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13.01.2010

13:49 Uhr

Steuern

Kombination von Urlaub und Dienstreise absetzbar

Ein neues Urteil des Bundesfinanzhofs dürfte Vielreisenden gefallen. Arbeitnehmer dürfen Dienstreisen künftig auch dann von der Steuer absetzen, wenn sie die Reise um ein paar private Urlaubstage verlängern. Was das Urteil für Steuerzahler bedeutet.

Work-Life-Balance mit Steuervorteil: Touristen am zugefrorenen Trafalgar Square in London. dpa

Work-Life-Balance mit Steuervorteil: Touristen am zugefrorenen Trafalgar Square in London.

HB MÜNCHEN. Vielreisende können in Zukunft private Reisen günstiger mit dienstlichen Entsendungen verknüpfen. Arbeitnehmer können Ausgaben für Dienstreisen künftig auch dann von der Steuer absetzen, wenn sie private Urlaubstage an die Reise anhängen. In einer am Mittwoch veröffentlichten Entscheidung kippte der Bundesfinanzhof (BFH) das sogenannte Aufteilungsverbot zugunsten der Steuerzahler. Dem Gesetz lasse sich kein allgemeines Aufteilungs- und Abzugsverbot für gemischt veranlasste Aufwendungen entnehmen, begründeten die Richter ihre Entscheidung.

Wenn die beruflich veranlassten Zeitanteile fest stehen und nicht von untergeordneter Bedeutung sind, können sie bei gemischt beruflich und privat veranlassten Reisen als Werbungskosten geltend gemacht werden, entschieden die Richter.

Im konkreten Fall hatte das höchste deutsche Steuergericht über die Klage eines IT-Fachmanns zu entscheiden. Dieser hatte im Anschluss an eine berufliche Reise zu einem viertägigen Kongress nach Las Vegas noch drei private Urlaubstage angehängt. Das Finanzamt erkannte zwar die Kosten für die Zeit des Messebesuchs als beruflich veranlasst an, eine Aufteilung der Flugkosten lehnte es aber ab.

Nach dem BFH-Beschluss kann der Kläger aber 4/7 der Flugkosten entsprechend seinem beruflichen Aufenthalt als Werbungskosten geltend machen.

Ein Abzug der Aufwendungen komme dann nicht in Betracht, wenn eine Trennung zwischen beruflichen und privaten Anteilen nicht möglich sei, hieß es in der Entscheidung weiter. Lade etwa ein Arbeitnehmer seinen Chef nach Hause ein, könne er die Kosten dafür nicht absetzen, nannte Richter Heinz-Jürgen Pezzer ein Beispiel. Auch "unverzichtbare Aufwendungen für die Lebensführung" wie etwa Alltags-Kleidung oder Brillen seien nicht als gemischt veranlasste Ausgaben absetzbar.

Der Präsident des Bundesfinanzhofs, Wolfgang Spindler, sagte, er erwarte durch die Entscheidung eine Vereinfachung. "Ich glaube, dass die Streitfragen weniger werden.

Kommentare (1)

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aruba

13.01.2010, 17:11 Uhr

Guten Tag,.... Na das ist doch eine gute " News " jetzt kann VW seine Nuttenreisen nach brasilien voll von der Steuer absetzen. Recht so. besten Dank

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