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24.07.2014

13:42 Uhr

Steuerzahler-Studie

Deutsche zahlen artig Steuern – trotz Protest

VonKatharina Schneider

Über eine zu hohe Steuerbelastung und ein unfaires System hat wohl jeder schon einmal geflucht. Aber deshalb gleich zum Steuerhinterzieher werden? Eine Studie zeigt eine erstaunlich hohe Steuermoral in Deutschland.

Gleich zum Finanzamt oder doch auf die Polizei warten? Die Deutschen mögen es ehrlich. dpa

Gleich zum Finanzamt oder doch auf die Polizei warten? Die Deutschen mögen es ehrlich.

DüsseldorfBeim Thema Steuern teilen die Deutschen ordentlich gegen den Staat aus: Die persönliche Steuerbelastung ist zu hoch und das Steuersystem ungerecht, die steuerlichen Pflichten sind zu schwierig zu erfüllen und dann verschwendet der Staat auch noch das eingesammelte Geld. Die Kritik ist scharf, doch zu notorischen Steuerhinterziehern werden die Deutschen deshalb noch lange nicht – im Gegenteil, die Steuermoral ist so hoch wie nie.

„Die Deutschen haben ein sehr gespanntes Verhältnis zu ihrem Steuersystem – aber sie halten es für wichtig und richtig, die Steuergesetze einzuhalten“, so lässt sich das Ergebnis einer repräsentativen Studie zur Steuermentalität und Steuermoral zusammenfassen, die der Bund der Steuerzahler (BdSt) NRW am Donnerstag vorgestellt hat. Es ist bereits die siebte Studie dieser Art, befragt wurden diesmal 1008 Personen.

„Die Einstellungen der Deutschen haben sich seit der letzten Studie 2008 ganz gravierend verändert“, sagen die Steuerexperten. So hat sich die sogenannte Steuermentalität – also die grundsätzliche Einstellung der Bürger zum Steuersystem, zur Steuergerechtigkeit und zu ihrer individuellen Steuerlast – verschlechtert. 85 Prozent der Deutschen halten ihre Steuern für zu hoch. Das ist der höchste Wert, der in einer solchen Studie jemals erfasst wurde. Besonders stark belastet fühlen sich Selbstständige und Freiberufler, Ledige und Angehörige der gehobenen Mittelschicht.

Auch das relative Steuerbelastungsgefühl ist gestiegen: Fast drei Viertel der Bürger sind davon überzeugt, dass sie im Vergleich mit anderen zu viel Steuern zahlen. Hinzu kommt, dass der zeitliche und finanzielle Aufwand zur Erfüllung der steuerlichen Pflichten – die sogenannten Compliancekosten – als zu hoch empfunden wird. Dieser Meinung sind zwei Drittel der Deutschen. Und rund 21 Prozent bewerten den Aufwand sogar als sehr hoch.

Ein weiterer Einflussfaktor ist die Gerechtigkeit des Steuersystems: Eine deutliche Mehrheit von 82 Prozent der Deutschen fordert die Abschaffung der kalten Progression, bei der Einkommenssteigerungen durch höhere Steuersätze und Inflationseffekte aufgezehrt werden. Auch die Kritik an der öffentlichen Verschwendung wird lauter: 95 Prozent der Bürger sind der Ansicht, dass der Staat viel zu verschwenderisch mit dem ihm anvertrauten Geld umgeht. 2008 lag der Wert immerhin noch drei Prozentpunkte niedriger. „Spektakuläre Projekte wie der Flughafen Berlin-Brandenburg hinterlassen hier ihre Spuren“, so die Steuerexperten.

Fristen und Verjährung bei Steuerhinterziehung

Steuerrecht – Verjährung nach 10 Jahren

Die maximale Verjährungsfrist von zehn Jahren gilt für die Fälle, in denen vorsätzlich Steuern hinterzogen wurden. Dazu gehören beispielsweise die klassischen Konten im Ausland.

Steuerrecht – Verjährung nach 5 Jahren

Leichtfertige Steuerhinterziehungen verjähren nach fünf Jahren. Dazu zählt etwa, wenn ein Unternehmer seine Buchführung vernachlässigt.

