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07.07.2012

11:07 Uhr

Steuerzahlergedenktag

Bürger arbeiten immer länger für den Staat

Sonntag ist Steuerzahlertag: Dann erinnert der Steuerzahlerbund daran, dass für den Rest des Jahres nicht mehr für den Staat gearbeitet wird. Vor allem „heimliche Steuererhöhungen“ lassen die Abgabenlast stetig steigen.

Immer mehr Geld fließt an den Fiskus. dpa

Immer mehr Geld fließt an den Fiskus.

BerlinDie Steuer- und Abgabenlast der Bundesbürger steigt auch in diesem Jahr weiter an. „51,7 Prozent behalten Fiskus und Sozialversicherungen in diesem Jahr vom Einkommen der Steuerzahler ein“, sagte der neue Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, der Deutschen Presse-Agentur. „Damit steigt die Belastungsquote gegenüber 2011 um 0,6 Prozentpunkte.“

Das bedeute, dass der Steuerbürger 2012 gut zwei Tage länger als im Vorjahr nur für den Staat arbeite und sieben Tage länger als noch 2010, erläuterte Holznagel weiter. Der sogenannte Steuerzahlergedenktag ist dieses Jahr am 8. Juli. „Ab Sonntag, 05.20 Uhr, arbeiten die Deutschen wieder für das eigene Portemonnaie.“

Holznagel forderte „nachhaltige Korrekturen am Lohn- und Einkommensteuertarif“ zugunsten der Steuerzahler. Als Hauptursache für die steigende Belastung sieht er vor allem die „heimlichen Steuererhöhungen“ aufgrund der sogenannten kalten Progression. „Die kann man betiteln auf fast acht Milliarden Euro“, sagte der Steuerzahlerbund-Präsident.

Er hielt schwarz-gelber Koalition und Opposition vor, sich zulasten des Steuerzahlers im Vermittlungsausschuss nicht auf einen tragfähigen Gesetzentwurf zum Abbau der kalten Progression einigen zu können. Als kalte Progression bezeichnet man den Effekt, dass bei einem Lohnzuwachs zum Ausgleich der Inflationssteigerung die Kaufkraft gleichbleibt, aufgrund des progressiven Einkommensteuertarifs aber ein höherer Steuersatz fällig wird. Holznagel forderte die Politik auf, den Tarifverlauf „zumindest an die Inflation anzupassen“.

Holznagel verlangte auch, dass die hohen Rücklagen bei der gesetzlichen Rentenversicherung über eine Beitragssenkung an den Versicherten zurückgegeben werden müsse. Und auch in der gesetzlichen Krankenversicherung seien die „Reserven übermäßig hoch“.

Die höchste Belastung des Bürgers wurde in den Jahren 1999 (54,5 Prozent) und 2000 (54,7 Prozent) erreicht. Bis 2006 ging die Quote auf 49,1 Prozent zurück, um anschließend wieder zu steigen.

Von

dpa

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

07.07.2012, 11:19 Uhr

Abartig! MEhr fällt einem dazu nicht ein.

Petra

07.07.2012, 11:32 Uhr

Jedes Volk hat die Regierung, die es gewählt hat und somit verdient!
Der Deutsche Wähler hat eben ein Gedächtnis, daß keine 4 Jahre hält, sonst würde er nicht immer wieder die gleichen Parteien wählen. Ebenso ist der Deutsche Wähler unflexibel und voreingenommen, sonst würde er die Wahlprogramme lesen und auch andere Parteien wählen.
Ein Großteil der Schuld hat auch unser Gesetz: Politiker können vor der Wahl versprechen was sie wollen und einen Tag nach der Wahl wieder vergessen! Theoretisch können Sie 50% Steuersenkungen versprechen und 1 Tag nach der Wahl die Steuern um 50% erhöhen. 4 Jahre später erinnert sich eh keiner mehr daran! Genauso können Politiker 4 Jahre lang den Wohlstand des Volkes (an die EU) verkaufen und 1 Monat vor der Wahl vom Thema ablenken und "das Blaue" vom Himmel versprechen um nach der Wahl mit dem Ausverkauf Deutschlands weitermachen. Wie gesagt, jedes Volk hat die Regierung, die es verdient! Der Rest von Europa lacht sich tot über uns!

Account gelöscht!

07.07.2012, 11:33 Uhr

Wir arbeiten für die Südländer.

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