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05.11.2013

14:29 Uhr

Steuervorteil

Lukrative Weihnachtsgeschenke vom Chef

VonKatharina Schneider

Über das Weihnachtsgeld freuen sich nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch der Fiskus. Denn die Sonderzahlung muss voll versteuert werden. Wer Anspruch auf dieses Extra hat und warum sich auch andere Geschenke lohnen.

Ein Weihnachtsmann: Bald beginnt für ihn die heiße Phase des Jahres. dpa

Ein Weihnachtsmann: Bald beginnt für ihn die heiße Phase des Jahres.

DüsseldorfEigentlich ist so eine Sonderzahlung wie das Weihnachtsgeld ja etwas Schönes. Und nach einer aktuellen Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung darf sich darauf dieses Jahr mehr als jeder Zweite Arbeitnehmer in Deutschland freuen. Dumm nur, dass sich dadurch im Monat der Überweisung der Steuersatz erhöht.

„Bei einer Weihnachtssonderzahlung lässt sich die Steuerpflicht nicht umgehen“, sagt Anita Käding vom Bund der Steuerzahler. Ärgern müssen sich Arbeitnehmer dennoch nicht. „Wer in einem Monat zu viel Steuern zahlt, kann sich das Geld mit der Einkommensteuererklärung im folgenden Jahr wieder zurückholen.“ Das ist zwar ein bisschen Aufwand, doch die meisten Arbeitnehmer können – auch unabhängig vom Weihnachtsgeld – mit der Steuererklärung profitieren.

Wer die Steuern umgehen will, kann anstelle des Weihnachtsgelds auch andere Extras mit dem Chef vereinbaren. „Eine gute Alternative sind geldwerte Vorteile wie Gutscheine, Dienstwagen oder ein Fahrtkostenzuschuss“, sagt Markus Deutsch vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Auch ein Darlehen von bis zu 2.600 Euro pro Jahr kann der Chef zinsgünstig oder zinslos gewähren, ohne dass der Angestellte dafür Steuern und Sozialabgaben zahlen muss.

Was sich alles von der Steuer absetzen lässt - und was nicht

Hochwertige Oldtimer

Nein, die kann man nicht absetzen. So entschied das Finanzgericht Baden Württemberg, dass Autoliebhaber die Kosten eines teuren Oldtimers als Betriebsausgaben nicht geltend machen können (Az. 6 K 2473/09). Die Richter meinten, diese unangemessenen Repräsentationsaufwendungen seien als Betriebsausgaben nicht abzugsfähig.

Luxusauto

Geht nicht immer, aber manchmal schon. Unternehmer sollten eher davon absehen, sich einen teuren Firmenwagen zuzulegen. Die Richter des Finanzgerichts Nürnberg meinten, ein zweisitziger Mercedes 500 SL deute eher auf einen privaten Fahrspaß hin, als auf Geschäftsfahrten und erkannten die Betriebsausgaben nicht an (Az. I 111/2003). Anders die Richter des Niedersächsischen Finanzgerichts, sie ließen einen Mercedes Roadster 500 SL durchgehen. 75.000 Euro wurden hier anerkannt (Az. 6 K 547/95).

Augenlasern

Hier zahlt der Fiskus teilweise mit. Nach dem deutschen Steuerrecht sind nämlich ärztliche Behandlungen und auch notwendige Operationen außergewöhnliche Belastungen, sofern sie eine bestimmte Zumutbarkeitsgrenze überschreiten. Was wiederum von der Familiensituation abhängig ist. Nach der Rechtsprechung und den Anweisungen der Finanzdirektionen wird eine Augenlaserbehandlung als eine solche außergewöhnliche Belastung anerkannt. Man muss in seiner Steuerklärung einen Beweis für die entstandenen Kosten erbringen und kann diese somit von der Steuer absetzen.

Internate

Auch hier macht der Fiskus mit. Aber nur, soweit es um den Unterricht geht. Kost und Logis müssen schon die Eltern selbst zahlen. Abzugsfähig sind laut Bund der Steuerzahler grundsätzlich 30 Prozent, höchstens aber 5000 Euro.

