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06.01.2008

11:00 Uhr

Stiften und Spenden

Gutes tun und dabei Steuern sparen

VonChristiane Fricke

Wohltätig sein aus purer Selbstlosigkeit? Das liegt bekanntlich nicht in der Natur des Menschen. Deshalb hat der Staat gut daran getan, nun deutliche Anreize zu schaffen: Das neue "Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements" ermutigt die Deutschen zum Stiften und Spenden.

Der Direktor der Stiftung Ada und Emil Nolde, Manfred Reuther, vor einem "Selbstbild" Noldes. Foto: dpa dpa

Der Direktor der Stiftung Ada und Emil Nolde, Manfred Reuther, vor einem "Selbstbild" Noldes. Foto: dpa

DÜSSELDORF. "Als sensationell empfindet" Felix Ganteführer, Fachanwalt für Steuerrecht der in Düsseldorf ansässigen Beratersozietät Dr. Ganteführer, Marquardt & Partner die steuerlichen Vorteile, die für Kunstsammler mit dem im September 2007 in Kraft gesetzten "Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements" verbunden sind.

Spenden können demzufolge heute mit 20 Prozent vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden, wobei es keine Rolle spielt, ob es sich dabei um Kunst- oder um Geldspenden handelt. Früher waren es 10 Prozent. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass man diese 20 Prozent beliebig und nicht wie früher nur fünf Jahre vortragen kann.

Noch "viel sensationeller ist" aber nach Ansicht von Ganteführer, dass man heute, anders als zuvor, nicht nur 307 000 Euro je Ehepartner, sondern bis zu 1 Mill. Euro je Ehepartner "auf einen Schlag für Stiftungen verwenden, und diese Summe sofort vom Gesamtbetrag der Einkünfte abziehen darf". Wer also Einkünfte von 2 Mill. Euro hat und dem Vermögensstock einer Stiftung 1 Mill. zukommen lässt, der muss nur noch 1 Mill. Euro versteuern. Soweit der Abzugsbetrag steuerlich nicht voll ausgenutzt werden kann, kann er über zehn Jahre verteilt werden.

Wichtig ist: Die Summe muss nicht in Geldwert gegeben werden. Man kann einer Stiftung auch Kunst in dieser Größenordnung zukommen lassen. Das schmerzt unter Umständen weniger, als sich von 1 Mill. Euro Kapital zu trennen. Früher war der viel kleinere Betrag von 307 000 Euro nur bei einer Stiftungsgründung unterzubringen. "Das ist nun vorbei", erläutert Ganteführer. "Hauptsache die Stiftung ist da, und Sie geben das in ihren Vermögensstock."

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