Steuerrecht – Verjährung nach 4 Jahren

Die Normalverjährung von vier Jahren ist in der Praxis beispielsweise dann relevant, wenn einer Person bloß versehentlich bei der Steuererklärung ein Fehler unterlaufen ist, etwa ein Zahlendreher. Hier müsste das Finanzamt den Beweis erbringen, dass dies vorsätzlich geschehen ist, wenn es die verlängerte Frist geltend machen will.

Steuerrecht – Fristbeginn

Die Frist beginnt stets zum 31. Dezember des Jahres, in dem die Steuererklärung abgegeben wurde. Wurde also eine Steuererklärung für 2003 im Jahr 2004 abgegeben, beginnt die Verjährung am 31. Dezember 2004. Bei einer Frist von zehn Jahren könnte sich ein Steuerhinterzieher also erst nach dem 31. Dezember 2014 in Sicherheit wiegen.

Steuerrecht – Praxis

Bei einer vorsätzlichen Steuerhinterziehung kann das Finanzamt verlangen, dass die Steuererklärungen für die letzten zehn Jahre nachgearbeitet werden. Bei einer leichtfertigen Steuerhinterziehung könnten die Steuererklärungen für die vergangenen fünf Jahre verlangt werden.

Strafrecht – Verjährung nach 5 Jahren

Im Strafrecht beträgt die normale Verjährungsfrist fünf Jahre. Für die besonders schweren Fälle kann eine verlängerte Frist von zehn Jahren greifen.

Strafrecht – Fristbeginn

Die Verjährungsfrist beginnt im Strafrecht taggenau. Das heißt: Wird der Steuerbescheid am 10. März 2009 bekannt gegeben, endet die Verjährung am 10. März 2014.

Strafrecht – Schwere Fälle

Ende 2008 wurde die geltende Regelung für die sogenannten „besonders schweren Fälle“ modifiziert. Seither gilt: Wurden Einnahmen verschwiegen, die zu einer Nachzahlung von 100.000 Euro pro Jahr führen oder wurde eine ungerechtfertigte Steuervergütung von mindestens 50.000 Euro erschlichen, so soll keine Geldstrafe mehr möglich sein. Die Verjährung in diesen Fällen beträgt strafrechtlich dann 10 Jahre.

Trotz dieser Unzufriedenheit ist die Steuermoral so hoch wie nie. „Von Steuerhinterziehung als ‚Volkssport‘ kann also keine Rede sein!“, so die Steuerexperten des BdSt. Die Steuermoral hat sich sogar erheblich verbessert. Dies ist am Steuermoralindex zu erkennen, der von 4,28 im Jahr 2008 auf 4,8 in diesem Jahr gestiegen ist. 82 Prozent der Bürger halten Steuerhinterziehung für generell unmoralisch (2008: 67 Prozent; 1997: 55 Prozent).

Kommentare (6)

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Herr Frank Cebulla

24.07.2014, 14:14 Uhr

Nachdem der deutsche Staat sich Einblicke in alle Konten, Arbeitsaufzeichnungen, Geschäfte selbst genommen hat wird es immer schwere dem auszuweichen.
Solange aber der deutsche Staat billionen €, gegen den deutschen Steuerzahler an die €-Zone, EU, eigene "Freundeskreise und Familien" und unnütze Ausgaben lt. Rechnungshof verteilt ist die Steuerhinterziehung genauso zu bewerten wie das unkontrollierte verteilen deutscher Steuergelder für sinnlose Projekte in Europa.
Wann werden diese Tatsachen mal in den deutschen Medien massivst gegeißelt und mit Strafe belegt?

Herr Mmnews De

24.07.2014, 14:30 Uhr

Steuerverschwendung: Wann gehen Politiker in den Knast?

Die Beträge, die Hoeneß an Steuern hinterzogen hat, sind im Vergleich zu den Steuerverschwendungen durch die Parlamentsfüllmasse im Deutschen Bundestag, zum Beispiel in Form von Rettungsfonds für diverse Bankster oder hoch verschuldete Länder, nur "Peanuts"!