Füllfederhalter

Eine Luxus-Füllfeder ist ebenfalls steuerlich absetzbar. In einem konkreten Fall ging es um die Anschaffung einer Mont­blanc-Füllfeder samt Etui in der Höhe von 460 Euro. Der Betroffene betonte, dass die Füllfeder ausschließlich aus beruflichen Gründen angeschafft worden sei. Eine private Nutzung sei mangels Veranlassung ausgeschlossen, vielmehr benötige er das Schreibgerät zum Setzen von Unterschriften, Planungen und Arbeitsvorbereitungen für Mitschriften bei Konferenzen und Seminaren. Dies sei insbesondere in Hinblick auf die durch einfache Schreibwaren hervorgerufene Unleserlichkeit der Handschrift geboten. Einen Haken hat die Sache allerdings, bisher gibt dazu nur ein Urteil in Österreich. Bei entsprechender Erklärung, könnte das aber auch in Deutschland klappen.

Samenspende

Funktioniert. Mag sein, dass der entsprechende Eintrag auf der Steuererklärung nicht ganz leicht fällt. Doch es lassen sich Steuern sparen. Wer krankheitsbedingt zeugungsunfähig ist, kann die Kosten für Spendersamen laut einem Urteil steuerlich geltend machen, und zwar als außergewöhnliche Belastung. Dann sind die Aufwendungen abzugsfähig, entschied der Bundesfinanzhof (Az. VI R 43/10)

Bordellbesuche

Es war zu vermuten. Nein, die sind nicht absetzbar. Aber es wurde bereits versucht, und der Bundesfinanzhof hatte darüber zu entscheiden (Az. III R 21/86 ). Argumentiert wurde wie folgt: Eine steuerlich absetzbare Bewirtung als Betriebsausgaben im Sinne des Einkommenssteuergesetzes liegt nur dann vor, wenn die Darreichung von Speisen oder Getränken eindeutig im Vordergrund steht. Beim betrieblichen Bordellbesuch geht es jedoch anders als bei einem Restaurantbesuch nicht um die Schaffung eines angenehmen Rahmens für geschäftliche Gespräche. Das persönliche Vergnügen tritt zu sehr in den Vordergrund. Entsprechende Aufwendungen sind somit nicht von der Steuer absetzbar.

Fitnessstudio

Geht. Sport kann von der Steuer abgesetzt werden. Bei medizinischer Notwendigkeit macht der Fiskus mit. Das Finanzgericht München entschied einen entsprechenden Fall (Az. 1 K 2183/07). So kann das Fitness-Studio von der Steuer abgesetzt werden, wenn der Patient Rückenbeschwerden hat, die durch gezielten Sport eine Verbesserung nach sich ziehen würden. Wichtig ist aber eine Bescheinigung vom Amtsarzt. Dieser muss klarstellen, dass hier eine medizinische Notwendigkeit für den Sport vorliegt.

Beitrag für den Golfclub

Nein, das geht nicht. Der Golfclubbeitrag ist nicht steuerlich absetzbar. Das Finanzgericht Köln hat entschieden, dass ein Händler von Sportartikeln auch nicht anteilig seinen Mitgliedsbeitrag für einen Golfclub steuerlich geltend machen kann (Az. 10 K 3761/08). Die Ausübung einer Trendsportart wie Golf betreffe in erheblichem Umfang die private Lebensführung. Deswegen lässt sich hier nichts absetzen.

Beliebt sind auch Zuschüsse zur Kinderbetreuung und Essensgutscheine oder Restaurantschecks. Wenn der Arbeitnehmer so täglich einen Zuschuss zum Mittagessen in Höhe von maximal 3,10 Euro nutzt, kommt aufs Jahr gesehen schon einiges zusammen.

Zudem können Angestellte in Modegeschäften oder einem Supermarkt von Mitarbeiterrabatten profitieren. Pro Jahr dürfen sie einen Vorteil von bis zu 1.080 Euro einstreichen ohne darauf Steuern oder Sozialabgaben zahlen zu müssen. „Die geldwerten Vorteile können miteinander kombiniert werden“, sagt der Berliner Steuerberater Deutsch. Arbeitnehmer müssen sich also nicht zwischen der einen oder anderen Leistung entscheiden.

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