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26.04.2012

12:55 Uhr

Steuererklärung 2011

Wenn der Gärtner beim Steuernsparen hilft

VonKatharina Schneider

Rund um die Immobilie können Steuerzahler viele Kosten von der Steuer absetzen – selbst die Arbeiten im Garten. Neben Eigentümern können sich auch Mieter auf Rückzahlungen freuen, wenn sie geschickt sind.

Wer für den eigenen Garten einen Gärtner engagiert, kann die Kosten als haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen.

Wer für den eigenen Garten einen Gärtner engagiert, kann die Kosten als haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen.

DüsseldorfViele Ausgaben rund um das Haus und die Wohnung lassen sich von der Steuer absetzen. Davon profitieren alle: Eigentümer, die ihre Immobilie selbst nutzen, Mieter und Vermieter. Besonders lang ist die Liste der absetzbaren Handwerkerleistungen.

Handelsblatt Online zeigt in einem mehrteiligen Spezial zur Steuererklärung 2011, wie sie bei der Erklärung ihrer Steuern vorgehen sollten.

Irgendwas gibt es am Häuschen oder in der Wohnung immer zu verschönern oder zu reparieren. Wer nicht selbst Hand anlegt, sondern einen Handwerker engagiert, kann die Kosten von der Steuer absetzen. Pro Jahr können Steuerzahler Rechnungen in Höhe von 6.000 Euro bei der Einkommensteuererklärung angeben, davon werden 20 Prozent angerechnet, so dass sich ein Steuerbonus von maximal 1.200 Euro ergibt.

Der gilt allerdings pro Haushalt, ist also auch bei Ehepaaren nicht doppelt so hoch. „Wenn eine Renovierung mehr als 6.000 Euro kostet, sollten sich Immobilieneigentümer überlegen, ob es sinnvoll ist, die Arbeiten auf zwei Jahre zu verteilen“, sagt Anita Käding, Steuerexpertin vom Bund der Steuerzahler. Dadurch könnten sie in mehreren Jahren den Steuerbonus nutzen.

Wer muss eine Einkommensteuererklärung machen?

Keine Pflicht zur Steuererklärung

Alleinstehende Arbeitnehmer, die nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind, müssen in der Regel keine Steuererklärung abgeben. Das ändert sich, wenn ...

Nebeneinkünfte

- wenn Nebeneinkünfte von mehr als 410 Euro pro Jahr erzielt wurden.

Mehrere Arbeitgeber

- der Arbeitnehmer bei mehreren Arbeitgebern gleichzeitig beschäftigt ist oder war.

Gesamtbetrag der Einkünfte über 8.354 Euro

- keine Einkünfte aus einer Arbeitnehmertätigkeit mit Lohnabzug erzielt wurden, aber der Gesamtbetrag der Einkünfte bei einem Ledigen im Jahr 2014 beispielsweise durch eine Rente über 8.354 Euro liegt.

Lohnersatzleistungen

- Lohnersatzleistungen wie beispielsweise Arbeitslosen- und Elterngeld über 410 Euro pro Jahr bezogen wurden.

Freibetrag eingetragen

- auf der Lohnsteuerkarte ein Freibetrag eingetragen wurde.

Ehegatte in Steuerklasse V oder VI

- der Arbeitnehmer verheiratet ist und einer der Ehegatten nach der Steuerklasse V oder VI besteuert wurde.

Besteuerung nach Faktorverfahren

- der Arbeitnehmer verheiratet ist und die Ehegatten nach dem sogenannten Faktorverfahren besteuert wurde.

Sonstige Bezüge nicht einbezogen

- der Arbeitnehmer nacheinander bei verschiedenen Arbeitgebern beschäftigt war und ein Arbeitgeber einen sonstigen Bezug (beispielsweise Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder Abfindungen) versteuert hat, bei dem der Arbeitslohn beim anderen Arbeitgeber nicht mit einbezogen wurde.

Scheidung

- der Arbeitnehmer geschieden wurde – oder der Ehegatte gestorben ist – und er im gleichen Jahr wieder geheiratet hat.

Verlustvortrag

- zum Ende des Vorjahres ein sogenannter Verlustvortag festgestellt wurde – beispielsweise Verluste aus Vermietung und Verpachtung.

Welche Tätigkeiten angerechnet werden, kann der Steuerzahler in einer neunseitigen Liste des Bundesfinanzministeriums nachschlagen. Diese reicht von A wie Abflussreinigung über I wie Insektenschutzgitter bis zu W wie Wartung der Wasserversorgung. Hier finden sich auch die absetzbaren haushaltsnahen Dienstleistungen. Zu den wenigen Kosten, die nicht absetzbar sind, gehören beispielsweise Architekten- und Statikerleistungen und Gebühren für die Müllabfuhr.

Wer einen Handwerker engagiert, wird steuerlich in erster Linie bei der Finanzierung der Arbeitskosten unterstützt. Auch Anfahrtskosten und Maschinenstundensätze können angerechnet werden, das verwendete Material jedoch nicht. Außerdem sind einige Bedingungen zu beachten: „Die Handwerker müssen alle Tätigkeiten vor Ort erledigen“, sagt Christian Osthus, Experte für Recht und Steuern beim Zentralen Immobilien Ausschuss. „Wenn beispielsweise Türen abgeschliffen werden, darf der Schreiner sie nicht mit in seine Werkstatt nehmen, sonst kann das Finanzamt die Steuerermäßigung verweigern.“

Wichtig ist auch, dass der Handwerker eine Rechnung ausstellt und diese nicht bar bezahlt wird. Beim Standort der Wohnung oder des Hauses, in dem die Arbeiten verrichtet werden, sind die Finanzämter allerdings großzügig: Auch die Arbeiten an einem Ferienhaus können abgesetzt werden, so lange es sich innerhalb der Europäischen Union befindet.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

26.04.2012, 13:37 Uhr

Der deutsche Depp arbeitet 6 Monate für den Staat damit der am Ende mit fast 20% MwSt und 60-70% Steuern beim Tanken beraubt wird...was da effektiv übrig bleibt von dem was man geleistet hat und wofür die erarbeiteten Gelder drauf gehen??? Reden wir nicht drüber, es wir deinem mehr als schlecht.

Wenn ich dann diese Artikel vom Steuersparen lese, wird mir grad schlecht....das ist doch wohl ein Scherz. Hier gehts schlimmer zu wie im Raubrittertum und dann wird so getan als soll die grosse Freude herrschen weil der Knecht und Sklave 2 Brotkrumen hingeworfen bekommt. Lachhaft!

Deutschland, Politik und Steuern....die Kombination grenzt an einer Perversion. Demokratie noch ganz zu schweigen.

Mollemopp

26.04.2012, 16:12 Uhr

Und das Ganze natürlich nur wenn man alles richtig in seiner Steuererklärung einträgt. Und nur wenn der Handwerker die Türen zum bearbeiten nicht außer Haus schleppt. Dann kann man einen winzigen Teil absetzen. Dafür muss man aber erstmal extrem viel ausgeben und den Lohn überweisen. Manche Handwerker drängen auf sofortige Bezahlung. Sogar gegen Quittung. Ist dann aber nicht absetzbar. Da hat das Finanzamt aber nochmal Glück gehabt. Gott sei Dank ist der Aufwand so groß und die möglich erzielbare Steuerersparnis so gering, dass sich kaum jemand mit dieser Super-Mega-Steuerersparnis befasst. Also wieder nur ein aufgebauschter Vorteil, damit der Normalverbraucher denkt er würde etwas sparen.

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