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09.08.2013

12:42 Uhr

Steuerhinterziehung

Fahnder spionieren im Internet

VonBarbara Moormann

Wer etwas auf Ebay verkauft, kann schnell ins Visier der Steuerfahnder geraten. Genau wie Geldanleger, die von Sammelanfragen des Fiskus betroffen sind. Wem Strafverfahren, Hausdurchsuchung und Nachzahlungen drohen.

Fahndermarke: Wer seine Internetgeschäfte nicht rechtmäßig versteuert, muss mit Konsequenzen rechnen. dpa

Fahndermarke: Wer seine Internetgeschäfte nicht rechtmäßig versteuert, muss mit Konsequenzen rechnen.

Handtrecker, Hutständer oder Champagnerkühler – es gibt nichts, was es nicht gibt beim Online-Auktionshaus Ebay. Die Freude über gute Umsätze dürfte bei einigen Verkäufern aber nicht lange vorhalten. Denn neuerdings nehmen Steuerfahnder die Auktionslisten unter die Lupe.

Die agilen Staatsdiener machen Jagd auf nicht deklarierte Ebay-Versteigerungen. „Je nach Fall drohen Steuerstrafverfahren, die neben der eigentlichen Steuernachzahlung auch Zinsen und Geldstrafe nach sich ziehen können“, erklärt Stefan Arndt, Steuerberater und Fachanwalt für Steuerrecht in Köln. Betroffen sind ahnungslose Verkäufer, die ihre Sachen im Internet anbieten. Zumindest dann, wenn sie mit ihren Geschäften üppige Gewinne machen. Oder machen wollen.

Was Internet-Händlern blüht

Wer ist betroffen?

Betroffen kann jeder sein. Primär sollen aber diejenigen herausgefiltert werden, die nachhaltig und damit gewerblich tätig sind.

Wann ist Umsatzsteuer zu zahlen?

Ab einer Grenze von 17.500 Euro jährlich ist Umsatzsteuer zu zahlen. Wird dieser Grenzwert unterschritten, kann auf die Befreiung von der Umsatzsteuer verzichtet werden.

Wann ist Gewerbesteuer zu zahlen?

Bei Gewinnen über 24.500 Euro kommt zur Umsatzsteuer noch die Gewerbesteuer hinzu.

Wie sieht es bei Steuerhinterziehung aus?

Liegt eine vorsätzliche Steuerhinterziehung vor, kann das Finanzamt zehn Jahre zurückgehen und Steuerbescheide erlassen.

Ab wann ist eine Steuerhinterziehung verjährt?

Strafrechtlich verjährt eine Steuerhinterziehung im Normalfall schon nach fünf Jahren. Für den Rest droht dann keine Strafe mehr. Die Steuernachzahlung ist jedoch für die letzten zehn Jahre möglich.

Welche Zinsen fallen an?

Steuernachzahlungen kosten pro Jahr zusätzlich sechs Prozent Zinsen.

Denn Privatpersonen, die nachhaltig und mit Gewinnerzielungsabsicht Internethandel auf Handelsforen betreiben, erzielen Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb. „Dieser Gewerbebetrieb ist anzumelden“, erklärt Thomas Eigenthaler, Bundesvorsitzender der Deutschen Steuer-Gewerkschaft. Es werden Einkommensteuer und oft auch Umsatzsteuer samt Gewerbesteuer fällig. Eigenthaler beschreibt: „Aus Privatpersonen werden in solchen Fällen dann Unternehmer. Und die müssen dem Finanzamt dann sogar eine Gewinnermittlung vorlegen“.

Doch das macht nicht jeder. Egal ob, er es nicht weiß, nicht wissen will oder „vergisst“, keine Ausrede hilft. „Das Offensichtliche wird oft verdrängt. Besser wäre es, wenn Betroffene ihre Situation abklären. Denn sonst wird die mögliche Steuerpflicht zum Verhängnis“, warnt Arndt.

Die Steuerfahndung hat diese „vergesslichen“ Internet-Verkäufer längst im Visier. „Es wird in Zukunft sicherlich zu verstärkten Stichproben der Fahnder kommen. Vor allem, wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass jemand in großem Stil Handel betreibt, ohne Steuern zu bezahlen“, sagt Eigenthaler. Er geht davon aus, dass vor allem Ebay im Fokus stehen wird.

Kommentare (21)

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keineahnung

09.08.2013, 13:04 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

z.B.-Internet-Blattform-

09.08.2013, 13:09 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

LOGO

09.08.2013, 13:58 Uhr

na da kann mal wieder sehen . überwachung total egal wo. bankgeheimniss ade, internet anonymität ade, briefgeheimnis ade , telephonsicherheit ade. überall wird überwacht und kontrolliert . der büger ist schon lange mehr als gläsern . schlimmer als orwell es jemls prophezeit hat. (...)
und eine anmerkung an den der die schreibfehler dokumentiert. (...)

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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