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01.06.2015

14:11 Uhr

Steuererklärung

Das müssen Pendler über Fahrtkosten wissen

VonConstanze Elter
Quelle:Haufe.de

Wenn es um Fahrtkosten geht, trifft die Finanzverwaltung eine kleine, aber wichtige Unterscheidung zwischen erster Tätigkeitsstätte und anderen beruflich relevanten Einsatzsatzorten. Ein neues Urteil schafft Klarheit.

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MünchenOb sie von ihrer Wohnung zur ersten Betriebsstätte fahren oder zu verschiedenen Kunden unterwegs sind – das mag für Selbständige keinen großen Unterschied machen. Sehr genau unterscheidet dabei aber die Finanzverwaltung. Ebenso wie Arbeitnehmer können Selbständige Fahrtkosten zur ersten Betriebs- beziehungsweise Tätigkeitsstätte nur mit der Entfernungspauschale geltend machen – also lediglich die einfache Entfernung pauschal mit 30 Cent pro Kilometer absetzen. Bei Geschäftsreisen oder auch ständig wechselnden Einsatzorten können dagegen grundsätzlich alle Fahrtkilometer – entweder pauschal mit 30 Cent oder mit den anteilig ermittelten tatsächlichen Kfz-Kosten – angesetzt werden.

Das dachte sich auch eine freiberufliche Musiklehrerin. Sie unterrichtete an mehreren Kindergärten und Schulen im Auftrag einer Musikschule. Einmal pro Woche fuhr sie mit ihrem privaten Fahrzeug zu jeder Einrichtung, zusätzlich außerdem zur Musikschule und einige Male zu anderen Zielen. Den Unterricht bereitete die Lehrerin in ihrem häuslichen Arbeitszimmer vor, wo sie auch die Instrumente lagerte.

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Ihre Fahrtkosten machte sie im betroffenen Jahr 2008 pauschal mit 30 Cent je gefahrenen Kilometer geltend. Insgesamt belief sich der Betrag auf 1137 Euro. Das Finanzamt jedoch erkannte die Kosten nur zur Hälfte an mit der Begründung, es handele sich um Fahrten zwischen Wohnung und verschiedenen Betriebsstätten. Die Konsequenz: Die Musiklehrerin dürfe nur die Entfernungspauschale für die einfache Entfernung ansetzen.

Das Finanzgericht befand diese Auslegung für zu eng – ebenso wie der Bundesfinanzhof, der den Fall nun zu entscheiden hatte (Az.: III R 19/13). Genau wie ein Arbeitnehmer nicht mehrere regelmäßige Arbeitsstätten haben könne, müssten im Sinne der Gleichbehandlung auch Selbstständige diese Regelung in Anspruch nehmen können.

Was gehört ins Fahrtenbuch?

Betriebliche Fahrten

Hier müssen Datum und Kilometerstand zu Beginn und Ende jeder Fahrt, Reiseziel, Reisezweck und der aufgesuchte Geschäftspartner notiert werden. Auch etwaige Umwege müssen dokumentiert werden.

Private Fahrten

Wer das Fahrzeug privat nutzt, muss nur die gefahrenen Kilometer notieren, nicht aber den Grund der Fahrt.

Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte

Wer von der Wohnung zur Arbeit fährt, muss im Fahrtenbuch nur einen kurzen Hinweis notieren.

Formalia

Das Fahrtenbuch muss zeitnah und in geschlossener Form geführt werden. Es muss die Fahrten vollständig und in einem fortlaufenden Zusammenhang wiedergeben.

Der Bundesfinanzhof stellte zwar heraus, dass der Begriff einer Betriebsstätte weiter zu fassen sei; so schließe beispielsweise auch ein häufiger Wechsel der Einsatzstelle nicht aus, dass der jeweilige Beschäftigungsort eine Betriebsstätte sein könne. Folge man dieser Auslegung, stellten etwa Unterrichtsräume, in denen ein selbstständig Tätiger seine Leistungen gegenüber Kunden erbringe, durchaus Betriebsstätten dar.

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