Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.03.2014

11:52 Uhr

Steuerrecht

Wenn der Hausverkauf den Kredit nicht tilgt

VonPaul Lauer

Das Haus ist verkauft, doch das Darlehen noch nicht abbezahlt. Können die weiterhin anfallenden Zinsen steuerlich geltend gemacht werden? Unter bestimmten Bedingungen, ja. Der Steuertipp der Woche.

Eine Immobilie steht zum Verkauf. Auch nach der Veräußerung ist ein Schuldzinsabzug möglich. dpa

Eine Immobilie steht zum Verkauf. Auch nach der Veräußerung ist ein Schuldzinsabzug möglich.

Wer in Zeiten niedriger Zinsen in Immobilien investiert, könnte gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Nicht nur sind Immobilienkredite derzeit so günstig wie nie am Markt zu haben. Angesichts steigender Nachfrage nach Wohnraum in Ballungsgebieten stehen die Chancen auch gut, Haus oder Wohnung lukrativ zu vermieten. Schließlich gewährt das Finanzamt dem Kreditgläubiger auch noch die Möglichkeit, die anfallenden Kreditzinsen in der Steuererklärung abzusetzen – bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung.

Doch was passiert, wenn der Gläubiger die Immobilie vorzeitig verkaufen will und das Darlehen zu dem Zeitpunkt noch nicht vollständig getilgt ist und der Gläubiger weiterhin Schuldzinsen an die Bank zahlen muss? Ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts Niedersachsen stellt nun klar: Der Betroffenen kann die Zinsen auch in einem solchen Fall unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich geltend machen (FG Niedersachsen, Urteil v. 30.8.2013, 11 K 31/13).

Tipps zur Steuererklärung

Abgabefrist

Wer seine Einkommensteuererklärung für das Jahr 2015 selbst anfertigt, muss sie bis zum 31. Mai 2016 abgegeben. Wer mehr Zeit braucht, kann beim Finanzamt einen Antrag auf Fristverlängerung stellen. Erledigt ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein die Steuererklärung, endet die Frist erst am 31. Dezember 2016.

Nachfragen vermeiden

Damit das Finanzamt die Steuererklärung schnell bearbeiten kann und keine Nachfragen stellen muss, sollten Steuerzahler zu allen Rückforderungen Belege mitschicken. Um die Werbungskosten zu begründen, kann es hilfreich sein, den ausgeübten Beruf möglichst genau anzugeben.

Anleitung zur Steuererklärung

Wer seine Steuererklärung selbst erledigt, sollte auf jeden Fall die Anleitung (von dort aus auf Steuerformular > Einkommensteuer > Einkommensteuer 2014 klicken) lesen, die das Bundesfinanzministerium in seinem Formularkatalog veröffentlicht. Das Finanzamt setzt voraus, dass der Steuerzahler sich diese Anleitung genau durchgelesen hat.

Steuererklärung kopieren

Um den Steuerbescheid später kontrollieren zu können, sollten Steuerzahler eine Kopie ihrer Steuererklärung behalten - entweder gedruckt oder gespeichert als Datei.

Rechtsprechung beachten

Bevor Steuerzahler ihre Erklärung beim Finanzamt abgeben, sollten sie sich über laufende Verfahren zum Steuerrecht informieren. Häufig lässt sich die Rechtsprechung auf den persönlichen Fall übertragen. Auch, wenn ein Sachverhalt noch nicht endgültig geklärt ist, kann es sich lohnen die Ausgaben bei der Steuererklärung geltend zu machen. Bei positivem Prozessausgang besteht auch nach vielen Jahren noch die Chance auf eine Steuererstattung.

Elektronische Übermittlung

Seit 2012 sind sehr viel mehr Steuerzahler verpflichtet, ihre Steuererklärung elektronisch zu übermitteln. Unternehmer müssen nahezu sämtliche Steuererklärungen für den Veranlagungszeitraum 2011 elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Ausgenommen von dieser Pflicht sind Arbeitnehmer, die keine sogenannten Gewinneinkünfte haben.

In dem Streitfall hatte das Finanzamt den Abzug der Zinsen für ein Hypothekendarlehen als Werbungskosten nicht anerkannt, weil die Zinszahlungen nach dem Verkauf des vermieteten Objekts angefallen waren. Das Finanzamt begründete seine Entscheidung damit, dass es keinen wirtschaftlichen Zusammenhang gebe zwischen den Schuldzinsen und den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung. In diesem Falle seien die Zinsen vielmehr eine Gegenleistung für die Überlassung von Kapital, mit dem der Verkäufer aber keine Mieteinnahmen mehr erzielt.

Da die Immobilie zudem außerhalb der Spekulationsfrist von zehn Jahren veräußert worden sei, könnten die nachträglichen Schuldzinsen in der Steuererklärung auch nicht als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung berücksichtigt werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×