"Wenn du dich weigerst, ungerechte Steuern zu bezahlen, wird dein Eigentum konfisziert.
Wenn du versuchst, dein Eigentum zu verteidigen, wirst du festgenommen.
Wenn du dich der Festnahme widersetzt, wirst du niedergeknüppelt.
Wenn du dich dagegen wehrst, wirst du erschossen.
Diese Maßnahmen sind bekannt als Rechtsstaatlichkeit."

Mit dem Fall Hoeneß wurde ein Exempel statuiert, um den Steuersklaven damit zu zeigen, dass Steuerhinterziehung ein schwerer Straftatbestand ist!

Es wird wie immer in ähnlichen Fällen von Seiten der Politikgangster und der gleichgeschalteten Medien polarisiert.

Die größten Hinterzieher von Steuern, Abgaben, Gebühren, Ablässen und ähnlichem sind auch die größten Eintreiber von Steuern, Abgaben, Gebühren, Ablässen und ähnlichem und bezeichnen sich zumeist als Politiker.

So auch der Ex-Verteidigungsminister de Maiziére, der eine Drohne für 900 Millionen Euro bestellt hat, die nicht einmal fliegen darf und die Entscheidungsträger im Aufsichtsrat für einen Großstadtflughafen, bei dem sich die Kosten von 2,4 Milliarden Euro auf 4,3 Milliarden Euro fast verdoppelt haben!

Und für all diese Exzesse kommt nur einer auf: Wir Steuersklaven!!!

Politik basiert immer auch auf Täuschung und ist die Kunst, die Menschen daran zu hindern, sich um das zu kümmern, was sie angeht. Der Fall Hoeneß wird nur dazu genutzt, um von der eigenen Verschwendung zu Ungunsten des Volkes abzulenken.

Wie lange lassen wir uns das von der Staatsmafia noch gefallen?

Herr Mmnews De

24.07.2014, 14:34 Uhr

Sind Politikgangster Maden im Steuer-Speck?

Die Staatsmafia lebt im Steueraufkommen wie die Made im Speck. Trotzdem drangsaliert, schikaniert und kriminalisiert die Staatsmafia uns Steuersklaven mit immer neuen Abgaben und Gebühren.

Niemals zuvor wurde uns Bürgern so viel Geld durch die Staatsmafia abgenommen als heute!

Bund und Länder haben im Jahr 2013 so viele Steuern eingenommen wie nie zuvor.
Insgesamt verbuchte der Fiskus ca. 600 Milliarden Euro!!!

Die Steuereinnahmen sind auf Rekord. Trotzdem denken die Politikgangster ( Komplizen der Bankster ) eifrig darüber nach, uns Steuersklaven noch mehr auszuquetschen.

Wo geht das ganze Geld hin?

Der zweitgrößte Ausgabenposten im Bundeshaushalt ist Zinszahlungen!!!!

Wer kassiert die ganzen Zinsen bzw. Steuern?

Investoren, Kapitalmarkt? ( Laut gleichgeschalteten Lügenmedien )

Nein!!

Staaten verschulden sich zu 97% bei Banken und Versicherungen!

Im Grunde sind alle Finanzminister die wir in den Systemmedien präsentiert bekommen, nur Zinseintreiber für die internationalen Bankster, die die Menschheit mit ihrem Schuldgeldsystem verschuldet/versklavt haben!

Alle Politikmarionetten ( Zinseintreiber für die Bankster ) sind systembedingt gezwungen jedes Jahr neue Steuer und Abgaben zu erfinden um die immer weiter steigende Zinslast zu bedienen!!!

Man kann das "Schuldgeldsystem" der internationalen Bankster auch anders beschreiben:

Die Schlauen leben von den Dummen und die Dummen von der Arbeit!!!

Warum erfahren wir in den gleichgeschalteten Lügenmedien nichts über das Schuldgeldsystem der int. Bankster?

Wem gehören eigentlich die Medien?

Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" bzw. "Das Zwangsgeldsystem Mario Fleischmann", "Prof. Bernd Senf - Tiefere Ursachen der Krise" oder "Goldschmied Fabian" suchen.

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