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11.05.2016

11:38 Uhr

Steuererklärung

Steuerzahlerbund bejubelt Fristverlängerung

Vom nächsten Jahr an haben Steuerzahler zwei Monate mehr Zeit, um ihre Erklärung beim Finanzamt abzugeben. Sollte das Formular allerdings verspätetet eingereicht werden, fällt ein höherer Versäumniszuschlag an.

Ein Vordruck für Einkommenssteuererklärung liegt neben einem Aktenordner mit der Aufschrift Finanzamt, einem Stift und einem Taschenrechner. Künftig haben Steuerzahler zwei Monate mehr Zeit, um ihre Erklärung abzugeben. dpa

Vereinfachung von Steuererklärungen

Ein Vordruck für Einkommenssteuererklärung liegt neben einem Aktenordner mit der Aufschrift Finanzamt, einem Stift und einem Taschenrechner. Künftig haben Steuerzahler zwei Monate mehr Zeit, um ihre Erklärung abzugeben.

DüsseldorfWenn am morgigen Donnerstag der Bundestag zustimmt, können Steuerzahler ihre Steuererklärung in den kommenden Jahren bis zum 31. Juli abgeben und nicht mehr bis spätestens 31. Mai des Folgejahres. „Das ist für uns ein großer Erfolg, weil viele Steuerzahler für diesen Zeitraum künftig keine Fristverlängerung mehr beim Finanzamt beantragen müssen, um ihre Erklärung später abgeben zu können“, kommentiert BdSt-Präsident Reiner Holznagel. Sie waren bisher auf solche Anträge angewiesen, weil zum Beispiel erforderliche Unterlagen von Fonds oder Vermietern fehlten.

„Die Finanzämter beginnen ohnehin erst im März mit der Bearbeitung der Steuererklärungen, so dass es nur gerecht ist, wenn auch die Bürger mehr Zeit für die Erklärung bekommen“, betont Holznagel mit Blick auf den bisherigen Gesetzentwurf, der nur eine Verlängerung der Abgabefrist für steuerlich beratene Bürger vorsah.

Im Gegenzug gibt es fallen Zuschläge an, sollten Steuererklärungen verspätet eingereicht werden. Doch dieser Zuschlag fällt weniger scharf aus und wird gegenüber den bisherigen Planungen von 50 auf 25 Euro halbiert. Der Verspätungszuschlag von 25 Euro pro Monat soll nach Angaben aus der Koalition nur diejenigen betreffen, die Steuern nachzahlen müssen.

Diese würden aber nur dann greifen, wenn die Steuererklärung nicht innerhalb von 14 Monaten nach Ende des Besteuerungszeitraumes abgegeben und wenn zugleich keine Fristverlängerung beantragt worden sei, hieß es am Montag in Berlin.

Für 2016 müsste demnach die Steuererklärung bis spätestens Ende Februar 2018 abgegeben werden, wenn man einen Steuerberater hat. Wer Steuern erstattet bekommt, für den ändert sich demnach nichts.

Diese Behörden schauen Ihnen ins Konto

Einleitung

2015 wurden in Deutschland 133.955 Kontoabrufverfahren in Deutschland durchgeführt. Dabei können diverse Behörden die Kontonummer, Name und Geburtsdatum des Kontoinhabers, Verfügungsberechtigungen sowie das Eröffnungs- und Schließungsdatum einsehen. Nachfolgend sind die Behörden aufsteigend aufgelistet, die im vergangenen Jahr die meisten Kontoabrufverfahren eingeleitet haben.

Bafin

2014: 370
2015: 1183

Zollbehörden

2014: 7.052
2015: 6.915

Finanzbehörden

2014: 14.020
2015: 13.003

Staatsanwaltschaften

2014: 26.495
2015: 25.851

Polizeibehörden

2014: 89.542
2015: 86.702

Zudem soll eine Billigkeitsregelung für Steuerpflichtige eingeführt werden, die erstmals nach Ablauf der gesetzlichen Erklärungsfrist zur Abgabe aufgefordert wurden und die bis zur Aufforderung davon ausgehen konnten, keine Steuererklärung abgeben zu müssen.

Für sie sollen Verspätungszuschläge erst vom Ablauf der in der Aufforderung angegebenen Erklärungsfrist an berechnet werden. „Es muss also kein Rentner befürchten, hohe Verspätungszuschläge zahlen zu müssen, weil er fälschlicherweise davon ausgegangen ist, nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet zu sein“, hieß es. Die neuen Regeln sollen zum 1. Januar 2017 in Kraft treten.

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