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12.08.2013

19:47 Uhr

Steuern sparen

So profitieren Anleger von Altverlusten

VonKatharina Schneider

Die Zeit drängt, in diesem Jahr können alte Verluste zum letzten Mal mit Gewinnen aus Wertpapierverkäufen verrechnet werden. Was Anleger jetzt tun sollten, um den Steuervorteil noch zu nutzen.

Getty Images

DüsseldorfAn ihre alten Verlustgeschäfte durch Aktienkäufe möchten sich die meisten Anleger wohl lieber nicht zurückerinnern. Doch Verluste aus der Zeit vor 2009 können in diesem Jahr noch einmal von Nutzen sein, denn sie helfen beim Steuernsparen. Das funktioniert so: Die alten Verluste werden mit neuen Gewinnen verrechnet. Unterm Strich reduziert sich dadurch der Gewinn und somit auch die Steuerschuld.

Damit diese Rechnung aufgeht, ist Eile geboten, denn die Altverluste können in diesem Jahr zum letzten Mal mit Erträgen aus Kursgewinnen verrechnet werden. Ab dem kommenden Jahr wird es schwieriger, dann ist eine Verrechnung nur noch mit Gewinnen aus dem Verkauf bestimmter Sachwerte wie Immobilien und Goldbarren möglich.

Mit „alten“ Verlusten sind solche gemeint, die vor Einführung der Abgeltungsteuer entstanden sind. Zweite Einschränkung: Sie müssen innerhalb der Spekulationsfrist entstanden sein, nur so sind sie steuerlich überhaupt relevant. Die Frist galt bis Ende 2008: Der Gewinn aus Wertpapiergeschäften musste damals nur dann versteuert werden, wenn ein Papier innerhalb eines Jahres gekauft und wieder verkauft wurde. Bei längerer Haltedauer schonte der Fiskus die Anleger.

Diese Begriffe sollten Sie kennen

Einkünfte des Steuerpflichtigen

Auf seine Einkünfte muss der Steuerpflichtige Einkommensteuer zahlen. Dazu zählen bei normalen Arbeitnehmern das Brutto-Jahresgehalt, Einkünfte aus Kapitalvermögen.

Summe der Einkünfte

Von den jeweiligen Einkünften werden die Werbungskosten beziehungsweise Betriebsausgaben abgezogen und dann die Einkunftsarten addiert, egal ob Gewinne oder Verluste. Das ergibt die Summe der Einkünfte.

Gesamtbetrag der Einkünfte

Von der Summe der Einkünfte werden gegebenenfalls sogenannte Entlastungsbeträge abgezogen, zum Beispiel für Alleinerziehende, Rentner und Landwirte. Danach ergibt sich der Gesamtbetrag der Einkünfte.

Einkommen

Vom Gesamtbetrag der Einkünfte werden etwaige Sonderausgaben (beispielsweise Versicherungsbeiträge) und außergewöhnliche Belastungen (wie etwa Krankheitskosten und Ehescheidungskosten) abgezogen.

Zu versteuerndes Einkommen

Vom Einkommen werden die Freibeträge für Kinder und der Härteausgleich abgezogen. Das ergibt das zu versteuernde Einkommen.

Bemessungsgrundlage

Das zu versteuernde Einkommen bildet die Grundlage für die Berechnung der tariflichen Einkommensteuer.

Festzusetzende Einkommensteuer

Anhand der Bemessungsgrundlage wird die festzusetzende Einkommensteuer berechnet. Bei der Bearbeitung der Einkommensteuererklärung gleicht das Finanzamt diese Steuerschuld mit den Vorauszahlungen ab, die der Arbeitgeber bereits vom Bruttolohn einbehalten hat oder Selbständige geleistet haben. Daraus ergibt sich entweder eine Steuererstattung oder eine Nachzahlung.

„Außerdem muss der Anleger die Miesen damals dem Finanzamt gemeldet haben“, sagt Markus Deutsch vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) in Berlin. Das Amt hat dann einen sogenannten Verlustfeststellungsbescheid ausgestellt und führt die Verluste seitdem Jahr für Jahr im Einkommensteuerbescheid auf. Nachträglich können die Verluste nur dann noch gemeldet werden, wenn der Steuerbescheid für das Jahr, in dem sie entstanden sind, noch offen ist.

Wie viel die Verluste heute Wert sind, zeigt eine einfache Beispielrechnung: Hat ein Anleger Altverluste in Höhe von 5.000 Euro und verrechnet diese mit 5.000 Euro Gewinnen, spart er 1.320 Euro Steuern. Denn neben der Abgeltungsteuer von 25 Prozent wird auch der Soli auf die Erträge fällig, insgesamt fließen so 26,4 Prozent ab.

Kommentare (6)

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manthra

12.08.2013, 20:33 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

12.08.2013, 21:22 Uhr

Beim "Verschieben" von Gewinnaktien in ein neues Depot, um dann dort ohne aktuelle Verlustverrechnung die Gewinne zu realisieren, sollte man sich aber im Klaren sein, daß dieser Transfer, je nachdem, Wochen dauern kann. Das heißt, während dieser Zeit kann man seine Wertpapiere nicht "notverkaufen". Sollte also ein Crash passieren oder mit der betreffenden Aktie etwas schieflaufen, kann man nicht reagieren bis sie wieder eingebucht ist.

DowJones

12.08.2013, 21:55 Uhr

Wieso sollte das HB als (ehemalige) seriöse Wirtschaftszeitung auch davon berichten? Man ist doch nur noch bestrebt auf Bildzeitungsniveau die Auflage zu steigern.
Qualitätsjournalismus vermisst man doch schon seit langer, langer Zeit ...

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