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18.12.2014

16:53 Uhr

Strafbefehl gegen BVB-Fußballer

„Reus hatte Glück“

VonNiklas Dopheide

Fußballnationalspieler Marco Reus ist jahrelang ohne Führerschein gefahren. Jetzt muss er eine Geldstrafe zahlen. Handelsblatt Online klärt die wichtigsten Fragen mit Verkehrsanwalt Thomas Weck.

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DüsseldorfWeil er jahrelang ohne Führerschein unterwegs war, muss Fußballstar Marco Reus jetzt eine Geldstrafe von 540.000 Euro zahlen. Reus war schon in den vergangenen Jahren immer wieder geblitzt worden. Was damals niemanden auffiel: Er besitzt keinen Führerschein.

Thomas Weck ist Fachanwalt für Verkehrsrecht. Im Interview erklärt er, warum Reus trotzdem nicht vorbestraft ist und welche mögliche Konsequenzen dem Fußballstar noch drohen könnten.

Herr Weck, Fußballer Reus ist jahrelang ohne Schein gefahren. Jetzt wurde er erwischt. Woran orientiert sich die Höhe der Strafe für ein solches Vergehen?
Grundsätzlich ist eine solche Strafe verdienstorientiert. Das richtet sich zunächst nach dem Jahresverdienst, der durch 12 dividiert werden muss um den Monatsverdienst zu erhalten. Der Monatsverdienst durch 30 Tage dividiert, ergibt die Höhe des Tagessatzes.

Gibt es viele Fällen, in denen es solange nicht auffällt, dass der Beschuldigte keinen Führerschein hat?
Das ist in der Tat eher selten.

Wenn ein Fahrer mehrmals geblitzt wird, erfolgt doch ein Eintrag in die Verkehrssünderkartei.
Das führt nicht automatisch zu einer Eintragung in Flensburg. Dafür muss ein Verfahren eingeleitet und am Ende ein Urteil gefällt werden. Manchmal kommt es nicht zu einem Urteil, weil zum Beispiel das Foto schlecht ist. Offensichtlich hatte Herr Reus Glück und alle Verfahren wurden eingestellt oder endeten mit Freispruch. Trotzdem ist den Behörden vorzuwerfen, dass niemand nicht einmal geprüft hat, ob eine Fahrerlaubnis vorliegt.

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Reus muss 90 Tagessätze á 6.000 Euro zahlen. Gibt es ein Kriterium, ab wann eine Geldstrafe nicht mehr ausreicht und eine Vorstrafe ausgesprochen werden muss?
Das richtet sich nach der Anzahl der Tagessätze. Ab einer Anzahl von mehr als 90 Tagessätzen ist man vorbestraft. Bei weiteren Taten  reicht eine Geldstrafe unter Umständen dann nicht mehr aus und es kann sogar eine Freiheitsstrafe ausgesprochen werden. Beim ersten Vergehen ist die in der Regel noch auf Bewährung.

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