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13.06.2014

07:05 Uhr

Steuererklärung 2013

Rente schützt nicht vor dem Finanzamt

VonKatharina Schneider

Der offizielle Abgabetermin ist schon beinahe zwei Wochen verstrichen. Nachzügler sollten ihre Steuererklärung nun möglichst schnell abgeben. Auch Rentner müssen diese Pflicht ernst nehmen – trotz drohender Nachzahlung.

Immer mehr Rentner müssen eine Steuererklärung anfertigen. dpa

Immer mehr Rentner müssen eine Steuererklärung anfertigen.

DüsseldorfRechnungen sortieren und Formulare ausfüllen – das kann ganz schön lästig sein. Doch die Aussicht auf hohe Rückzahlungen spornt jedes Jahr Tausende Deutsche dazu an, sogar freiwillig eine Steuererklärung zu machen. Immerhin erstatten die Finanzämter im Durchschnitt fast 900 Euro. Viele Rentner dagegen haben gar keine Wahl: Sie müssen die Steuererklärung ausfüllen - und danach sogar häufig eine Nachzahlung leisten.

Früher hatten sie es einfacher. Bis einschließlich Steuerjahr 2004 wurde nur auf etwa 22 bis 35 Prozent einer Altersrente Einkommensteuer fällig. Bei einem solch geringen Anteil wurden letztlich nur die Gutverdiener zur Kasse gebeten. Doch seit zehn Jahren steigt der steuerpflichtige Rentenanteil und damit auch die Zahl jener, die eine Steuererklärung abgeben müssen.

„Rentner sind steuerrechtlich eher mit Selbstständigen als mit Arbeitnehmern zu vergleichen“, sagt Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine (BDL). Sie erhalten zunächst die volle Rentenzahlung – nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen – und müssen gegebenenfalls später ihre Steuern bezahlen. Bei Arbeitnehmern dagegen führt der Arbeitgeber jeden Monat automatisch Lohnsteuer an den Fiskus ab.

Steuertipps für Rentner

Spenden und Co.

Auch Mitgliedsbeiträge mancher Organisationen, etwa des DRK, sind als Spenden absetzbar. Ebenso Beiträge für Kulturfördervereine.

Behindertenpauschbetrag

Wer erhebliche Gesundheitsprobleme hat, kann Anspruch auf einen Behindertenpauschbetrag haben. Der Hausarzt kann Auskunft geben, ob der Antrag auf einen Behindertenausweis Erfolgsaussichten hat.

Umbau des Hauses

Die Kosten für den behindertengerechten Umbau eines Hauses können als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig sein.

Pflegepauschbetrag

Diesen Betrag gibt es auch, wenn die gepflegte Person in einem Heim untergebracht ist und nur an den Wochenenden zu Hause gepflegt wird.

Versicherungen

Es sollten sämtliche abzugsfähige Versicherungsbeiträge eingetragen werden. Ruheständler können relativ hohe Beiträge absetzen.

Einmalzahlungen

Einmalzahlungen aus Renten- oder Direktversicherungen können steuerfrei sein, wenn die Verträge vor 2005 abgeschlossen wurden.

Werbungskosten

Rentner können Gewerkschaftsbeiträge als Werbungskosten absetzen. Damit dürften einige über die magere Werbungskostenpauschale von 102 Euro kommen.

Quelle

„Steuererklärung 2013/2014 Rentner, Pensionäre“, Stiftung Warentest, ISBN: 978-3-86851-349-3, 14,90 Euro.


Inzwischen gilt: Wer bis 2005 in Rente gegangen ist, muss die Hälfte seiner Rente versteuern. Bei einem späteren Renteneintritt ist der steuerpflichtige Rentenanteil noch größer. Wer sich 2006 zur Ruhe gesetzt hat, muss 52 Prozent der Rente versteuern, bei Renteneintritt 2013 sind es schon 66 Prozent. Bis 2040 wird der steuerpflichtige Anteil auf 100 Prozent steigen. Dies gilt für die sogenannten Altersrenten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, den landwirtschaftlichen Alterskassen, den berufsständischen Versorgungswerken und den kapitalgedeckten Rentenversicherungen („Rürup-Rente“).

Andere Rentenarten werden auch anderes besteuert. Auf sonstige – insbesondere private – Renten müssen weniger Steuern gezahlt werden. Schließlich stammen die früher gezahlten Rentenbeiträge meist aus bereits versteuertem Einkommen. Hier richtet sich der steuerpflichtige Anteil nach dem Alter bei Rentenbeginn.

Je älter der Steuerzahler bei Rentenbeginn war, desto geringer der steuerpflichtige Rentenanteil. Wer beispielsweise ab 61 Jahren eine private Rente bezieht, muss davon 22 Prozent versteuern, bei Rentenbeginn mit 65 Jahren sind es 18 Prozent. Zur dritten Rentenart gehören Leistungen aus der Riester-Rente, aus umlagefinanzierten Zusatzversorgungsrenten und Renten der betrieblichen Altersvorsorge. Sie müssen in der Regel zu 100 Prozent versteuert werden.

Kommentare (8)

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13.06.2014, 08:02 Uhr

Tja, wenn das alles so wäre wie beschrieben ...
Wer in eine ausländische Rentenkasse über Jahrzehnte freiwillige Beiträge aus seinem bereits versteuertem Einkommen einzahlt, wird später vom FA barbiert. Er muss die Rentenzahlung so versteuern, als hätte er bereits bei Prämienzahlung Vorteile in Form von Pauschalversteuerung, etc. erhalten.
Wenn ich mir dieses doppelte versteuern ansehe, erwerben alle Steueroptimierer, die es schaffen diese Ungerechtigkeit zu beheben enorme Sympathiepunkte, entsprechend den Maluspunkten an unseren unersättlichen Finanzminister.

Account gelöscht!

13.06.2014, 08:22 Uhr

Vor dem gierigen Staatskraken schützt weder Rente noch sonst irgendwas. Die Merkel-Junta braucht Geld, um es in der Welt zu verschleudern. Einzig die Pfändungsfreigrenze bietet einen gewissen Schutz gegen den enteignungsgleichen Zugriff der Raubritter.

Account gelöscht!

13.06.2014, 08:23 Uhr

Deshalb - keine (freiwillige) Rentenversicherung! Wer eine Altersvorsorge haben will, macht Kinder.

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