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03.06.2012

10:55 Uhr

Steuererklärung

Jetzt schnell um Aufschub bitten

Wer seine Steuererklärung noch nicht abgegeben hat, ist jetzt bereits ein paar Tage überfällig. Doch Trödler haben noch eine Chance. So können sie dem Strafzuschlag des Finanzamts entgehen.

Bis zum 31. Mai muss die Steuererklärung beim Finanzamt eingegangen sein - eigentlich. APN

Bis zum 31. Mai muss die Steuererklärung beim Finanzamt eingegangen sein - eigentlich.

MünchenStichtag war am 31. Mai. Wer seine Steuererklärung diesmal nicht pünktlich geschafft hat, muss nicht gleich Strafgelder befürchten. Im Gegenteil: So manches Finanzamt ist dermaßen überlastet, dass die Mitarbeiter froh sind, wenn nicht alle Steuerbürger zum gleichen Termin abgeben, wie der Vorsitzende der Deutschen Steuer-Gewerkschaft, Thomas Eigenthaler, berichtet. Auf Wohlwollen und Nachsicht trifft allerdings nur, wer sich möglichst rasch um eine Verlängerung kümmert, am besten noch im Juni.

Schludern bei der Steuer kann normalerweise richtig teuer werden. Das Finanzamt darf Verspätungszuschläge oder Zwangsgeld festsetzen, wenn die pünktliche Abgabe der Steuererklärung verbummelt wird. Die Strafgelder können bis zu zehn Prozent der fälligen Einkommensteuer ausmachen, maximal 25.000 Euro.

Wer muss eine Einkommensteuererklärung machen?

Keine Pflicht zur Steuererklärung

Alleinstehende Arbeitnehmer, die nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind, müssen in der Regel keine Steuererklärung abgeben. Das ändert sich, wenn ...

Nebeneinkünfte

- wenn Nebeneinkünfte von mehr als 410 Euro pro Jahr erzielt wurden.

Mehrere Arbeitgeber

- der Arbeitnehmer bei mehreren Arbeitgebern gleichzeitig beschäftigt ist oder war.

Gesamtbetrag der Einkünfte über 8.354 Euro

- keine Einkünfte aus einer Arbeitnehmertätigkeit mit Lohnabzug erzielt wurden, aber der Gesamtbetrag der Einkünfte bei einem Ledigen im Jahr 2014 beispielsweise durch eine Rente über 8.354 Euro liegt.

Lohnersatzleistungen

- Lohnersatzleistungen wie beispielsweise Arbeitslosen- und Elterngeld über 410 Euro pro Jahr bezogen wurden.

Freibetrag eingetragen

- auf der Lohnsteuerkarte ein Freibetrag eingetragen wurde.

Ehegatte in Steuerklasse V oder VI

- der Arbeitnehmer verheiratet ist und einer der Ehegatten nach der Steuerklasse V oder VI besteuert wurde.

Besteuerung nach Faktorverfahren

- der Arbeitnehmer verheiratet ist und die Ehegatten nach dem sogenannten Faktorverfahren besteuert wurde.

Sonstige Bezüge nicht einbezogen

- der Arbeitnehmer nacheinander bei verschiedenen Arbeitgebern beschäftigt war und ein Arbeitgeber einen sonstigen Bezug (beispielsweise Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder Abfindungen) versteuert hat, bei dem der Arbeitslohn beim anderen Arbeitgeber nicht mit einbezogen wurde.

Scheidung

- der Arbeitnehmer geschieden wurde – oder der Ehegatte gestorben ist – und er im gleichen Jahr wieder geheiratet hat.

Verlustvortrag

- zum Ende des Vorjahres ein sogenannter Verlustvortag festgestellt wurde – beispielsweise Verluste aus Vermietung und Verpachtung.

Strafen können selbst dann verhängt werden, wenn die Trödler eigentlich Geld vom Fiskus zurückbekämen. "Es geht aber nicht überall gleich streng zu, Finanzbeamte haben einen Ermessensspielraum", sagt die Sprecherin des Neuen Verbands der Lohnsteuerhilfevereine (NVL), Martina Bruse.

Wer sich in den nächsten Tagen - also recht flott nach dem verstrichenen Abgabetermin - bei seinem Finanzamt meldet, kann in der Regel problemlos noch einige Wochen Aufschub für die Steuer herausholen - ganz ohne Strafzuschlag. Ein formloses Schreiben mit kurzer Erklärung genüge, erläutert der Geschäftsführer des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine (BDL), Erich Nöll.

Gründe für die Verzögerung können etwa Dienstreisen sein, Krankheit, ein Umzug oder nach wie vor ausstehende Unterlagen von Bank, Krankenversicherung oder dem Riester-Anbieter.

Kommentare (1)

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ka_sp

06.06.2012, 12:04 Uhr

Das hat mir vor Kurzem sehr viel beim Ausfüllen geholfen - bei dem Dschungel einen Durchblick behalten ist ja nicht gerade so einfach. Also hier eine Hilfestellung für alle freien DienstnehmerInnen, die in Österreich arbeiten: http://www.arbeiterkammer.at/e1a.htm

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