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28.05.2014

12:03 Uhr

Steuererklärung 2013

Wie Anleger ihre Steuerbelastung reduzieren

VonJessica Schwarzer

Für Sparer und Börsianer ist die Steuererklärung keine große Sache mehr. Die Abgeltungssteuer überweisen die Banken automatisch. Trotzdem lohnt sich das Ausfüllen der Anlage KAP oft und manchmal ist es auch Pflicht.

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DüsseldorfWie praktisch: Anleger haben mit der Steuererklärung eigentlich keine Mehrarbeit mehr. Abgeltungssteuer plus Solidaritätsbeitrag überweisen die meisten Banken automatisch an das Finanzamt. Auf Wunsch passiert das auch mit der gegebenenfalls fälligen Kirchensteuer. Sparer und Börsianer müssen sich also nicht selbst um die leidige Abrechnung mit dem Fiskus kümmern. So weit, so einfach. Doch in vielen Fällen lohnt es sich, die leidige Anlage KAP doch auszufüllen – es winken Erstattungen. Denn oft haben Sparer zu viel gezahlt. „Viele Anleger verschenken Geld, wenn sie in der Steuererklärung nicht das entsprechende Kreuz zur Neuberechnung der Kapitalerträge setzen“, sagt Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Neuen Verbands der Lohnsteuerhilfevereine (NVL).

Kapitalerträge bis zu einer Höhe von 801 Euro – der sogenannte Steuerpauschbetrag – sind steuerfrei. Für zusammen veranlagte Ehepaare und eingetragene Lebenspartner wird ein gemeinsamer Sparerpauschbetrag in Höhe von 1.602 Euro gewährt. „Jeder Anleger sollte deshalb bei seiner Bank einen Freistellungsauftrag stellen“, rät Isabell Gusinde von der Postbank. Auch Minderjährige haben Anspruch auf den Freibetrag. „Werden also Kapitalanlagen auf den Nachwuchs übertragen, lässt sich die Pauschale neben den Eltern nochmals zum Steuern sparen ausnutzen“, empfiehlt NVL-Experte Rauhöft.

Für wen lohnt die Anlage KAP?

Steuersatz unter 25 Prozent

Wenn der persönliche Steuersatz unter 25 Prozent liegt, sollten Anleger ihre Einkünfte einzeln in der Anlage KAP erklären, damit sie die zu viel gezahlten Steuern zurück bekommen. Ob der persönliche Satz günstiger ist, prüft das Finanzamt aber nicht automatisch, dafür muss in Zeile vier der KAP ein Kreuz bei „Günstigerprüfung“ gesetzt werden.

Rentner

Wer zu Beginn des Steuerjahres mindestens 64 Jahre als war, hat Anspruch auf einen Altersentlastungsbeitrag. Dadurch kommt zu dem üblichen Sparerpauschbetrag noch ein Freibetrag hinzu. Um den zu erhalten, muss auch die Günstigerprüfung beantragt werden.

Freibeträge nicht genutzt

Auch wer seinen Sparerpauschbetrag nicht optimal ausgenutzt hat, etwa weil er seine Freistellungsaufträge zwischen mehreren Geldinstituten falsch aufgeteilt hat, kann über die KAP Geld zurückholen.

Verluste gemacht

Wer beim Handel mit Wertpapieren Verluste gemacht hat, kann diese ebenfalls in der Anlage KAP geltend machen, um Gewinne und Verluste verschiedener Depots miteinander zu verrechnen. Dadurch verringert sich die Abgeltungsteuer oder die Verluste werden in das kommende Jahre vorgetragen.

Jahreseinkommen unter 8.652 Euro

Wer inklusive Zinsen 2016 nicht mehr als 8.652 Euro (17.304 bei Ehepaaren) steuerpflichtiges Jahreseinkommen hatte, muss gar keine Einkommensteuer zahlen und bekommt die einbehaltene Abgeltungssteuer zurück. Bleibt das in Zukunft voraussichtlich so, können Anleger sich mit einer sogenannte Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheingung) vom Kapitalertragsteuerabzug gänzlich befreien lassen.

Von jedem Euro, der über den Pauschbetrag von 801 Euro hinausgeht, kassiert der Staat 25 Prozent Abgeltungssteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätsbeitrag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Werbungskosten sind mit dem Sparerpauschbetrag abgegolten.

Vor allem wer Kunde mehrerer Banken ist, bekommt oft Geld vom Fiskus zurück. „Das ist oft bei ungünstig verteilten oder überhaupt nicht in Anspruch genommenen Freistellungsaufträgen der Fall“, so Rauhöft. Wichtig für Kunden verschiedener Institute: Der Sparerpauschbetrag gilt nicht pro Institut, sondern pro Kunde und Kalenderjahr für alle Einkünfte aus Kapitalvermögen – und kann ganz nach Wunsch aufgeteilt werden. „Man sollte also jeden Freistellungsauftrag in Höhe der beim jeweiligen Institut zu erwartenden Erträge stellen“, rät die Postbank-Expertin.

Auch wer ein niedriges Einkommen hat und dementsprechend einen persönlichen Steuersatz von weniger als 25 Prozent, sollte aktiv werden. Denn dieser niedrige Steuersatz gilt auch für die Kapitaleinkünfte. Zu viel gezahlte Abgeltungssteuer auf Zinsen, Kursgewinne, Dividenden und Ausschüttungen von Fonds bekommt aber nur zurück, wer auch die Anlage KAP ausfüllt. Geringverdiener, die aufgrund ihres Minieinkommens keine Steuern zahlen müssen, können beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen und ersparen sich so künftig das Ausfüllen der Anlage KAP.

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