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04.01.2011

21:37 Uhr

Steuerthema der Woche

Bürger und Unternehmen müssen viele neue Steuerregeln beachten

VonOliver Holzinger

Der Fiskus überschüttet Steuerzahler für 2011 erneut mit einer Flut von neuen Vorschriften und Verwaltungsanweisungen. Dabei sind es dieses Mal eher die vielen Einzelmaßnahmen in verschiedenen Bereichen, die von Privatbürgern und Unternehmen zu beachten sind.

DÜSSELDORF. Anders als in den vergangenen Jahren fehlt es 2011 an den großen Reformen, die gab es in den Vorjahren im Überfluss. Fast ohne Änderungen kommen sogar die Tarife davon. So ist im Vergleich zu den beiden Vorjahren der Einkommensteuertarif zum Jahreswechsel nicht weiter gesunken, aber auch nicht gestiegen. Der Grundfreibetrag liegt bei 8 004 Euro und der Eingangsteuersatz beträgt 14 Prozent. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent greift ab einem zu versteuernden Einkommen von 52 882 Euro und die Reichensteuer mit 45 Prozent auf das Einkommen oberhalb von 250 730 Euro. Private Kapitaleinnahmen selbst in Millionenhöhe werden nur pauschal mit 25 Prozent Abgeltungsteuer erfasst. Nur ganz am Rande gab es Tariferhöhungen, in vier Bundesländern bei der Grunderwerbsteuer sowie generell mit der neuen Fluggaststeuer.

Statt der großen Reform rückt besonders das Jahressteuergesetz 2010 in den Fokus, das in einer Vielzahl thematisch nicht verbundener Einzelmaßnahmen insgesamt rund 180 Veränderungen an den Steuergesetzen bringt, etwa einem verbesserten Abzug der Kosten für das Arbeitszimmer, Einschränkungen beim Vorsteuerabzug im Immobilienbereich oder verminderte Abzugsmöglichkeiten bei den haushaltsnahen Dienstleistungen.

Neben vielen geänderten Einzelregeln ist insbesondere die zunehmende elektronische Kommunikation mit dem Finanzamt zu nennen, bei der Unternehmen ihre Steuererklärungen elektronisch abgeben müssen und die EDV bei Arbeitnehmern durch den Wegfall der Lohnsteuerkarte Einzug genommen hat. Hinzu kommen weitere Kontrollen, insbesondere bei der Geldanlage, welche erst durch die eingeführte bundeseinheitliche Steuer-Identifikationsnummer möglich geworden sind.

Neben den Gesetzesänderungen gibt es neue Verwaltungsanweisungen zu beachten. Das gilt für die aktualisierten Lohnsteuer-Richtlinien 2011 sowie den komplett neu eingeführten Anwendungserlass, der die Umsatzsteuer-Richtlinien ersetzt hat. Eine gesetzliche Änderung für 2011 wurde dagegen auf dem Verwaltungsweg um ein Jahr auf 2012 verschoben, nämlich die elektronische Abgabe der Steuerbilanz an das Finanzamt.

Oliver Holzinger ist Steueranwalt und Chefredakteur von "Der Betrieb".

Kommentare (1)

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Charly W.

05.01.2011, 14:51 Uhr

Hat denn wirklich jemand geglaubt die Politik würde Wort halten? Steuersenkung, Steuervereinfachung? Fehlanzeige.
Das Leben des bürgers und auch kleineren Unternehmers muss noch komplizierter werden. Die Quittung wird kommen, ganz sicher.

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