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09.12.2011

12:08 Uhr

Steuern und Zulagen

Was Anleger jetzt noch rausholen können

VonNiklas Hoyer, Martin Gerth, Daniel Schönwitz
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Rote Zahlen im Depot helfen, künftige Steuerzahlungen zu senken, populäre Steuermodelle floppen zu oft. Wie Anleger bei der Abgeltungsteuer sparen und sich Riester intelligent nutzen lässt.

In der Krise setzen viele Sparer wieder auf Gold. In Zukunft könnten Papiergold-Anleger Steuervorteile haben. dpa

In der Krise setzen viele Sparer wieder auf Gold. In Zukunft könnten Papiergold-Anleger Steuervorteile haben.

DüsseldorfViele Anleger haben mit steueroptimierten Investments so ihre Erfahrungen gemacht, meist verlustreiche. Bei vielen geschlossenen Fonds, über die Anleger Immobilien, Schiffe oder zum Beispiel Solarparks finanzieren, reichten ihre Steuervorteile, wenn das Finanzamt sie überhaupt gewährte, nicht aus, um die Verluste aus der eigentlichen Investition auszugleichen.

Vermittler und Bankberater müssen sich daher etwas Neues einfallen lassen. Nun raten sie etwa zur Riester-Rente, die staatliche Zuschüsse und Steuervorteile kombiniert. Doch auch deren Rendite fällt oft mau aus. In einigen Fällen können Anleger aber tatsächlich Steuern sparen, etwa mit der Verrechnung von Altverlusten oder bei Goldinvestments.

Papiergold glänzt wieder

Viele Sparer setzen in der Krise auf Gold. Einige haben an der Börse spezielle Wertpapiere gekauft, die mit Gold hinterlegt sind. Während Gewinne aus Goldmünzen oder -barren nach einer Mindesthaltedauer von einem Jahr steuerfrei sind, mussten Anleger auf ihre Gewinne aus dem börslich gehandelten Papiergold bislang Abgeltungsteuer zahlen, selbst wenn sie sich als Käufer der Wertpapiere auch physisches Gold ausliefern lassen können.

Doch nun können die Papiergold-Käufer auf Steuerfreiheit hoffen. In einigen Fällen gewährte das Finanzamt den Vorteil, nachdem Anleger Einspruch gegen ihren Steuerbescheid eingelegt hatten. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. „Bei manchen Ämtern bekamen Anleger Geld zurück, bei anderen nicht“, weiß Sebastian Meinhardt, Steuerberater bei KPMG in Frankfurt. Wer etwa Goldfonds gekauft hat, sollte auf jeden Fall Einspruch einlegen.

Der Aktiencrash hat in diesem Jahr in vielen Depots tiefe Spuren hinterlassen. Gut, dass Anleger Verluste nutzen können, um zumindest ihre Steuer auf andere, gewinnträchtige Investments zu drücken. Allerdings gibt es in der Praxis einige Haken, die Steuerpflichtige beachten sollten.

Problemlos läuft es bei Anlegern, die alle Kapitalanlagen bei einer Bank liegen haben. Die Bank verrechnet automatisch Gewinne und Verluste. Bleibt in einem Jahr unter dem Strich immer noch ein Verlust, überträgt die Bank den Betrag auf das folgende Steuerjahr.

Kommentare (1)

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Mazi

09.12.2011, 14:39 Uhr

Ich halte es für nicht gut, wenn hier mit der "Angst" etwas zu verpassen, etwas versäumt zu haben, gespielt wird oder angedeutet wird, wer heute nicht riestert und später kaum Rente erhält, sei selbst schuld. Für ganz besonders schlimm halte ich es, wenn der Unterschicht versucht wird, ein schlechtes Gewissen zu machen, eigentlich aber nur abgezockt wird.

Hier wird das Beispiel "Riester-Rente" angesprochen. Es ist doch wohl gesicherte Erkenntnis, dass der "Riester-Sparer" sein um die Zulagen erhöhtes Sparkapital nur dann zurück erhält, wenn er ein sehr hohes Alter erreicht. Einige Analysten wollen nachweisen können, dass der Riester-Sparer dann eine adäquate Verzinsung erhält, wenn er das Alter von 100 Lebensjahren überschreitet. Adäquat ist heute bekanntlich nicht viel und die Hunderjährigen sind zwar mehr geworden, sind aber immer noch nicht signifikant.

Bei näherer Betrachtung ist die ganze Sache moralisch betrachtet großangelegter, gemeinsamer Betrug aus niederen Beweggründen.

Zur Versachlichung derartiger Bericht, sollte daher der vorgenannte kritische Aspekt nicht unerwähnt bleiben. Ohne diesen Punkt ist der Artikel eher unter dem Titel: "Was Anleger jetzt noch reinlegen können" zu plazieren. M.E. ist der Artikel reine Werbung, sollte deshalb auch als solchen gekennzeichnet sein.

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