann schnell eintreten, etwa wenn der Arbeitnehmer Nebeneinkünfte von mehr als 410 Euro pro Jahr erzielt, wenn er gleichzeitig bei einem anderen Arbeitgeber anheuert oder heiratet und einer der Ehegatten nach Steuerklasse V oder VI besteuert wird.

Aber auch für jene, von denen der Staat keine Einkommensteuererklärung verlangt, lohnt sich oft die Mühe. „Insbesondere wenn Arbeitnehmer hohe Werbungskosten tragen müssen, ist mit einer Steuererstattung zu rechnen“, sagt Anita Käding, Steuerexpertin vom Bund der Steuerzahler. Und wer die Steuererklärung freiwillig abgibt, kann dies sogar noch vier Jahre nach Ende des Veranlagungszeitraums tun. Bis zum 31. Dezember 2012 können also noch Erklärungen für das Jahr 2008 abgegeben werden.

Der Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von aktuell 1.000 Euro wird automatisch vom Arbeitgeber berücksichtigt, dafür muss niemand extra eine Steuererklärung einreichen. „Die Lohnabrechungssysteme berücksichtigen automatisch jeden Monat ein Zwölftel des Pauschbetrags bei der Berechnung der Lohnsteuer“, erklärt Käding.

Kommentare (9)

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Estelle

13.04.2012, 09:35 Uhr

„Wer hin und zurück insgesamt 15 Kilometer ins Büro fährt, kann für 230 Arbeitstage schon 1.035 Euro geltend machen“

Ist es nicht so, dass man die Entfernungskilometer nur einmal ansetzten kann? Also quasi nur für die Hinfahrt?

Account gelöscht!

13.04.2012, 09:43 Uhr

Nee, nicht ganz. Ansatzfähig sind nur die Hälfte der gefahrenen km. D.h., daß die beispielhaft genannte, einfache Entfernung somit nur 7,5km (gerundet 8km) ist. Demnach sind 230*8*€ 0,30= € 552,00 als Werbungskosten geltend zu machen. Grüßle, GSN

Bliespirat

13.04.2012, 09:48 Uhr

Richtig. Nur die Hinfahrt kann geltend gemacht werden. Ich gehöre auch zu denjenigen, die KEINE Erklärung abgeben, weil ich nie ein Rückzahlung zu erwarten habe. Steuerklasse I, keine Kinder, keine Nebenjobs und die private Altersvorsorge über Entgeldumwandlung. Bei nur 9 km Weg zum Arbeitsplatz ist es für mich einfach unmöglich den Arbeitnehmerpauschbetrag zu knacken. Ich nutze seit Jahren eine Steuersoftware (WISO) um für alle möglichen Bekannten die Erklärung zu erstellen, und alle kriegen mehrere hundert Euro zurück. Nur wenn ich meine Daten eingebe, kommt als Ergebnis eine Nachzahlung von 5,- Euro oder so raus.

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