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20.02.2012

12:27 Uhr

Steuerhinterziehung

Warum Sie mit einer Selbstanzeige günstiger davonkommen

VonGertrud Hussla

Eine Selbstanzeige ist für Steuersünder deutlich günstiger, als erwischt zu werden. Doch für Anleger der Schweiz kann es sich lohnen, auf das Inkrafttreten des Steuerabkommens zu warten.

Nachgerechnet: Selbstanzeige oder nicht?

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DüsseldorfIm ARD-Tatort „Schmuggel“ bestach eine Bank mehrere Zollbeamte, um das Geld ihrer Kunden sicher über die Schweizer Grenze zu bringen. Das hat am Ende zwei Menschen das Leben gekostet. Keine empfehlenswerte Methode, um Schwarzgeld zu legalisieren. 100 Milliarden Euro haben Deutsche schätzungsweise in der Schweiz liegen. Immer neue Daten CDs tauchen auf, bei höheren Summen droht Gefängnis.

Steuersünder fangen jetzt an zu rechnen: Was kostet eine Selbstanzeige? Was kostet es, von den Steuerfahndern erwischt zu werden? Und lohnt es sich für Schweiz-Anleger, die Einmalabgabe nach dem Steuerabkommen abzuwarten, mit der 2013 alle Vermögen nachversteuert werden sollen?

Angenommen ein deutscher Manager ist Ende 2003 von der Schweiz nach Deutschland zurückgekehrt. Er hat auf einem Schweizer Depot 400.000 Euro zurückgelassen, das Geld hat sich über die Jahre um drei Prozent jährlich vermehrt. Die Zinseinkünfte von 106.700 Euro bis 2010 hat die Führungskraft nicht beim Fiskus angegeben. Hatte er einen Grenzsteuersatz von 40 Prozent, hätte er darauf gut 39.000 Euro Steuern zahlen müssen.

Wenn er seine Einkommenssteuererklärungen freiwillig nachträglich korrigiert, muss er jede versäumte Steuerzahlung mit sechs Prozent jährlich versteuern. Er müsste also zusätzlich zur Nachzahlung noch 13.200 Euro Zinsen bezahlen. Dann käme er aber mit einer Überweisung von insgesamt 52.200 Euro an den Fiskus noch relativ billig davon.

Denn würde er vom Finanzamt erwischt, würde es deutlich teurer. Ins Gefängnis kommt er bei dieser Summe zwar nicht. Aber er bezahlt zusätzlich zur Nachzahlung noch eine ordentliche Strafe. Bei einem Nettoeinkommen von 6000 Euro kostet sie etwa 235 Tagessätze zu 200 Euro, also 47.000 Euro. Die Überweisung wäre am Ende mit knapp 100.000 Euro fast doppelt so hoch wie bei der Selbstanzeige. „Dass die Strafe in etwa die gleiche Höhe hat, wie die Steuernachzahlung, entspricht unserer Erfahrung“, sagt Experte Heiko Kubaile von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in Zürich. In jüngster Zeit seien die Strafen sogar noch härter geworden. Sie könnten leicht auch das Eineinhalbfache bis Zweifache der Nachzahlung ausmachen. Vom Karriere-Schaden ganz zu schweigen. Beamte dürfte so ein „Kavaliersdelikt“ regelmäßig ihre Stelle kosten.

Kommentare (9)

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20.02.2012, 12:39 Uhr

SteuerSÜNDER, ich lach mich krank. Ich sehe es inzwischen eher fast schon als Pflicht an dass man diesem Staat das Geld besser entzieht denn jeder Cent in privater Hand ist besser angelegt und dient dem KReislauf besser als dass er diesem ekelhaften Staat mit seinen irrsinnigen Steuern und dieser abartigen Politik zugeführt wird.

Wer so blöd ist und sich selbst anzeigt, dem gehörts auch nicht anders.

Account gelöscht!

20.02.2012, 12:53 Uhr

und wo diese Einstellung hinführt sehen Sie in Griechenland.

BleibimLandundernaehrDichredlich

20.02.2012, 13:02 Uhr

Man kann sich sicher über viele unsinnige Ausgaben mokieren, aber Steuern zahlen gehört nunmal zu den Bürgerpflichten - wir wollen ja auch in einer vernünftige Infrastruktur leben. Und die wird aus Steuern und Abgaben bezahlt. Wenn man etwas ändern möchte sollte man sich engagieren - aber bitte nicht verweigern.

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